Burj Dubai fast fertig

28. Oktober 2008, admin

Burj Dubai kurz vor FertigstellungNoch ein paar Wochen, dann ist es so weit: Das höchste Gebäude der Welt wird fertiggestellt. Der Burj Dubai, architektonisches Flagschiff der Vereinigten Arabischen Emirate sprengt alle bisherigen Maßstäbe in Sachen Hochhauskonstruktion. Und das will etwas heißen in einem Land, in dem die Devise “Höher, schneller, weiter” zur Staatsdoktrin gehört.

 

 

818 Meter Höhe, 517.000 qm Nutzfläche auf 189 Stockwerken - was soll man dazu noch sagen? Vielleicht, dass der leistungsfähige Aufzug des “Burj” nicht mal eine Minute benötigt um seine Fahrgäste in 500 Meter Höhe zu katapultieren? Oder, dass der Bau 1,8 Milliarden Dollar gekostet hat, natürlich bezahlt aus der Tasche von Scheich Muhammad bin Rashid al-Maktoum?

 

 

Bei diesen Ausmaßen kann man eigentlich nur neidisch werden. Das findet auch Scheich Khalifa bin Zayed bin Sultan Al-Nahyan, der Präsident von Abu Dhabi. Zwischen den stinkreichen Herrschern der einzelnen Emirate, vor allem derer von Dubai und Abu Dhabi, herrscht nämlich ein beachtliches Konkurrenzdenken: Wer hat das luxuriöseste Hotel? Wer hat die beste Shoppingmall? Wer hat das höchste Haus? - das sind die Kategorien, in denen die VAE sich gegenseitig den ersten Platz streitig machen. Deshalb soll in der Hauptstadt der Emirate nun ein noch höherer Turm entstehen. Wer sich’s leisten kann …

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tokio - das Herz Japans

3. Oktober 2008, admin

Tokio SkylineDerzeit ist viel von der neuen Weltmacht China die Rede und alle Welt schaut auf die neuen Metropolen des ostasiatischen Riesenreiches, Peking und Shanghai. Dass dort nicht alles Gold ist, was glänzt, wissen wir alle, doch wir sehen darüber hinweg, denn wo das große Geld lockt und der Glamour des Kapitalismus über allem strahlt, interessiert uns sonst meist nicht mehr viel.

Schade, dass wir so lange keinen Blick mehr auf die Stadt geworfen haben, die schon Jahrzehnte zuvor sinnbildlich für den Aufstieg asiatischer Länder in den edlen Kreis der Wirtschaftsmächte gestanden hat: Tokio.

Mit 35 Millionen Einwohnern in der Metropolregion stellt sie nämlich bis heute alles in den Schatten, was die Mega-Cities ihrer Nachbarn zu bieten haben. Der Lifestyle in der japanischen Kapitale ist extrem progressiv - man spürt, dass hier das Herz des ganzen Landes schlägt. Business und Muße, Mode, Musik und Archtitektur treten hier in derart heftigen Superlativen zu Tage, dass sich unsere europäischen Städte ruhig noch eine ordentliche Scheibe davon abschneideden könnten.

Das höchste Gebäude der Stadt ist der Tokyo Tower, eine Art japanisches Double des Eiffelturms, dank rot-weißen Anstrichs und 10 Metern mehr Höhe allerdings noch einen Tick auffälliger, weshalb das Ding auch gar nicht nach Paris passen würde. Doch es ist, wie bei fast allen in den Himmel ragenden Häusern in Tokio, nicht die Archtitektur an sich, die einen umhaut. Erst nachts, wenn die Beleuchtungen und Neon-Reklamen nach und nach eingeschaltet werden, erkennt man die wahre Ästhetik der modernen Mega City. Den Vergleich mit dem New Yorker Times Square muss die japanische Hauptstadt garantiert nicht scheuen, eigentlich ist Tokio sogar noch viel greller.

Nicht minder spektakulär ist auch das alte Tokyo mit seinen Palästen, Schreinen und … dem Hauptbahnhof. Die zentrale Station für Züge und Regionalbahnen verblüfft insbesondere deshalb, weil sie so gar nicht unserem Klischee von asiatischer Bauweise entspricht. Das langgestreckte Backsteingebäude erinnert mit seinen Stuckelementen eher an typisch norddeutsche, britische oder Benelux-Architektur. Nichtsdestotrotz oder gerade deshalb ist er besonders schön …

Wenn man schon mal da ist, sollte man sich natürlich auch kulinarisch austoben in Tokio. Sushi ist hier leider noch teurer als bei uns, schmeckt allerdings tausend mal besser. Die Einheimischen bevorzugen mittlerweile immer öfter “Exotisches” wie deutschen Braten oder Hamburger. Dass die Japaner viel besser Buletten braten können als die Amis, beweist MOS Burger. Die Imbisskette setzt bei ihren Brötchen auf absolute Frische. ITADAKIMASU!

 

Russlands Laterne

3. August 2008, admin

Russland ist Europas neue Supermacht - zumindest sehen die Herren im Kreml das so, und weil die Russen sich noch nie lumpen ließen, wenn es darum ging, ihrem Riesenreich ein Denkmal zu setzen, ist das Projekt Baschija Rossija (Russlandturm) eigentlich eine Selbstverständlichkeit.

Eigentlich. Denn dieses Projekt sprengt in der Tat alles, was der alte Kontinent architektonisch jemals zu Gesicht bekommen hat. Die Pläne zur Errichtung des Russlandturms, natürlich aus der Feder von Norman Foster, sehen die Errichtung eines über 600 Meter hohen Turmes vor, dessen spitz zulaufende Silhouette nicht nur an eine Laterne erinnert - die Flutlichter, die eines Tages vom Dach des gigantischen Baus in den nächtlichen Moskowiter Himmel strahlen werden, dienen in der Tat dazu, dem Rest der Welt zu zeigen, wo’s langgeht.

Eingebettet in die gerade entstehende Moscow City, dem neuen Vorzeige-Stadtviertel der aufstrebenden russischen Hauptstadt, wird die Baschija Rossija deren Skyline für immer verändern. Noch ist nicht viel zu sehen von dem überschwänglichen Vorhaben … aber die Animation, die ich auf YouTube gefunden habe, gibt zumindest einen kleinen Vorgeschmack auf das umwerfende Projekt.

 

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Wolkenkratzer - quo vadis?

29. Juni 2008, admin

Wolkenkrater in New York CityFast 100 Jahre dauert er nun schon an: Der Wettlauf um das höchste Gebäude der Welt. Lange Zeit blickte die Menschheit auf den amerikanischen Kontinent, wo der Wolkenkratzer als erstes Einzug in die Silhouette der Metropolen Einzug gehalten hat. Zum Zeitpunkt ihrer Errichtung standen das Empire State Building in Manhattan oder der Sears Tower in Downtown Chicago für den Fortschritt und den Führungsanspruch der USA - bis zum Beginn der Globalisierung. Seitdem die Weltwirtschaft sich zunehmend vernetzt, wird auch das Know-How für den Bau repräsentativer Türme aus Stahl und Glas immer mehr zum internationalen Gut. Vor allem Asien hat den Höhenwahn auf die Spitze getrieben: Von Arabien über die Malaiische Halbinsel bis nach China überschlagen sich die Pläne von Wirtschaftskonzernen und Politik, sich selbst ein Denkmal zu setzen.

Aus eigener Kraft lässt sich ein solches Vorhaben nur schwer schaffen, was den Aufschwung weltweit agierender Architekturkonsortien erklärt. Diese legen mittlerweile aber nicht mehr nur Wert auf gigantische Ausmaße - beim Design zählt vor allem der Wiedererkennungswert, während bei der Konstruktion vor allem die Sicherheit im Mittelpunkt steht. Weil sie die verschiedenen Dimensionen des Hochhausbaus auf unnachahmliche Weise vereinen, genießen Genies wie Sir Norman Foster oder Rem Koolhaas längst Promi-Status.

Und dennoch sind es gerade die besonders erfolgreichen Baukünstler, die am stärksten kritisiert werden. Die Vorwürfe, mit denen sich Büros wie SOM (Hauptsitz: Chicago), konfrontiert sehen, kommen zum Beispiel aus Kreisen von Globalisierungsgegnern und politischen Aktivisten: Die einen werfen ihnen vor, durch ihr Zutun die Ungleichverteilung des weltweiten Wohlstands zu manifestieren, während andere bemängeln, dass amerikanische und europäische Firmen autokratischen Machthabern dabei helfen, ihrem Herrschaftsanspruch ein Denkmal zu setzen, obwohl es in der Verantwortung des Westens läge, demokratische Strömungen zu unterstützen, anstatt seinen ideologischen Gegnern in die Hände zu arbeiten.

Auch aus der religiösen Ecke tönt es laut, wenn wieder ein neuer High-Rise-Rekord vermeldet wird. Meist wird ein Vergleich mit dem Turmbau zu Babel gezogen: dem Versuch des Menschen, sich auf die selbe Stufe mit dem allmächtigen Gott zu stellen. Gemäß biblischer Quellen prophezeien vor allem evangelikale Christen, dass der Hirte seine Schäfchen zur Verantwortung ziehen wird für den Frevel, sich seiner anzumaßen.

Dass sich seit Neustem auch Umweltexperten mit warnendem Ton äußern, wenn es um die Errichtung von neuen Wolkenkratzern geht, liegt indes an der Anhäufung von Naturkatastrophen, die unser Planet in letzter Zeit durchlebt hat. Vor allem die immer öfter und mit stärkerer Intensität auftretenden Erdbeben bereiten ihnen Sorgen, obwohl die Konstrukteure stets beteuern, dass ihre Pläne auf dem neuesten Stand der Technik sind, was die Stabilität der Häuser betrifft.

Wen kann man nun ernst nehmen und wen nicht? Welche Kritik ist zu weit hergeholt und wo lassen sich wirkliche Probleme erkennen? Für viele mag die Frage albern klingen, schließlich lässt sich der aufgeklärte Kosmopolit nicht von Aberglauben und Kleinmut beirren. Nichtsdestotrotz sollten wir uns darüber Gedanken machen, wo das alles hinführen soll. Bisher sind Städte wie New York, in denen das Tageslicht immer nur für einen kurzen Moment die Straßen erhellt, weil die endlosen Häuserschluchten den Grund von der Sonne abschirmen, noch in der Minderheit. Das erdrückende Gefühl, vom natürlichen Verlauf der Natur abgeschnitten zu sein, zeigt jedoch bereits seine Wirkung und hat bereits einer Reihe von Städten ihren Reiz genommen, ebenso wie der Abriss gewachsener Strukturen und die Zerstörung historischer Bauwerke.

Allein unter Millionen zu sein - der Identitätsverlust ist die eigentliche Gefahr, der wir uns aussetzen, wenn wir Wachstum als einziges Kriterium für den Fortschritt unserer Metropolen ansehen. Schließlich ist es ihre Einzigartigkeit, die wir so bewundern. 

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