Das Waterfront-Prinzip

22. November 2008, admin

Waterfront” - mit diesem Wort verbinden viele den Gedanken an Urlaub im Süden, an malerisch gelegene Städte, idyllisch zwischen Wasser und Land getupft. Kapstadt hat eine, Honululu hat eine und Dubai bekommt bald eine dazu. Kein Wunder, dass auch deutsche Städte nun nachziehen und ihren Ufergebieten, je nach Lage am Fluss, See oder Meer gelegen, ein neues Gesicht verleihen wollen um dem umgestalteten Quartier anschließend den Stempel “Waterfront” aufdrücken zu können.

Offensichtlich kommt eine attraktive Stadt heute gar nicht mehr ohne eine “Waterfront” aus, deshalb schauen wir doch mal, was wir in dieser Hinsicht zu erwarten haben in den nächsten Jahren.

Hamburg

Die Bauarbeiten am neuen Stadtteil HafenCity sind in vollem Gange - das Viertel hat bereits deutlich an Gesicht gewonnen. Die eleganten wie modernen Wohn- und Bürogebäude direkt am Elbufer werden bald zu den Top-Immobilien der Hansestadt gehören und vereinigen sich mit den Promenadeanlagen am Wasser zu einer “Waterfront”, die sich gewaschen hat.

Duisburg

Obwohl eine wichtige Hafenstadt mit knapp einer halben Million Einwohner, lässt Duisburg bis dato den Charakter einer Metropole vermissen. Der hier geplanten “Waterfront” soll deshalb eine Marina für Privatboote angeschlossen werden, um bald auch die gehobenere Klientel in die zentrumsnahe Hafengegend zu locken. Zusätzlich werden Wohnungen, Handelsflächen und ein Hotel am Rheinufer entstehen.

Bremerhaven

Zu den wesentlichen Landmarks der im Bau befindlichen “Havenwelten”, jenem neuen Quartier, das gerade am Weserufer entsteht, gehört das Atlantic Hotel Sail. Mit seiner an das Burj al Arab in Dubai erinnernden Segelform sticht es deutlich aus der Skyline Bremerhavens heraus. Außerdem entstehen dort modernistische Gebäuder für Büros und Wohnungen.

Mal sehen, was uns in den kommenden Jahren noch an Waterfront-Projekten in Deutschland erwartet. Zu hoffen bleibt nur, dass man die Idee vom Wasser-nahen Wohnen nicht derart ausreizt, dass das durchaus attraktive Konzept am Ende seine Exklusivität verliert.

Kapstadt - Feiern unterm Tafelberg

29. August 2008, admin

die Hauptstadt SüdafrikasKapstadt ist ein heißes Pflaster - im guten wie im schlechten Sinne. Einerseits muss man, wie überall in Südafrika, ständig seine eigene Sicherheit im Blick haben, wenngleich Überfälle auf Touristen hier weit seltener sind als anderswo im Land. Andererseits ist diese Stadt so heißblütig, was ihre Mentalität und das Lebensgefühl betrifft, dass viele gar nicht mehr wegwollen, wenn sie die geschichtsträchtige Metropole erst mal mit eigenen Augen gesehen haben.

In Kapstadt, wo die südafrikanische Oberschicht zu Hause ist, gehört Exklusivität definitiv zum Lifestyle. Reiche und Arme kommen sich in der Regel nicht in die Quere, jeder hat sein Revier abgesteckt, und so lang man sich als Besucher an die “richtigen” Straßen hält, bekommt man nicht viel mit von dem Elend, das man aus Fernsehberichten kennt. So gehören zum Beispiel die Long Street und die Loop Street zu den angesagtesten Adressen, was Shopping und Nightlife betrifft. Die hiesigen Parties stehen ihren europäischen Pendants garantiert in nichts nach - im Gegenteil: in Kapstadt ist es zuweilen sogar noch einen Tick schicker als zu Hause, denn, wie gesagt, Abkapselung ist das halbe Leben in dieser Metropole.

Das merkt man auch, wenn man sich eine Bleibe sucht. Um kein Risiko einzugehen, bucht sich der durchschnittliche Kapstadt-Urlauber tendenziell in einer der von der Außenwelt abgeschirmten Hotelzonen und Wohngegenden ein - schließlich möchte man nachts keinen ungebetenen Besuch von draußen erhalten. Doch so schick jene Viertel wie “Waterkant” und “Gardens” auch sein mögen, wirklich wohl fühlen sich dort nur die wenigsten Europäer, schließlich ist man es von daheim gewöhnt, (fast) überall hingehen zu können, zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Doch das Unwohlsein verfliegt bereits nach wenigen Tagen, sobald man akzeptiert hat, dass man eben nicht überall auf der Welt so leben kann wie zu Hause, und das ist es doch, warum es uns in die Ferne zieht. Und in einer Stadt wie Capetown, die so zauberhaft ist, dass es eine Schande wäre, sie nicht zu besuchen, verfliegt jedes Unwohlsein bereits nach kürzester Zeit. Wenn man den traumhaften Ausblick vom Tafelberg auf die Skyline und das Meer sieht. Wenn man an die Kolonialbauten an der Historic Waterfront bestaunt. Wenn man die Nacht in einem der stylishen Nachtclubs wie dem ”Opium”, dem “Rhodes House” oder der “Jet Lounge” durchtanzt und auf dem Heimweg die Sonne über dem Meer aufgehen sieht. Dann weiß man, dass es die richtige Entscheidung gewesen ist, nach Kapstadt zu kommen …

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