16 Länder, 16 Ladenöffnungszeiten.

15. August 2008, admin

Es hat ja etwas für sich, dass Deutschlands Bundesländern seit einiger Zeit mehr politische Kompetenzen zugestanden werden. So können die jeweiligen Regierungen näher am Bürgerwillen agieren und sich flexibel auf regionale Bedürfnisse einstellen. Nun mag man meinen, diese könnten ja so unterschiedlich nicht sein, schließlich bleibt Deutschland noch immer Deutschland, und trotz unterschiedlicher Mentalitäten sind wir doch alle gar nicht so anders. Oder?

Zumindest beim Einkaufen scheinen die Geschmäcker dann aber doch ganz schön aus einander zu gehen, denn nachdem letztes und vorletztes Jahr fast alle Länder ihre Ladenöffnungszeiten neu reguliert haben, schließen die Geschäfte von Nord nach Süd und von Ost nach West zu komplett unterschiedlicher Stunde ihre Pforten.

Bayern: Wie sollte es anders sein - hier gilt das konservativste Gesetz Deutschlands. Mo-Sa bis 20 Uhr. An Sonntagen bleibt (fast) immer geschlossen. Doch es gibt bereits Initiativen, mit diesem Missstand endlich aufzuräumen.

Baden-Württemberg: Mo - Sa darf rund um die Uhr geöffnet werden. An Sonntagen wird grundsätzlich nicht verkauft.

Berlin: Mo - Sa gibt es keine Regulierungen von staatlicher Seite. 10 Mal pro Jahr darf auch an Sonntagen geöffnet werden (bis 20 Uhr).

Brandenburg: Mo - Sa kann man rund um die Uhr shoppen. An den 6 verkaufsoffenen Sonntagen im Jahr darf ebenfalls 24 Stunden lang geöffnet werden.

Bremen: Auch hier kann von Mo - Sa grenzenlos eingekauft werden. Sonntags bleibt geschlossen.

Hamburg: Die Hansestadt hat auch schon in der Vergangenheit mit sehr liberalen Ladenöffnungszeiten geglänzt. Unter der Woche darf nun unbegrenzt geöffnet bleiben, in St. Pauli (Reeperbahn und Umgebung) können Händler eine Ausweitung auf den Sonntag beantragen. Ein Highlight in Hamburg ist, dass Friseure sonntags grundsätzlich arbeiten dürfen.

Hessen: Auch hier unterliegen Kunden und Händler von Mo - Sa keinerlei Einschränkungen. Sonntage können bei “besonderem Bedarf” (Festtage, Touristische Events) auf Antrag freigegeben werden.

Mecklenburg-Vorpommern: Mo - Fr darf rund um die Uhr geöffnet werden, Sa bis 22 Uhr. Sonntags prinzipiell geschlossen.

Niedersachsen: Mo - Sa gibt es keine Öffnungszeitenbeschränkung. Sonntags bleiben die Geschäfte zu.

Nordrhein-Westfalen: An Werktagen gibt es keinerlei Einschränkungen in Sachen Öffnungszeiten. Zudem sind jährlich 4 verkaufsoffene Sonntage erlaubt.

Rheinland-Pfalz: Das traditionsverhaftete Bundesland konnte sich nur zu einer Erweiterung der bestehenden Ladenöffnungszeiten durchringen. Mo - Sa bis 22 Uhr. Sonntag zu.

Saarland: Wie in Bayern müssen alle Läden an Werktagen um 20 Uhr schließen, nur 1 Mal im Jahr um 24 Uhr. Am Sonntag darf generell nicht eingekauft werden. Ausnahme: Kur- und Wallfahrtsorte.

Sachsen: Mo - Sa darf bis 22 Uhr Stunden eingekauft werden, zusätzlich 4 Mal im Jahr auch am Sonntag von 12 - 18 Uhr.

Sachsen-Anhalt: Mo - Fr rund um die Uhr, Sa bis 20 Uhr. Vier verkaufsoffene Sonntag mit jeweils 5 Stunden.

Schleswig-Holstein: Mo - Sa gibt es keine Beschränkungen. Viele Ausnahmen für Sonntage sorgen auch hier für liberales Einkaufsvergnügen.

Thüringen: Rund um die Uhr einkaufen geht von Mo - Sa. Ausnahmsweise sind auch die Sonntage freigegeben.

 

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