“Kalimera” in Astoria

22. September 2008, admin

Griechen in New YorkIn New York hat fast jede Einwanderergruppe ihr eigenes Viertel. Dies heißt zwar weder, dass alle Chinesen in Chinatown leben, noch dass es in Little Italy keine Puertoricaner gäbe, doch die jeweilige “Szene” ist meist in festen Bezirken lokalisiert. Dies ändert sich auch nicht, wenn man den Manhattaner Mikrokosmos verlässt. Brooklyn beispielsweise ist aufgeteilt unter Afroamerikanern, orthodoxen Juden und Latinos, ebenso wie man in der Bronx neben der schwarzen Mehrheit auch ganze Straßenzüge vorfindet, die von Italienern bevölkert werden.

Zu jenen Gegenden, die vom touristischen Andrang bisher weitestgehend verschont geblieben sind, obwohl die Einwanderungsgeschichte New Yorks sehr originell wiederspiegeln, gehört Astoria im Westen von Queens. Wie im ganzen “Borough” herrscht auch hier eine gutbürgerliche Atmosphäre; gepflegte Straßen und schnuckelige Backsteinhäuser prägen das Bild. Umso drolliger erscheinen all die griechischen Schriftzüge an den Geschäften und auf den Menü-Tafeln der Restaurants und Kneipen. Im Supermarkt gibt es Produkte aus dem Mittelmeerraum zu kaufen - und das nicht selten zu günstigeren Preisen als im Hellenenreich. Vor allem, wer sich nach Tagen voll von weichem Toast und fadem Schinken mal wieder nach einem knusprigen Brötchen oder pikanter Wurst sehnt, wird glücklich sein, sich hierher verirrt zu haben.

Natürlich hat Astoria keine herausragenden Sehenswürdigkeiten zu bieten, da es sich eigentlich um ein klassisches New Yorker Wohnviertel handelt. Dennoch spürt man deutlich, dass das Lebensgefühl hier vom Takt des östlichen Mittelmeers geprägt ist: Neben den Griechen haben sich in den letzten Jahrzehnten auch andere balkanstämmige Einwanderer sowie Libanesen, Syrer und Ägypter niedergelassen.

Der weite Weg nordwärts bis über die Triborough Bridge lohnt sich übrigens vor allem, wenn man abends in einer der malerischen Restaurants essen möchte. Rund um den Astoria Boulevard und den Ditmars Boulevard befinden sich zahlreiche Fischlokale und Tavernen, die mediterrane Grillspezialitäten und europäische Weine anbieten. Die Preise sind zwar höher als in der Burger-Bude, aber irgendwann hat man ohnehin keine Lust mehr auf Fritten und Hackfleisch, und billiger als in Manhattan isst man hier allemal.

Shopping Guide New York

21. September 2008, admin

Wer zum Einkaufen nach New York kommt, und im Ernst gedacht hat, ein Wochenende sei hierfür genug, wird entweder mit leeren Taschen zurück nach Hause kommen oder vor lauter Shopping-Stress erst mal eine zusätzliche Woche Urlaub in Wellness- oder Designhotels benötigen, sonst droht ein echter Nervenzusammenbruch. Denn: New York ist - anders als die Fernsehberichte der letzten Monate es einem weiszumachen versuchen - KEIN Billig-Paradies, Dollarkurs hin oder her.

Will man wirklich ein paar Teile erstehen, die so günstig sind, dass man hinterher auch noch weiß, wieso man eigentlich um die halbe Welt geflogen ist, muss man eigentlich ins ländliche New Jersey rübermachen, wo sich die Outlet Center mit Dumping-Preisen gegenseitig unterbieten. Vom hochgelobten New Yorker Shopping-Flair ist dort jedoch nicht mehr viel zu spüren.

Gesegnet ist deshalb, wer den Urban Freak Blog gelesen hat, denn ich habe für Euch die günstigsten Adressen für Hipster und Label-Lovers ausgegraben.

1. Century 21: Im Herzen von Downtown, direkt am Ground Zero gelegen, bietet das Kaufhaus Designermode zu günstigsten Konditionen. Klassische Herrenmode, Damenschuhe und Handtaschen sind die favorisierten Objekte von Einheimischen wie Touristen, die hier über die Wühltische herfallen - wer die nötige Geduld mitbringt (das Angebot ist wirklich riesig), wird bestimmt fündig.

2. Filene’s Basement: Am Union Square finden geizgeile Modefreaks alles, was das Herz begehrt. Eine Alexander-McQueen-Lederjacke für unter 500 Dollar? Kein Problem! Eine Calvin-Klein-Robe für schlappe 150 Mäuse? Greif zu! Klar, die Preise bewegen sich größtenteils noch immer im dreistelligen Bereich - dennoch zahlt man in diesem dreistöckigen Einkaufsparadies meist nur einen Bruchteil dessen, was die Teile ursprünglich gekostet haben. Wird eine Klamotte nicht binnen einer Woche verkauft, reduziert man es alle paar Tage weiter. So lange, bis es weg ist.

3. DSW: Der Schuhmarkt befindet sich im selben Gebäude wie Filene’s Basement und führt ausschließlich Fußbekleidung. Vom Sneaker für den Herren bis zum High-Heel fürs weibliche Geschlecht wird ein recht ausgewogener Querschnitt durch die Linien der verschiedenen Designer geboten.

4. Loehman’s: Die Adresse 101 7th Avenue sollten sich vor allem die jüngeren Shopping-Jünger merken. Das Geschäft ist geradezu vollgestopft mit Guess, DKNY und anderen In-Labels. Allein, um all die T-Shirts durchzugehen, benötigt man mindestens zwei Stunden.

Natürlich wird ein Einkaufstrip nach NYC nur dann zum perfekten Erlebnis, wenn man mindestens auch ein exklusives Teil mit nach Hause nimmt. Hier sind die Boutiquen in SoHo die richtige Adresse, auch wenn man für das selbe Geld meist mehrere Teile aus einem der oben genannten Läden bekommen hätte.

Big Green Apple

20. September 2008, admin

Wie schon mehrmals in diesem Blog erwähnt, sind die New Yorker umweltbewusster als man denken mag. Mülltrennung und Energie sparen sind hier keine Fremdworte, dennoch gibt es nach Meinung der Stadtverwaltung noch einigen Nachholbedarf, vor allem in Sachen CO2-Reduktion.

“Reduce your carbon footprint” lautet die Devise, und deshalb hat Bürgermeister Michael Bloomberg die Kampagne GreeNYC ins Leben gerufen. Sie soll die Bürger über Plakate, Zeitungsannoncen und Werbevideos dazu bringen, ihren Alltag klimabewusst zu gestalten, das heißt zum Beispiel, nicht mehr Strom zu verbrauchen als nötig und keinen überflüssigen Abfall zu produzieren.

Doch die New Yorker sind nun mal ein verwöhntes Völkchen und besonders anspruchsvoll, wenn es um die professionelle Gestaltung von Werbebotschaften geht. Weil man in dieser Stadt rund um die Uhr von Leuchtreklamen angeblinkt wird, gewöhnt man sich daran, permanent mit Scheuklappen durch die Straßen zu laufen - Aufmerksamkeit bekommt nur, was wirklich auffällt.

Deshalb wurde GreeNYC nicht nur mit einem eingängigen Namen, sondern auch mit einem pfiffigen Logo versehen, einem stilisierten Apfel, angelehnt an den Spitznamen der Stadt.

Und nun ratet mal, wem genau dieses Emblem ein Dorn im Auge ist? Die Antwort lautet: Apple Computers. In seiner Begründung wirft der Technologiekonzern der Umweltinitiative vor, dass die Ähnlichkeit der jeweiligen Konterfeis die Verbraucher dahingegen verwirren könnten, dass sie versehentlich (!) ein GreeNYC-Merchandise- anstatt eines Apple-Produkts kaufen würden.

Zugegeben: Die Logos sind sich wirklich auffällig ähnlich. Aber: Sie sehen keinesfalls gleich aus, und die Produkte sind so unterschiedlich, dass eine Verwechslung ausgeschlossen ist. Außerdem: Ein Apfel ist nun mal ein Apfel. Würde man diesen patentieren, dann dürften in Zukunft wohl auch Kleinkinder Probleme bekommen, wenn sie in der Malstunde einen fantasievollen Obstbaum aufs Papier kritzelten.

Aus genau diesem Grund sieht GreeNYC die Sache eher gelassen und hat wiederum Apple dafür kritisiert, etwas so Allgemeines wie einen Apfel als Trademark zu verwenden und sich dann zu wundern, wenn man mit solchen Repliken konfrontiert wird. Offensichtlich will die Stadt den Konflikt erst mal aussitzen. So sind sie, die New Yorker: Bissig, dickköpfig … und unheimlich sympathisch.

Damit Ihr Euch ein Bild von der Lächerlichkeit des Logo-Streits machen könnt, gibt’s hier das GreeNYC-Video …

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Freaky Art Vol. II: MoMA

19. September 2008, admin

Herrenmode aus den 70ernSeit fast 80 Jahren ist das MoMA die bedeutendste Institution für moderne Kunst weltweit. Nach einer längeren Umbauzeit, während der die wichtigsten Exponate des Museums in Berlin ausgestellt worden sind, erstrahlt es seit 2004 in neuem Glanz - auf doppelter Fläche, wohlgemerkt.

Bei der Vielseitigkeit, die das Museum of Modern Art zu bieten hat, rechtfertigt sich auch der Eintrittspreis von 20 Dollar (ermäßigt: 12 Dollar, z.B. mit deutschem Studentenausweis). Architektur, Malerei, Bildhauerei, Installation, Fotografie - alle Disziplinen der zeitgenössischen Kunst werden im MoMA umfassend abgebildet, erschaffen von großen Meistern ebenso wie von jungen Wilden.

Dank der Glasfassade des Gebäudes wirken die Werke ganz und gar nicht steril, sondern erscheinen stets im Lichte der pulsierenden Großstadt. Das Allerbeste: Abgesehen von ein paar Sonderausstellungen darf man fast überall im Museum fotografieren - mit einer guten Kamera kann man so seine Lieblingswerke für den heimischen Bilderrahmen festhalten! Mein persönliches Favorite war eine Collage aus Modefotografien eines deutschen Versandhaus-Katalogs anno 1976 … (siehe Foto)

Mittlerweile hat das MoMA übrigens auch eine Außenstelle in Queens, wo vor allem Experimental-Architektur unter freiem Himmel ausgestellt wird. Das Museumsticket ist jeweils für beide Locations gültig.

Freak-Tip: Wer sich den teuren Eintritt sparen möchte, kommt zum “Free Friday” ab 16 Uhr ins MoMA. Dann darf man sich allerdings auch nicht über Wartezeiten bis zu 2 Stunden wundern, denn die Schlange zieht sich an diesem Tag bis weit auf die Straße hinaus.

Chinatown - eine Stadt in der Stadt?

18. September 2008, admin

Typisches StraßenpanoramaNur wenige Hundert Meter vom Manhattaner Rathaus verändert sich New York plötzlich ganz schlagartig. Die Straßennamen prangen nun in zwei Sprachen von den Schildern. Mit Drachen verzierte Vordächer erinnern an Mandarin-Architektur. Und aus allen Ecken strömt ein strenger Geruch nach Fisch und scharfen Gewürzen. Eindeutig: Wir sind in Chinatown.

“Man hat New York nicht gesehen, wenn man nicht in Chinatown gewesen ist”, heißt es in vielen Reiseführern. Aber ganz ehrlich: Mit New York hat das hier nicht sonderlich viel zu tun. Trotzdem sollte man wenigstens einmal an diesen Ort kommen, dessen Atmosphäre so einzigartig ist. Hätte nicht jeder Laden die typischen NY-Souvenirs im Angebot, würde man wohl wirklich vergessen, dass man sich in Amerika befindet. Recht viel mehr gibt es allerdings auch nicht zu kaufen. Zumindest nicht auf den ersten Blick. Alle paar Sekunden wird man von zwielichtig aussehenden Typen angeflüstert, die einem günstige Prada-, Gucci- und Dolce&Gabbana-Taschen andrehen wollen. Weil es viel zu gefährlich wäre, die heiße Ware in einem Laden feilzubieten, muss man als Käufer also all seinen Mut zusammennehmen, und mit den Schwarzhändlern mitgehen um so ein “echtes” Designerstück erstehen. Meist wird man in irgendeinen Keller oder Lagerraum geführt, wo sich die begehrten Teile dann regelrecht stapeln.

Ansonsten ist Chinatown bekannt dafür, dass man man an jeder Ecke günstig seine Kleidung reinigen lassen oder einen Maniküre-Termin zum Spottpreis vereinbaren kann. Dies ist sogar für Urlauber mit schlechten Englischkenntnissen machbar, denn weil die meisten Einwohner dieser “Stadt in der Stadt” des Angelsächsischen ebenso wenig mächtig sind, gehört die Hand-und-Fuß-Verständigung in Chinatown fast schon zum guten Ton.

Das ist wohl auch der Grund, warum hier sogar McDonalds, Häagen Dazs und Starbucks auf Chinesisch um Kunden buhlen (siehe Foto) …

Die hässliche Seite von New York

17. September 2008, admin

Subway Station Chamber StreetKlar, New York ist eine Großstadt und, verglichen mit ihren Ausmaßen, tatsächlich relativ sauber und gepflegt. Allerdings erkennt man schnell die ungeschriebene ästhetische Regel dieser Metropole: “Oben hui, unten pfui.”

Mit “oben” ist all das gemeint, was sich überhalb der Erdoberfläche befindet. Unter “unten” sind die U-Bahnhöfe zu verstehen, und diese sind wirklich zum größten Teil UNTER ALLER SAU! Wer jetzt denkt, ich spreche von ein paar vereinzelten Stationen weit draußen im Ghetto, lasse sich eines besseren belehren: Es ist von Manhattan die Rede. Bei dem hier präsentierten Foto handelt es sich beispielsweise um die Chambers Street Station, also der Bahnhof direkt unter dem Rathaus von Manhattan, im Herzen von Downtown.

Was dieses Bild nicht transportiert, ist der Geruch und die Temperatur innerhalb des Bahnhofs. 50 Grad Celsius sind keine Seltenheit, von der Luftfeuchtigkeit ganz zu schweigen, und wenn man kurz nach einem Regenschauer sieht, wie sich ein kleiner Fluss durchs Gleisbett schlängelt, dann wird einem auch schnell klar, dass man wohl nur durch eine dünne Wand von der Kanalisation getrennt ist, die sich ungefähr auf der gleichen Ebene wie der ÖPNV befinden dürfte. Wodurch sich wiederum erklären lässt, warum sich gar so viele Ratten und Mäuse in die Zughaltestellen verirren.

Der Fairness halber muss man jedoch sagen, dass die U-Bahnen selbst sehr sauber und gut klimatisiert sind, und dass es kein Ekel ist, der einen so schockiert (denn Müll liegt auch im Bahnhof keiner herum), sondern eher die Verblüffung über den krassen Kontrast zur Oberfläche. 

Trotzdem: Weltstadt-Niveau sieht anders aus!

Freaky Art im Guggenheim

16. September 2008, admin

Museum für moderne KunstDer Name Guggenheim steht wie kein anderer für die Kommerzialisierung des Museums-Business, ohne dass damit ein Qualitätsverlust einher ginge. Und auch, wenn der spanische Ableger genauso bekannt ist, und bald auch Dubai über ein Guggenheim verfügen wird - das New Yorker Haus ist und bleibt ein echtes Original.

Allein die Architektur des Museums, direkt am Central Park gelegen, ist überwältigend. So, wie die stilisierte Spirale in leuchtendem Weiß aus den umliegenden Hochhaus-Residenzen heraussticht, ist das modernistische Gebäude selbst bereits ein echtes Meisterwerk der Baukunst, besonders wenn man bedenkt, dass der Grundstein in den 50er Jahren gelegt worden ist. 

Doch je runder das Haus selbst, desto mehr Ecken und Kanten hat seine Sammlung. Damit ist zum Beispiel die kubistische Malerei von Pablo Picasso gemeint - einige seiner bekanntesten Gemälde befinden sich hier - aber auch die Oeuvres anderer exzentrischer Künstler, die in den wechselnden Ausstellungen im Guggenheim zu sehen sind.

Der September steht im Zeichen der französischen Bildhauerin Louise Bourgeois.

 

Pimp my Turnschuh

15. September 2008, admin

Nike Flagship StoreZu den beliebtesten Mitbringseln aus New York gehören - neben Plastik-Freiheitsstatuen und I-LOVE-NY-Shirts - natürlich Sneakers. Nirgendwo sind Sportschuhe günstiger als in den USA, und nirgendwo sind sie in einer derartigen Fülle zu haben wie im Big Apple.

Hier, wo sich die Flagship-Stores von Adidas, Nike und Reebok gegenseitig Konkurrenz machen, muss man sich schon einiges einfallen lassen, um Kunden anzulocken. Schuhe von der Stange sind den anspruchsvollen Sneaker-Freaks schon lange nicht mehr genug, deshalb setzen die großen Marken längst auf personalisierte Einzelstücke.

Wer sich zum Beispiel für “NIKEid” entscheidet, kann den Schuh seiner Wahl ganz nach seinen Vorstellungen umgestalten lassen. Farben, Logos und sogar der eigene Name stehen zur Auswahl, will man seinen Füßen einen Touch von Individualität verleihen. Da wird einem plötzlich klar, wieso man in New York so viele Menschen trifft, die Schuhe tragen, die man noch nie gesehen hat …

 

Rooftop Party - so feiert Manhattan

14. September 2008, admin

Wer in NYC feiern möchte, hat die Qual der Wahl: Die Fülle an Bars, Clubs und Diskotheken ist schier unendlich und es ist garantiert für jeden Geschmack etwas dabei. Besonders beliebt sind die stylishen Clubs im Meatpacking District oder in SoHo - wer es undergroundiger mag, den zieht es eher hinüber nach Brooklyn, ins In-Viertel Williamsburgh. Als Tourist aus Deutschland wird man jedoch - so schick viele Ausgehmöglichkeiten auch sein mögen - tendenziell eher enttäuscht sein, denn um Punkt 4 Uhr ist meistens Schluss mit Lustig. Gesetzliche Reglementierungen halten viele Gastronomen schlicht und einfach davon ab, länger zu öffnen. Von wegen “höher, schneller, weiter”.

Dem New Yorker bleiben demnach nur zwei Möglichkeiten: In New Jersey feiern zu gehen, wo die Rechtslage um einiges liberaler ist, und Diskotheken normalerweise so lange geöffnet sind, wie die Gäste Spaß zu haben scheinen. Oder zu Hause eine Party zu veranstalten, allerdings nicht in der Wohnung, sondern darüber. Fast jedes der klassischen Mietshäuser in Manhattan hat “rooftop access” - klassisch in dem Sinne, als dass es vor der Wolkenkratzer-Ära errichtet wurde - und ihre Bewohner entfliehen der Enge in den eigenen vier Wänden allzu gerne, indem sie ihre Parties einfach nach oben verlegen. 

Nicht nur, dass man hier so lange feiern kann, wie man möchte. Nicht nur, dass es wesentlich günstiger ist. Nicht nur, dass die Atmosphäre viel privater ist als in einem anonymen Tanzpalast. Nein, es ist die unfassbare Aussicht auf die glitzernden Türme Manhattans und die aus dem Häusermeer emporragende Spitze des Empire State Buildings, die eine Rooftop Party zum einzigartigen Erlebnis macht.

Nur, wer so etwas einmal erlebt hat, weiß, was es bedeutet, ein echter New Yorker zu sein ;-)

Von großen und kleinen New Yorkern

13. September 2008, admin

Washington Square ParkLangbeinige Laufstegschönheiten und emsige Geschäftsmänner treffen auf hartnäckige Straßenhändler und Mitleid erregende Obdachlose - New York ist seit eh und je eine Stadt gewesen, in der sich Menschen jeder Herkunft und Beruf(ung) tagtäglich über den Weg laufen, ohne wirklich Kenntnis von einander zu nehmen.

Als Tourist geht man freilich mit offeneren Augen durch die Straßen Manhattans. Geradezu überwältigend ist die kulturelle Vielfalt, die diesen Ort ausmacht, ganz zu schweigen von der unfassbaren Fülle an individuellen Lifestyles, die hier vertreten sind, obwohl sie verschiedener gar nicht sein könnten. Und es sind bei Weitem nicht nur die Menschen, die New York sein buntes Flair verleihen, denn - man mag es kaum glauben - auch die Tierwelt der Metropole ist überraschend bunt.

Da wären natürlich zuerst einmal jene Vierbeiner, die wir gar nicht gern sehen: Ratten. Von ihnen gibt es in New York City schätzungsweise 20 Millionen - kein Wunder bei einer Stadt, die so offensichtlich unter einem akuten Abfallbeseitigungs-Problem leidet. Nicht selten sieht man, wie sich die Müllsäcke in den Straßenschluchten stapeln, als stünden sie im Wettbewerb mit den Wolkenkratzern. Bei so viel müffelnden Essensresten fühlen sich hungrige Nager eben besonders wohl … 

… so wie die Eichhörnchen. Auch sie haben ihren festen Platz im New Yorker Mikrokosmos, sind aber - Gott sei Dank - ungleich putziger als die stinkenden Ratten aus dem Untergrund. Vor allem, weil sie überhaupt nicht menschenscheu sind, im Gegenteil: Im Washington Square Park zum Beispiel werfen sich die “Squirrels” geradezu in Pose, wenn man ihnen eine Nuss hinhält.

Schön, dass die Natur sogar an einem der urbansten Orte der Welt nicht zu totzukriegen ist!

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