Freaky Früchte: Pitahaya und Maracuja
11. Juli 2008, admin
Die eine ist gelb bis pink, sieht aus wie ein exotischer Tannenzapfen und wird wegen ihres feurigen Erscheinungsbildes auch ”Drachenfrucht” genannt. Bei der anderen ist der Name “Passionsfrucht” ebenfalls dem Aussehen geschuldet, allerdings muss man erst ihre relativ harte Schale knacken um die metaphorische Nomenklatur zu entschlüsseln.
Obwohl wir in Deutschland das Glück haben, Lebensmittel aus aller Herren Länder kaufen zu können, gehören zum Beispiel viele Früchte wie die Pitahaya und die Maracuja, eher in die Kategorie jener Leckereien, die viele noch nie probiert haben. Bei der Maracuja wissen wir zwar, wie sie schmeckt - der sauer-fruchtig-erfrischenden Nektar ist in jedem Supermarkt zu haben - aber wer einen zwe
iten Blick auf Tetrapack wirft, entdeckt, dass der Fruchtgehalt in solchen Produkten meist unter 25 Prozent beträgt. Zeit, dieses kuriose Geschenk der Natur mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Abgesehen von asiatischen Spezialitätenläden (z.B. vietnamesich) bekommt man die Maracuja gelegentlich auch im normalen Lebensmittelhandel. Wahrscheinlich hat jeder schon mal eine gesehen und sich gedacht, “was’n das?”, denn die braune, schrumpelige Hülle macht nicht gerade Lust auf mehr. Der Preis von ein bis zwei Euro für ein nicht mal Tennisball-großes Früchtchen, dessen geringes Gewicht schon vermuten lässt, dass nicht besonders viel drin ist, spricht ebenfalls gegen den Kauf.
Aber ein mal kann man sich so was schon leisten, und beim Öffnen wird auch sofort klar, was es bei der Maracuja mit der Passion auf sich hat. Der Inhalt ist extrem schleimig, mit ein paar Kernen durchsetzt, und passt locker auf einen Teelöffel. Rein in den Mund und schon hat man den köstlichen Geschmack des Südens auf der Zunge. Schade, dass es so wenig ist.
Geradezu erhellend ist auch der Moment, in dem man eine Pitahaya in zwei Hälften teilt. Als sähe die grellbunte Schale nicht schon fantastisch genug aus, eröffnet sich innen drin ein weiß-schwarz gesprenkeltes Wunder der Natur. Der erste Eindruck ist der einer ausgebleichte Kiwi oder Melone, und die Vorfreude ist groß, wenn man zum ersten Happen ansetzt. Umso größer die Enttäuschung: Die Drachenfrucht schmeckt nämlich nach nichts. Kein Wunder also, dass sie in ihrer Heimat lediglich zu Deko-Zwecken verwendet wird, obwohl sie sehr gesund ist. Den doofen Deutschen kann man’s trotzdem als Premium-Lebensmittel verkaufen, denn das Auge ist halt mit.