U-Bahn-Egoisten
5. Oktober 2008, admin
Jeder weiß es, und jeder akzeptiert es: Wir leben in einer Ellbogengesellschaft. “Survival of the fittest” ist angesagt in unserer modernen Gesellschaft, und wieder sind es die Städte, in denen sich die Eigenheiten unserer Spezies in unübersehbarer Heftigkeit niederschlagen.
Wahrscheinlich liegt es einfach an der Menge an Menschen, die auf kleinstem Raum zusammenlebt, multipliziert mit dem Stress der Arbeit, woraus sich das ewige Streben nach Status ergibt. Mit so etwas muss man eben klarkommen, wenn man sich für das Leben in der City entscheidet. Doch es gibt auch Dinge, die will und kann ich nicht akzeptieren. Und das sind: die U-Bahn-Egoisten.
Es beginnt schon beim Betreten des Zuges. Menschenmassen, die sich in den Eingangsbereich quetschen, anstatt in die Gänge durchzugehen, wo noch genug Platz frei wäre. Dann die Sitzplatzvergabe: Niemand stellt seine Tasche gern auf den Boden, doch die Sitze sind nun mal für die Hinterteile der Passagiere gedacht und diese Regelung hat ja schließlich auch ihre Gründe.
Wahnsinnig wird man jedoch erst, wenn es ums Aussteigen geht. Dass die draußen stehenden sich immer gleich reindrängeln wollen, obwohl noch gar nicht alle draußen sind - daran hat man sich ja längst gewöhnt. Richtig ätzend wird es jedoch, wenn derjenige der an der Doppeltür steht in egoistischer Manier nur eine davon aufmacht, Hauptsache, er/sie kommt selber raus, alle anderen sind egal.
Somit sind U-Bahn-Egoisten die wohl tiefste Stufe urbaner Eigenbrötlerei …