Städtereise nach München

9. Januar 2012, admin

Die Bayerische Landeshauptstadt München zählt zu den schönsten Städten unseres Landes neben Hamburg oder Berlin. Dies kommt natürlich nicht von ungefähr, denn sie hat äußerst viel zu bieten und ist beispielsweise durch seine Biergärten oder das dort stattfindende Oktoberfest weltbekannt. Daher eignet sich die Hauptstadt des Freistaat Bayerns beispielsweise auch hervorragend für eine Städtereise über das Wochenende. Lies den Rest »

Stadtführung mal anders

1. Februar 2009, admin

ReisegruppeStädtereisen sind doch etwas Schönes: Man kann kurzzeitig in eine andere Kultur eintauchen, sich entspannen, seinen Horizont erweitern. Weil man meist nur ein paar Tage bleibt, sollte so ein Trip allerdings gut geplant sein, damit einerseits kein Stress beim Sightseeing aufkommt und andererseits keine Gefahr besteht, dass man, zurück zu Hause, feststellt, dass man die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Events glatt verpasst hat.

Der Haken an der Sache: Eine gewöhnliche Stadtführung, bei der einem die wichtigsten Kirchen, Museen und Schlösser nahe gebracht werden, ist für viele schlicht und einfach zu langweilig, und in Zeiten von Online-Reiseführern und Reise-Blogs auch einfach überflüssig. Der mündige Urlauber gestaltet sich seine Route am liebsten selbst am Laptop oder Handheld-PC.

Was also muss eine Stadtführung bieten, um im Informationszeitalter attraktiv zu bleiben? Die Antwort ist klar: ENTERTAINMENT. Jetzt schreit sicher der eine oder andere laut auf, Kultur dürfe doch nicht kommerzialisiert werden, und schon gar nicht aus dem niederen Beweggrund, dass der Pöbel sich sonst nicht für Kunst und Architektur interessieren würde. Denjenigen, die so denken, muss man jedoch sagen dürfen, dass Unterhaltsamkeit nicht immer Minderwertigkeit bedeutet … was folgende Stadtführungen beweisen.

Rundgang mit dem Nachtwächter

Der Beruf des Nachtwächters war einst von zahlreichen Mythen umrankt, zumal der Mann, der abends die Laternen entzündete und sie morgens wieder losch, in prä-elektrischen Zeiten der einzige war, der sich in der Dunkelheit frei bewegen durfte. Nachtwächter-Führungen werden mittlerweile in zahlreichen Städten angeboten - hier erfährt man Spannendes über einen ausgestorbenen Berufsstand und lernt sein Urlaubsziel aus einer völlig neuen Perspektive kennen.

Geschichtsbezogene Führungen

“Kaiserliches Berlin”, “Hitlers München” oder “Weimar zu Goethes Zeiten”  - solche Namen tragen jene Stadttouren, die sich auf einen bestimmten historischen Aspekt der jeweiligen Stadt beziehen. Hier erfährt man genau jene Dinge über sein Reiseziel, die einen besonders interessieren. Allgemeine touristisch relevante Fakten werden dennoch vermittelt, wenn auch nur am Rande.

City Bike Tour

Gerade im Sommer bietet es sich an, eine Stadt auf dem Fahrrad zu entdecken. Weil man “open air” unterwegs ist, bekommt man einen viel besseren Einblick in den Alltag einer Stadt, ohne sich bei heißen Temperaturen Fuß Kilometer um Kilometer zu Fuß vorwärts zu quälen. Wo es schön ist, verweilt man kurz und lauscht dem Guide, und wenn es einem irgendwo nicht gefällt, tritt man einfach etwas fester in die Pedale …

Klassisch: Weihnachtskonzerte

12. Dezember 2008, admin

Geigenkopf und NotenblattZugegeben: Ein Besuch bei den Philharmonikern ist nichts zwinged urbanes und nicht mal annähernd freaky. Aber es ist Weihnachten und da schalten sogar die wildesten Stadtmenschen einen Gang runter und stimmen sich auf besinnliche Tage ein. Deshalb darf man - auch wenn man sonst zu dröhnenden Electro-Beats im Club abtanzt - während der Feiertage ruhig auch mal so etwas Außergewöhnliches wie einen Konzertbesuch wagen. Und wenn man sich eh schon dazu durchgerungen hat, diesen bewegenden Schritt in Richtung Spießer-Dasein zu tun, dann kann man auch gleich seine Freunde und Familie mit ins Verderben reißen. Karten für ein Weihnachtskonzert sind tatsächlich keine schlechte Idee, wenn man sich noch nicht für ein Präsent entschieden hat.

Deshalb an dieser Stelle einige Konzert-Events zu Weihnachten in den wichtigsten deutschen Städten …

Berlin

25.12.-28.12. “Weihnachtskonzert in Charlottenburg” - Schloss Charlottenburg,  20:30, Karten: 43-82 EUR

Dresden

25.12. “Historia von der Geburt Jesu Christi” - Residenzkapelle, 17:00, Karten: 12 - 16 EUR

Hamburg

25.12. “Weihnachtskonzert” mit den Hamburger Symphonikern - Laeiszhalle, 19:30, Karten: 9 - 44 EUR

Hannover

26.12. “Hänsel & Gretel” nach Humperdinck - Staatsoper, 16:00, Karten: 20 - 62 EUR

Köln

25.12. “Gabor Boldoczki / Kammerakademie Potsdam” - Philharmonie, 20:00, Karten: 10 - 21 EUR

Leipzig

25.-26.12. “Weihnachtskonzert”, Mendelssohn-Saal (Gewandhaus), 20:00, Karten: 15 - 35 EUR

München

26.12. “Der Messias” nach Händel - Allerheiligen-Hofkirche (Residenz), 17:00, Karten: 33 - 53 EUR

Stuttgart

26.12. “Weihnachtskonzert” - Mozartsaal (Liederhalle), 18:00, Karten: 23 - 40 EUR

[Süßer die Glocken nie klingen.]

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Islam-Unterricht in Münchner Grundschulen

29. November 2008, admin

Islam wird nun auch in Münchner Grundschulen gelehrtReligionsunterricht gehört in Bayern zu den Pflichtfächern in allen Schulformen. Doch gerade in den Großstädten München und Nürnberg existieren Schulen, die aufgrund ihrer Lage in mehrheitlich von Einwanderern bewohnten Vierteln viele Kinder weder katholisch noch evangelisch sind, sondern dem Islam angehören. Die Jahrzehnte, in denen man sich dieser Entwicklung verschloss und hinnahm, dass die Schüler standardmäßig in den eigentlich als Ersatzfach gedachten Ethikunterricht gingen, sollten nun vorbei sein. Denn muslimischer Religionsunterricht war bis dahin nur extern, und in der Regel nur in türkischer Sprache angeboten worden.

Deshalb ist vor zwei Monaten in zwei Münchner Grundschulen ein Pilotprojekt gestartet, in dem Kinder aus muslimischen Familien nun auf Deutsch in ihrer Religion geschult werden. Anders als in Koranschulen geht es hier nicht um das Auswendig-Lernen einzelner Suren und eine Unterweisung durch einen Imam - stattdessen werden, wie in den christlichen Fächern auch, durch einen zugelassenen Lehrer wesentliche Grundlagen vermittelt, damit die Kinder sich spielerisch in ihrer Religion zurecht zu finden lernen.

Der positve Nebeneffekt ist sicherlich auch die Tatsache, dass Kinder wie Eltern, wenn sie sehen, dass ihre Kultur nach und nach ihren Platz im deutschen Bildungswesen findet, eher einen Anreiz finden, sich in ihrer neuen Heimat zu integrieren. 

Umweltzonen in Deutschland

28. November 2008, admin

Endlich saubere Luft in den Innenstädten - das ist das Ziel der neu eingeführten Umweltzonen in den wichtigsten Ballungsräumen der Republik. Doch die Einführung der so genannten Feinstaub-Plakette hat von Anfang an für Protest gesorgt. Einerseits beschweren sich die Halter von alten, nicht-historischen Benzinern, dass sie künftig nicht mehr in die Umweltzonen dürfen, obwohl ihre Wagen gar keinen Feinstaub ausstoßen (dieser kommt prinzipiell nur bei Diesel-Fahrzeugen aus dem Auspuff). Andererseits sind die Halter von Autos, die mit Dieselmotoren betrieben werden und mangels Rußpartikel-Filter nur eine gelbe oder rote Plakette bekommen, verärgert, weil auch neuere Kfz davon betroffen sind.

Ob man sich nun ein neues Auto zulegt, oder einfach nicht mehr mit dem alten in die Stadt fährt, muss jeder selbst entscheiden. Wichtig ist nur, dass man weiß, wo man besser genau aufs Schild kuckt.

Augsburg, Berlin, Bochum, Dortmund, Düsseldorf,  Essen, Frankfurt, Hannover, Ilsfeld, Köln, Leonberg, Ludwigsburg, Mannheim, Mühlacker, München, Pforzheim, Regensburg, Reutlingen, Schwäbisch-Gmünd, Stuttgart, Tübingen und ab 1.1.09 Nürnberg

 

Hofbräuhaus Las Vegas

3. November 2008, admin

Hofbräuhaus Las VegasEgal, was die Welt an Kuriositäten zu bieten hat - Las Vegas kopiert sie. Die Replik der New Yorker Freiheitsstatue befindet sich ebenso in der Zockermetropole wie der Canale Grande, somit ist es kein Wunder, dass die wohl berühmteste Bierhalle Deutschlands, das Hofbräuhaus, ebenfalls in Vegas vertreten ist.

Die Fassade des Bavarian Restaurant ist jener des Münchner Originals fast bis aufs Detail nachempfunden und auch im Inneren erinnert vieles an das Vorbild des “Hoefbrawhaws” wie es in Übersee ausgesprochen wird. Laut offizieller Bekanntgabe werden fast alle Produkte der Kultgaststätte - ebenso wie ein Großteil der EInrichtung - aus bayerischen Landen importiert, nichtsdestotrotz merkt man immer noch, dass man sich in Amerika befindet.

Da wären zum Einen die Ketchup- und Senf-Flaschen an jedem Tisch. Auch die Tatsache, dass Weißwürste hier gebraten serviert werden, zeigt einem unmissverständlich, dass dies nicht die Heimat sein kann. Wie man sich fühlt, wenn der Herr am Nebentisch schließlich die besagte Senf- und Ketchup-Flasche nacheinander auf der gebratenen Weißwurst entleert, brauche ich wohl nicht mehr weiter zu erläutern. Nur eines sei Euch gesagt: Geht in Nevada lieber zu Wendy’s, da weiß man wenigstens, was man hat.

Tollwut auf dem Tollwood

25. Oktober 2008, admin

München hat mal wieder Schaum vorm Mund - längst gehört das Tollwood-Festival zur bayerischen Landeshauptstadt wie die Frauenkirche und der Englische Garten. Die Erfolgsgeschichte des Ethno-Events begann im Jahr 1988 als Kitsch- und Krempel-Markt mit regionalem Entertainmentprogramm, allerdings entwickelte sich das Tollwood schnell zu einem echten Highlight, so dass das mittlerweile international bekannte Fest heute zwei Mal im Jahr abgehalten wird. Das Sommer Tollwood findet immer im Juli auf der Theresienwiese statt, dem Ort, wo auch das Oktoberfest zu Hause ist. Im Winter feiert man stattdessen im Olympiapark. Gemeinsam haben die Events, dass ein großer Teil des “Bazars”, wo man von Öko-Socken bis zum Wahrsager fast alles findet, in Zelten untergebracht ist (in der kalten Jahreszeit natürlich eher als im Sommer). Doch auch im Freien befinden sich zahlreiche Stände mit bunter Ware aus aller Welt und - für viele Tollwood Fans das wichtigste - Unmengen von Essen.

Ob arabisch oder chinesisch, fränkisch oder italienisch, hungern muss hier nun wirklich keiner. Im Winter bieten die Buden auf dem Tollwood natürlich auch Glühwein und sonstige gut in die Vorweihnachtszeit passende Getränke an, wobei der Feuerzangenbowle-Stand fast schon Kultstatus erreicht hat.

Dass das Tollwood ein Fest für Jung und Alt ist, beweist auch das Programm der Show-Zelte. In einzigartiger Kulisse werden Theaterstücke, Varietéaufführungen und Konzerte von internationalem Renommé aufgeführt, allerdings muss man bei manchen von ihnen schon ein halbes Jahr vorher anfragen um überhaupt noch eine Karte zu ergattern. Zu den Dauerbrennern im Theaterzelt zählen “Caveman” und “Cavewoman”, allerdings kommen auch Comedians, Artisten aller Couleur kommen sehr gut beim Publikum an.

Obwohl viele, die das Tollwood von Anfang an erlebt haben, bemängeln, dass es sich vom Ökofest in ein kommerzielles Event verwandelt hat, muss man der jeweils mehrwöchigen Veranstaltung doch zugestehen, dass es in seinen Grundfesten noch immer seiner eigentlichen Bestimmung treu geblieben ist: Seinen Besuchern die Welt zu zeigen, das Bewusstsein für die Unterschiedlichkeit der Kulturen zu schärfen und ein Gespür für den Schutz unserer Natur zu schaffen.

Das nächste Tollwood findet von 1. bis 23. Dezember statt. Die Showzelte sind allerdings sogar bis 31.12. geöffnet, dann endet das Festival mit einer großen Sylvester Party.

Bahnboykott

31. August 2008, admin

Die Bahn wird schon wieder teurer, zumindest war es so in den letzten Tagen den Medien zu entnehmen. Gestiegene Kosten, Modernisierungsmaßnahmen - blablabla - sind die angeblichen Gründe für die Preiserhöhung und die Entscheidung, künftig für Ticketkäufe am Schalter eine Extra-Gebühr zu verlangen.

Dabei gibt es doch mittlerweile genug andere Möglichkeiten von A nach B zu kommen. Ich, der schon seit Jahren keinen Fuß mehr in einen Zug der Bahn gesetzt hat - mal abgesehen vom öffentlichen Nahverkehr - möchte Euch daher ein paar Tipps geben, wie Ihr echte “Mobility” erleben könnt, ohne auf die Abzocke von Mehdorn & Co. hereinzufallen. Und ohne in Euer eigenes Auto zu steigen.

1. Flugzeug

Um zwischen Großstädten hin und her zu pendeln, hat sich der Luftweg in den letzten Jahren, trotz gestiegener Ticketpreise, als schnelle, günstige und komfortable Alternative zur Bahn erwiesen. Hat man genug Vorlauf und ist flexibel, was die genaue Abflugzeit betrifft, kommt man mit den Sonderangeboten von Lufthansa, Germanwings, AirBerlin und TuiFly meist für unter 100 EUR von der einen Metropole in die andere, und das bei Weitem nicht nur innerdeutsch. Wer Sorgen bezüglich des Klimaschutzes hat, lasse sich sagen, dass ein vollbesetzter Jet bestimmt nicht schlimmer für die CO2-Bilanz ist als ein leerer ICE, wie sie im Stundentakt durchs Land sausen.

2. Bus

Größere Strecken mit dem Bus hinter sich zu bringen, hat vor allem unter Deutschlands Einwanderern Tradition. Weil es schon vor Jahrzehnten die günstigste Variante war, nach Spanien, Portugal oder in Richtung Balkan zu kommen, haben sich viele Unternehmen wie die Deutsche Touring auf die Gastarbeiter-Klientel spezialisiert. Mittlerweile sind viele andere nachgezogen und man kommt z.B. mit dem BerlinLinienBus für unter 50 EUR oneway von München in die Bundeshauptstadt.

3. Mitfahrgelegenheit

Mein persönlicher Favorite, denn man ist fast immer schneller als die Bahn, oft sogar schneller als mit dem Flugzeug (zumindest innerdeutsch). Und mit den 25 Euro Fahrtkosten von Köln nach Hamburg kann auch das Dauer-Spezial der Bahn nicht mithalten. Großes Plus: Die Mitfahrgelegenheit sind über die entsprechenden Internetseiten in Hülle und Fülle verfügbar (oft auch kurzfristig) und obendrein lernt man dabei auch fast immer nette Leute kennen … 

Dönertier auf Erfolgskurs

9. August 2008, admin

Wer kennt es nicht, das “animus doeneri” - zu deutsch: Dönertier. Erfunden von den Vollblutt-Krassmännern Erkan und Stefan ist die Personifikation des Fleischspießes längst zum Kultobjekt geworden und hat endlich die quälende Frage beantwortet, wo das Kebab eigentlich herkommt. Ein kegelförmiges Tier mit zwei Augen und einer Nase, die an einen Ameisenbär erinnert, ist laut E&S der Grundstoff für den leckeren Fleischsnack. Seine einzigartige Form macht es prädestiniert dafür, auf einen Spieß gesteckt zu werden, und sich nach und nach mit einer Elektrosäge abschaben zu lassen. War ja eigentlich klar.

Aber jetzt mal ohne Witz: die Idee des Dönertiers als Aushängeschild für Deutschlands beliebtestes Fast-Food hat derart eingeschlagen, dass sich Marketing-Profi Sophie Sieber, Tochter einer traditionsreichen Münchner Metzgers- und Gastronomenfamilie, dem Konzept angenommen hat. Als Vorstandsvorsitzende der Dönertier AG plant sie das Erfolgsrezept des Flagship-Stores in der szenigen Sendlinger Straße mittels Franchise-Lizenzierung in ganz Deutschland zu verbreiten.

So wird der Döner endgültig aus der Schmuddelecke geholt und von Gammelfleisch kann bei Dönertier nun wirklich nicht die Rede sein. Standardisierte Arbeitsabläufe und strenge Hygienestandards sorgen für eine schnelle und saubere Zubereitung, außerdem geht das zukunftsweisende Kebabkonzept mit zeitgemäßen Rezepturen an den Start. Wo sonst bekommt man einen Businessdöner ohne Knoblauch und Zwiebeln oder eine Luxusversion mit Rucola?

Auch wenn Sieber und ihr Dönertier erst am Anfang einer großen Erfolgsgeschichte stehen - wo türkische Kulinaria auf deutschen Geschäftssinn stoßen, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen, oder?

Shopping unterm Gucci-Schleier

8. August 2008, admin

Alle Jahre wieder … tummelt sich Arabiens Upper-Class in Europa um dem unerträglichen heißen Klima in der Heimat zu entfliehen. München zählt definitiv zu den bevorzugten Zielen der reichen Saudis, Omanis und Dubaitis - ausgezeichnete Krankenhäuser, schicke Boutiquen und der vergleichsweise konservative Lifestyle der katholischen Metropole locken die Petro-Millionäre scharenweise in Bayerns Hauptstadt.

Nach London, Paris oder gar Amsterdam trauen sich viele Araber längst nicht mehr - zu gefährlich, zu verrucht, zu freizügig, um die eigenen Töchter dort allein auf die Straße zu schicken. Das selbe gilt für die amerikanischen Großstädte, wobei hier noch das Gefühl hinzukommt, als strenggläubiger Muslim nicht willkommen zu sein. Ganz anders in München: Ungeachtet der innenpolitischen Debatten, ob bayerische Lehrerinnen mit Kopftuch unterrichten sollen und wie hoch die Minarette einer deutschen Moschee sein dürfen, zeigen die Süddeutschen sich im Sommer von ihrer weltoffenen Seite. Getreu dem Motto “Mir san mir - und ihr seids ihr” scheinen die innerhalb Deutschlands als altmodisch und traditionsgestört verschrienen Bajuwaren in der arabischen Klientel ihr orientalisches Pendant gefunden zu haben: in jeder Hinsicht obenauf, aber völlig unterschätzt.

Da erscheinen die Sommer für Sommer wiederkehrenden Straßenszenen, in denen ganze Kolonnen von tiefverschleierten Frauen durch die Maximilianstraße schlendern, um Münchens Edel-Einkaufsmeile leerzukaufen, gar nicht mehr so bizarr, wie man auf den ersten Blick meinen möchte. Geld regiert die Welt, und so erklärt sich auch, dass das Kopftuch plötzlich nicht mehr das Zeug zum Zankapfel hat, sobald sich ein Gucci-, Fendi- oder Ferré-Emblem darauf befindet. In puncto Selbstbewusstsein können die Wüstenprinzessinen ohnehin locker mit den weitaus leichter bekleideten Europäerinnen mithalten, die sich - mangels entsprechender Körpermaße - allzu oft lächerlich machen, wenn sie bauchfrei durch Münchens Straßen schlendern.

Kein Wunder also, dass alle Blicke auf die verhüllten Damen gerichtet sind, deren verspiegelte Armani-Sonnebrillen in Kombination mit den züchtigen Outfits die Fantasie der Männer eher anregen, als sie abzutöten. Die junge Generation der Nahost-Touristinnen scheint sehr wohl zu wissen, welchen Effekt sie erzeugen, wenn sie sich den Schleier zurechtrücken, und dabei, sei es aus Versehen oder nicht, etwas von ihrem Antlitz preisgeben, um es dann fluchs wieder zu verbergen.

Die Münchner selbst genießen indes die Gewissheit, dass ihre Gastfreundschaft sich nicht nur finanziell auszahlt, sondern zur Völkerverständigung beiträgt. Schließlich freuen wir uns doch alle, wenn ein Deutschland-Besucher nach Hause zurückkehrt, und, möge seine Heimat noch so fremd sein, davon schwärmt, wie schön, sicher und freundlich “der Westen” ist.

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