Android Handy? Was’n das?

14. Januar 2009, admin

Ein Roboter mit dem man auch telefonieren kannSeit Kurzem in aller Munde, aber keiner hat je eines gesehen: das Android Handy. Ich muss zugeben, zuerst dachte ich, ohjeminee, was können die Dinger denn jetzt noch? Zumindest klingt der Name doch sehr nach Roboter.

Vielleicht so einer wie bei den Jetsons: Die metallische Scham nur mit einer Haushälterinnenschürze bedeckt, kümmert er sich rund um die Uhr ums Kochen, Putzen, Waschen, Bügeln und holt bei Bedarf auch mal die Kinder von der Schule ab?

Oder so ein süßer R2D2, der eigentlich gar nichts kann, aber immer so quietschfidel rumpiepst, dass man ihn sich trotzdem nach Hause holt. Ungefähr so wie bei einem Hamster. Nur, dass man den wenigstens streicheln kann.

Ganz so ist es dann doch nicht: Android steht für eine Software-Plattform, derer sich die so genannten Android Handys bedienen. Sie basieren auf einem Linux-Betriebssystem, welches wiederum mehrheitlich auf Freeware-Modulen aufbaut. Diese kann man dann mit seinem klugen Telefon runterladen und es wie einen Computer verwenden.

Nicht, dass Handys nicht schon immer Computer gewesen wären. Bloß, dass man jetzt selbst bestimmen kann, was sie können sollen. Was für viele zunächst viel zu kompliziert klingen mag, dürfte am Ende also gerade Techniklaien begeistern.

T-Mobile hat mit seinem G1 den Anfang gemacht und bei der Entwicklung des Android Handys mit Google kooperiert. Problem: Wie beim iPhone ist das gute Stück (bisher erst in den USA erhältlich) nur bei Abschluss eines Laufzeitvertrags mit dem rosa Telefonprovider zu haben. In Kürze wollen aber auch Vodafone & Co. eigene Roboterhandys auf den Markt werfen.

Slips aus dem Telefon

20. November 2008, admin

Kürzlich erreichte mich mal wieder ein ominöser Anruf aus einem Call-Center. Wohlgemerkt: Hätte ich gewusst, dass es sich um einen solchen Anruf handelt, wäre ich sicher nicht ans Telefon gegangen. Aber da es 8 Uhr morgens war, bin ich davon ausgegangen, dass es wohl etwas Wichtiges sein müsse. Schließlich würde ein Call-Agent ja ohnehin niemals so doof sein, zu glauben, dass um diese Uhrzeit jemand etwas kauft.

Na ja, offensichtlich lag ich mit meiner Logik falsch, denn als ich den Hörer abnahm, säuselte mir sogleich eine süße Stimme mit leicht sächselndem Akzent ins Ohr:

“Guten Tag, schön, dass ich Sie direkt erreicht habe. Ich rufe von der Firma &!”$§/{  aus an. Wir vertreiben hochwertige Herren- und Damen-Unterwäsche und würden Ihnen gern ein unschlagbares Angebot machen.”

“Unterwäsche?!”

“Ja, hochwertige Damen- und Herren-Unterwäsche…”

“Entschuldigung, aber das ist ja wohl nicht Ihr Ernst. Ich soll Unterwäsche am Telefon kaufen?!”

“Aber was ist denn daran so verwunderlich. Heutzutage kauft man doch alles im Internet oder am Telefon.”

“Entschuldigen Sie bitte, aber ich muss zur Arbeit. Lassen Sie uns das Gespräch beenden.”

“Darf ich Sie denn ein andermal anrufen.”

“Ja, ja, von mir aus. Auf Wiederhören.”

Der eine oder andere wird meinen Fehler bemerkt haben … ja genau, der letzte Satz war sozusagen der Todesstoß. Denn am nächsten Tag hat es prompt wieder geklingelt - richtig, um 8 Uhr morgens - und ich war wieder so verschlafen, dass ich direkt rangegangen bin.

“Guten Tag, unsere Firma vertreibt …”

“Herrenunterwäsche?”

“Ja! Schön, dass Sie Interesse an unserem Produkt haben!”

WAS SOLL MAN DAZU NOCH SAGEN?!

Wie die Welt sich doch verändert …

8. November 2008, admin

Was ist nur aus den guten alten Bilderrahmen geworden? Ja, ich meine die, die wir noch hatten, als es auch noch richtige Fotos gab. Für die, die sich nicht mehr an die richtigen Fotos erinnern können: Das waren die, die man mit Magnet-Pins an den Kühlschrank heften konnte. Wie das gehen soll? Na ist doch klar. Mit Fotos auf Papier!

So langsam dämmert’s … Deshalb waren die Fotos damals auch viel lustiger als die von heute, weil man sie nicht zehn Mal gemacht hat um dann die neun schlecht gelungenen Exemplare zu löschen. Und deshalb ist man früher in freudiger Erwartung aus den Ferien heimgekehrt um noch am Ankunftstag nach 14 Stunden Autofahrt die Urlaubs-Filme in der Drogerie zum Entwickeln zu bringen. Filme?

Ja, es waren auch die Zeiten der greifbaren Materialien. Die Worte “virtuell” und “digital” kannte man derzeit eigentlich nur, wenn man regelmäßig Power Rangers kuckte - statt auf Mikrochips hielt man seine Bilder damals noch auf Celluloid fest. Und statt die Fotos per Picture Viewer auf dem Fernseher abzuspielen, legte man ein Album an, das man seinen Gästen zeigen konnte, oder ließ sich Dias anfertigen um aus der Erinnerungsschwelgerei eine Leinwandshow zu machen.

Diese Kette ließe sich unendlich weiterführen. Egal, welche Errungenschaften der modernen Mediengesellschaft man zu preisen versucht - ein bisschen Nostalgie nach dem Althergebrachten schwingt immer mit. Wann diese sentimentale Einstellung angefangen hat, um sich zu greifen, kann man nicht genau sagen. Wahrscheinlich war es ungefähr zu der Zeit, als die Telefonzellen zu reinen Ziersäulen geworden sind, deren einziger Sinn die Werbung auf den LED-Displays zu sein scheint. Display? LED?

Telefonstreich 2.0

30. August 2008, admin

Samstag, 30. August 2008, 12:12 Uhr. Ich habe mich gerade aus dem Bett geschält, da klingelt das Telefon. “Hallo, hiere iste die Pizzeria Belle Pistazie. Die bestellte Pizza kommte ungefäähr zehne Minute später,” sagt mir die italienisch klingende Stimme am anderen Ende der Leitung. Darauf ich: “Hä, was für ‘ne Pizza, ich habe nix bestellt. An welche Adresse wurde die denn bitte bestellt?” “Sie habene drei Pizza Camorra mit Fiesmuscheln (sic!) bestellteee.”

Ich habe natürlich aufgelegt und mir gedacht: Bring die Pizza ruhig, wenn Du meinst. Als dann aber 5 Minuten später das Telefon nochmal klingelte, und die ersten paar Sekunden nur ein grunzendes Lachen aus dem Hörer dröhnte, war mir klar - ich würde verarscht. Mit marcophono, einem Online-Dienst, der professionele Telefonstreiche spielt. In der Basisversion ist marcophono kostenlos, allerdings kann man nur Festnetznummern anrufen und sich nur 1 Mal pro Nummer einen Gag erlauben.

Man wählt einfach eine der angebotenen Stories aus, gibt den Namen des Empfängers und gegebenenfalls seinen eigenen ein, und tippt die zu wählende Nummer ins entsprechende Feld, und los geht der Spaß!

 

Datenklau im Call-Center

21. August 2008, admin

Dass die multimedial agierende Kommunikationsgesellschaft eines Tages ihre Revanche erhalten würde, war eigentlich klar - schließlich hat sich der Werbedruck auf die Konsumenten seit Jahren ständig erhöht. Dabei hat eigentlich fast niemand wirklich etwas gegen Werbung an sich, denn um zu wissen, was man möchte, ist es sehr hilfreich, wenn man weiß, was es eigentlich gibt. Problematisch wird es nur, wenn man nonstop mit Informationen beliefert wird, die man weder will noch braucht. Das nennt man dann unerwünschte Werbung und die wird im 21. Jahrhundert vorzugsweise per eMail oder telefonisch zugestellt.

Und so hat man zum einen den täglichen Ärger mit dem Aggressive Werbung am TelefonLöschen der unzähligen Angebote für “Replica Watches”, “Generic Viagra” oder “100 Euro gratis fürs Online Casino”. Zum anderen hat wohl jeder schon mal einen Anruf von einer netten Telefondame bekommen, die mit unwiderstehlichen Schnäppchen lockt, aber erst nach 10 Minuten Schwafel-Alarm auf den Punkt kommt, und einem mitteilt, dass sie ein Super-Chance-Jahreslos, ein megagünstiges Zeitschriften-Abo oder einen 1a Handyvertrag inklusive Digitalkamera, Playstation, Flachbildfernseher UND Handy verkaufen möchte. Natürlich ebenfalls zum Spottpreis.

Weil aber mittlerweile jeder weiß, dass man bei solchen Anrufen fast immer übern Tisch gezogen wird, und die Telefonagenten immer öfter erleben müssen, dass aufgelegt wird, bevor sie ihren grandiosen Deal vorstellen konnten, musste sich die Branche was Neues einfallen lassen. Und überhaupt, wieso eigentlich so viel Energie damit verschwenden, die potenziellen Kunden vom Kauf zu überzeugen, wenn man für ein paar Cent deren Kontodaten kaufen und das Geld einfach abbuchen kann? Die Erfolgsquote (d.h. die Rate derer, die die Abbuchung nicht innerhalb von sechs Wochen bemerken um eine Lastschriftrückgabe durchführen zu lassen) ist mindestens genauso hoch wie beim echten Telefonverkauf, nur dass man sich das lästige Quatschen erspart. Und weil der Effekt der selbe ist - man bringt etwas an den Mann, was dieser gar nicht haben will - muss die Call-Center-Mafia nicht mal ein schlechtes Gewissen haben. Zumindest kein schlechteres als sie vorher schon hatte.

Übrigens: Glaubt man den Zeitungen, dann ist es mittlerweile für fast jeden von uns zu spät, denn wir alle haben unsere Seele bereits an einen Datenfischer verkauft, wissentlich oder unwissentlich. Die einzige Möglichkeit, künftig sorgenfrei leben zu können, wäre, sich eine neue Adresse, Telefonnummer und Bankverbindung anzuschaffen, und keines dieser drei Dinge jemals preiszugeben. Tolles Leben.

Absolut out: Handytaschen

4. August 2008, admin

Seit Monaten frage ich mich, warum dieser Trend nicht totzukriegen ist: Handytaschen. Liegt es daran, dass man sich schon vor Ablauf der Vertragsfrist von 2 Jahren so an seinem Telefon sattgesehen hat? Oder kann man im Zeitalter des Individualismus nicht mehr mit einem Produkt “von der Stange” herumlaufen, weshalb man seinem Handy eine persönliche Note verleihen muss? Oder ist es vielleicht tatsächlich so, dass die teuren Hightech-Geräte mit ihren Riesendisplays einfach so viel Schutz brauchen, dass man sie verhüllen muss?

Aber, wenn dem so wäre, warum haben Bauarbeiter fast nie so ein peinliches Teil, obwohl deren Telefone in der Tat einigen Gefahren ausgesetzt sind? Und die Masche, dass man sein Handy optisch aufpeppen möchte, zieht auch nicht mehr, schließlich kann man über Gebrauchtbörsen mittlerweile fast jedes Modell zu einem günstigen Preis erstehen, ohne Vertragsbindung.

Und dann wäre da noch das Schutz-Argument. Sorry, aber wer sich ein iPhone für mehr als 500 Euro leisten kann, und dieses geile Teil dann in eine rote Stricksocke mit Plüschanhänger steckt - “damit der Bildschirm nicht zerkratzt” - der ist doch nicht ganz dicht, oder?

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