American Apparel vs. H&M

6. November 2008, admin

In den letzten beiden Jahrzehnten gab es zwei Modeketten, die den Markt für jugendliche Fashion revolutioniert haben: Beide sind bekannt dafür, aktuelle Trends aufzugreifen und neue zu setzen, ohne den Kunden dabei tief in die Tasche zu greifen - und dennoch liegen Welten zwischen H&M und American Apparel. Was unterscheidet die beiden Textilgiganten und was haben sie gemeinsam? Kann man sagen, einer von beiden ist der Bessere?

Rein zahlenmäßig stellt H&M seinen amerikanischen Wettbewerber komplett in den Schatten, doch uns als Kunden hat das zunächst nicht zu interessieren. Trotzdem ist der schwedische Konzern mittlerweile in so gut wie jeder mittelgroßen Stadt vertreten und erreicht so einfach eine viel breitere Masse. Was nicht heißt, dass der Konkurrent aus L.A. nicht ebenfalls auf einen möglichst weiten Kundekreis setzt und dies in den USA auch durchaus mit Erfolg.

Ein wesentlicher Unterschied besteht in der Philosophie hinter den Unternehmen. Während H&M die Produktionskosten seiner Kollektionen durch Niedriglohnproduktion halten muss, um die Top-Models zu bezahlen, die von seinen überlebensgroßen Werbeplakate prangen, kommuniziert American Apparel lediglich die eigene Firmenstruktur um seine Produkte zu preisen. Integrierte Produktion mit Tarifgarantie lautet die Devise bei AA - eine Strategie mit der sich auch die so genannten “Conscious Consumers” für die Klamotten aus Kalifornien begeistern lassen.

Für viele ist dies bereits das schlagende Argument. Doch auch, wenn man die Sache etwas simpler sieht, hat American Apparel vielleicht tatsächlich den richtigen Weg eingeschlagen. Denn die amerikanische Low-Cost-Fashion-Kette stellt Kleidung her, die durch ihre simplen Schnitte und einfarbigen, unbedruckten Stoffe zwar irgendwie unscheinbar wirkt. Der bewusste Verzicht auf ein sichtbares Branding zeigt aber, dass man genau jenen Aha-Effekt vermeiden möchte, den H&M-Ware auslöst: “Schau mal, das T-Shirt hab’ ich bei Hennes gesehen, das kostet 14,90.”

Ob der American Style gegenüber dem Swedish Chic bestehen kann, muss am Ende natürlich jeder für sich selbst entscheiden. Je nachdem, ob ein Trend gerade über den großen Teich zu uns schwappt, oder eben aus Europa in die USA, wird mal der eine, mal der andere vorne liegen.

Robyn rockt Europa

15. Oktober 2008, admin

Zugegeben: Robyn ist nun wirklich kein Newcomer und wer ihren Musik Style mag, der kannte sie wahrscheinlich schon bevor sie kürzlich den einige Auftritte im deutschen Fernsehen hatte. Irgendwo zwischen Euro-Pop, Electro und RnB hat die Schwedin sich ihre Nische gesucht, in der sie in den letzten Jahren zwar echten Kultstatus erreichen konnte - zum Superstar reichte das allerdings bisher noch nicht, zumindest außerhalb ihrer Heimat. 

Jetzt startet Robyn allerdings richtig durch. Kürzlich bei Stefan Raab hat sie einen glänzenden Live-Auftritt mit ihrem Track “Be Mine” hingelegt, was bei größtenteils synthetisch produzierter Musik wirklich nicht einfach ist. Der Song ist zwar nicht neu - in Skandinavien haben es fast alle Titel ihres hier erst frisch erschienenen Albums schon lange zu Ohrwurm-Status gebracht - dennoch ist Robyns Avantgarde-Pop stets auf der Höhe der Zeit.

Meine persönlichen Favorites sind “Konichiwa Bitches” und “Cobrastyle”: fröhlich, tanzbar, durchgeknallt - Popmusik mal anders.

 

Schweden: Alles verboten.

14. August 2008, admin

GeschlossenSchweden ist ein wunderschönes Land. Für Familien. Für Romantiker. Für Naturliebhaber. Aber nicht für Partygänger.

Dabei ist es nicht so, dass die Skandinavier nicht gern feiern würden. Man erinnere sich nur an einen der letzten Sommerurlaube in Spanien, Griechenland oder Malta. Hier sind es fast immer die Schweden, Dänen, Finnen, Norweger, die am meisten auf die Kacke hauen, und als letzte aus den Clubs verschwinden, sogar nach den Engländern. Wer das schon immer komisch fand, sollte das nordeuropäische Königreich mal besuchen. Denn es gibt definitiv nichts Enttäuschenderes als ein Partywochenende in Stockholm.

Erstens ist Alkohol sündhaft teuer - ein Bier kostet umgerechnet zwischen 8 und 10 Euro.

Zweitens darf er nur zu bestimmten Urzeiten ausgeschenkt werden - um Mitternacht ist in aller Regel Schluss.

Drittens hätte es auch wenig Sinn, die Ausschankzeiten zu verlängern, da Schwedens Clubs um 2 Uhr morgens ihre Türen schließen - per Gesetz.

Das allerschlimmste aber ist, dass die Diskotheken, Bars und Clubs eigentlich super sind und mit derart abwechslungsreichen Konzepten an den Start gehen, dass man sich umso mehr ärgert, wenn die Party so früh zu Ende ist.

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