BBQ in K-Town

29. September 2008, admin

Im Bereich 31ste bis 36ste Straße, zwischen der 5ten und 6ten Avenue liegt Koreatown, der Rückzugsort für alle Liebhaber des faszinierenden asiatischen Landes, seiner Kultur und … vor allem … seiner Küche.

In “K-Town”, wie die New Yorker das kleine Viertel gerne nennen, reiht sich ein Restaurant an das andere, und jedes von ihnen bietet das typisch koreanische Barbecue an: Bulgogi.

Das besondere an Bulgogi ist, dass man die rohen Fleischsorten bestellt - allesamt in hauchdünne Scheibchen geschnitten - und diese dann direkt am Tisch gegrillt werden. Schweinelende, Rinderhüfte, Speck, Tintenfisch, sie alle kommen auf die heiße Platte, wobei man sich immer an die Regel halten sollte, dass eine Sorte nach der andere verspeist wird. Die verschiedenen Fleischarten zu mischen, wäre höchst unkoreanisch!

Neben dem frischen Geschmack, ist die Art wie das Korean BBQ gegessen wird, besonders spannend. Nach dem Grillen nimmt man sich ein zwei Scheiben und legt sie in ein Blatt Romana-Salat, dazu kommt ein Stückchen Knoblauch und ein paar Sprossen. Dann legt man das Blatt zusammen und formt eine Kugel daraus, die fluchs im Mund verschwindet und eine echte Geschmacksexplosion auslöst.

Natürlich werden zum Bulgogi auch verschiedene Beilagen gereicht - aber Vorsicht, denn diese kommen keinesfalls ins Salatblatt, außer man möchte sich als doofen Touristen entlarven. Die Koreaner essen gerne Tofu, dieser befindet sich fast immer auf dem Tisch, in den verschiedensten Variationen und Schärfegraden. Auch Eierstich gehört zum Pflichtprogramm, und sollte nicht verschmäht werden, will man dem Koch nicht auf den Schlips treten.

A propos auf den Schlips treten. An Koreas Tischen herrschen strenge Sitten und Bräuche, und so kommt es, dass der koreanische Nationalschnaps, Soju, gemäß besonderem Ritual getrunken wird. Zum einen darf man sich nie sein eigenes Glas einschenken, sondern immer die der anderen, und einer der anderen schenkt einem dann das eigene ein. Zum anderen muss man darauf achten, die Älteren nicht vor den Kopf zu stoßen, indem man beim Einschenken nur eine Hand benutzt. Ist man selbst der Jüngere, muss man - egal, ob man das Glas oder die Flasche hält - immer beide Hände benutzen, der Ältere hingegen benutzt nur eine.

Ihr seht: Zum kulinarischen Genuss kommt der spannende Eindruck einer Kultur, mit der wir Europäer fast nie in Berührung kommen, obwohl sie so faszinierend ist wie nur wenige andere auf dieser Welt.

 

Geheimtipp: Pakistan Tea House

24. September 2008, admin

Dass man im Big Apple besonders lecker essen kann, braucht man niemandem zu erklären. Delikatessen aus aller Herren Länder haben die Stadt zu einem Hot-Spot für Gourmets gemacht - allerdings ist authentische Küche hier wie überall in den USA meist nur zu erschreckend hohen Preisen zu haben.

Gut, dass Ausnahmen die Regel bestätigen. Eine von ihnen ist das Pakistan Tea House im Promi-Viertel TriBeCa, 176 Church Street. Man muss tatsächlich genau hinschauen, denn der kleine Imbiss mit ein paar Plastikstühlen und bis zur Decke gefliesten Wänden sieht an sich nicht gerade einladend aus. Dennoch erkennt man an der langen Schlange: “Hier muss es was Gutes geben.”

Und das tut es. Sämtliche Gerichte (je nach Tag, 5-7 verschiedene Hauptgerichte), egal ob Lamm, Huhn oder Rind, sind auf original pakistanische Art geschmort und bringen einen Hauch von Orient ins coole New York. Dazu werden, ganz nach dem eigenen Geschmack, Linsen, Kichererbsen, Gemüse oder Kartoffeln gereicht.

Und weil das Essen nicht nur lecker, sondern auch noch besonders üppig ist, wundert es umso mehr, dass das teuerste Gericht im Pakistan Tea House tatsächlich nur $ 10.95 kostet.

Freaky Art Vol. II: MoMA

19. September 2008, admin

Herrenmode aus den 70ernSeit fast 80 Jahren ist das MoMA die bedeutendste Institution für moderne Kunst weltweit. Nach einer längeren Umbauzeit, während der die wichtigsten Exponate des Museums in Berlin ausgestellt worden sind, erstrahlt es seit 2004 in neuem Glanz - auf doppelter Fläche, wohlgemerkt.

Bei der Vielseitigkeit, die das Museum of Modern Art zu bieten hat, rechtfertigt sich auch der Eintrittspreis von 20 Dollar (ermäßigt: 12 Dollar, z.B. mit deutschem Studentenausweis). Architektur, Malerei, Bildhauerei, Installation, Fotografie - alle Disziplinen der zeitgenössischen Kunst werden im MoMA umfassend abgebildet, erschaffen von großen Meistern ebenso wie von jungen Wilden.

Dank der Glasfassade des Gebäudes wirken die Werke ganz und gar nicht steril, sondern erscheinen stets im Lichte der pulsierenden Großstadt. Das Allerbeste: Abgesehen von ein paar Sonderausstellungen darf man fast überall im Museum fotografieren - mit einer guten Kamera kann man so seine Lieblingswerke für den heimischen Bilderrahmen festhalten! Mein persönliches Favorite war eine Collage aus Modefotografien eines deutschen Versandhaus-Katalogs anno 1976 … (siehe Foto)

Mittlerweile hat das MoMA übrigens auch eine Außenstelle in Queens, wo vor allem Experimental-Architektur unter freiem Himmel ausgestellt wird. Das Museumsticket ist jeweils für beide Locations gültig.

Freak-Tip: Wer sich den teuren Eintritt sparen möchte, kommt zum “Free Friday” ab 16 Uhr ins MoMA. Dann darf man sich allerdings auch nicht über Wartezeiten bis zu 2 Stunden wundern, denn die Schlange zieht sich an diesem Tag bis weit auf die Straße hinaus.

Die hässliche Seite von New York

17. September 2008, admin

Subway Station Chamber StreetKlar, New York ist eine Großstadt und, verglichen mit ihren Ausmaßen, tatsächlich relativ sauber und gepflegt. Allerdings erkennt man schnell die ungeschriebene ästhetische Regel dieser Metropole: “Oben hui, unten pfui.”

Mit “oben” ist all das gemeint, was sich überhalb der Erdoberfläche befindet. Unter “unten” sind die U-Bahnhöfe zu verstehen, und diese sind wirklich zum größten Teil UNTER ALLER SAU! Wer jetzt denkt, ich spreche von ein paar vereinzelten Stationen weit draußen im Ghetto, lasse sich eines besseren belehren: Es ist von Manhattan die Rede. Bei dem hier präsentierten Foto handelt es sich beispielsweise um die Chambers Street Station, also der Bahnhof direkt unter dem Rathaus von Manhattan, im Herzen von Downtown.

Was dieses Bild nicht transportiert, ist der Geruch und die Temperatur innerhalb des Bahnhofs. 50 Grad Celsius sind keine Seltenheit, von der Luftfeuchtigkeit ganz zu schweigen, und wenn man kurz nach einem Regenschauer sieht, wie sich ein kleiner Fluss durchs Gleisbett schlängelt, dann wird einem auch schnell klar, dass man wohl nur durch eine dünne Wand von der Kanalisation getrennt ist, die sich ungefähr auf der gleichen Ebene wie der ÖPNV befinden dürfte. Wodurch sich wiederum erklären lässt, warum sich gar so viele Ratten und Mäuse in die Zughaltestellen verirren.

Der Fairness halber muss man jedoch sagen, dass die U-Bahnen selbst sehr sauber und gut klimatisiert sind, und dass es kein Ekel ist, der einen so schockiert (denn Müll liegt auch im Bahnhof keiner herum), sondern eher die Verblüffung über den krassen Kontrast zur Oberfläche. 

Trotzdem: Weltstadt-Niveau sieht anders aus!

Rooftop Party - so feiert Manhattan

14. September 2008, admin

Wer in NYC feiern möchte, hat die Qual der Wahl: Die Fülle an Bars, Clubs und Diskotheken ist schier unendlich und es ist garantiert für jeden Geschmack etwas dabei. Besonders beliebt sind die stylishen Clubs im Meatpacking District oder in SoHo - wer es undergroundiger mag, den zieht es eher hinüber nach Brooklyn, ins In-Viertel Williamsburgh. Als Tourist aus Deutschland wird man jedoch - so schick viele Ausgehmöglichkeiten auch sein mögen - tendenziell eher enttäuscht sein, denn um Punkt 4 Uhr ist meistens Schluss mit Lustig. Gesetzliche Reglementierungen halten viele Gastronomen schlicht und einfach davon ab, länger zu öffnen. Von wegen “höher, schneller, weiter”.

Dem New Yorker bleiben demnach nur zwei Möglichkeiten: In New Jersey feiern zu gehen, wo die Rechtslage um einiges liberaler ist, und Diskotheken normalerweise so lange geöffnet sind, wie die Gäste Spaß zu haben scheinen. Oder zu Hause eine Party zu veranstalten, allerdings nicht in der Wohnung, sondern darüber. Fast jedes der klassischen Mietshäuser in Manhattan hat “rooftop access” - klassisch in dem Sinne, als dass es vor der Wolkenkratzer-Ära errichtet wurde - und ihre Bewohner entfliehen der Enge in den eigenen vier Wänden allzu gerne, indem sie ihre Parties einfach nach oben verlegen. 

Nicht nur, dass man hier so lange feiern kann, wie man möchte. Nicht nur, dass es wesentlich günstiger ist. Nicht nur, dass die Atmosphäre viel privater ist als in einem anonymen Tanzpalast. Nein, es ist die unfassbare Aussicht auf die glitzernden Türme Manhattans und die aus dem Häusermeer emporragende Spitze des Empire State Buildings, die eine Rooftop Party zum einzigartigen Erlebnis macht.

Nur, wer so etwas einmal erlebt hat, weiß, was es bedeutet, ein echter New Yorker zu sein ;-)

Zu Fuß über die Brooklyn Bridge

11. September 2008, admin

Aussicht auf ManhattanEs gibt einige Dinge, die muss man einfach tun, wenn man in New York ist. Aufs Empire State Building fahren, die Fifth Avenue entlang laufen, im Central Park picknicken … und bei Sonnenuntergang zu Fuß über die Brooklyn Bridge spazieren.

Vor kurzem 125 Jahre alt geworden, ist die Brücke über den East River längst eine New Yorker Institution und gilt seit jeher als eine der wichtigsten architektonischen Sehenswürdigkeiten des Big Apple. Damals eine technische Innovation, ist sie heute zwar nur eine von vielen Verbindungen zwischen Manhattan und den umliegenden Stadtteilen, doch ihr Mythos lebt weiter. Wer ein Gefühl für die beeindruckende Konstruktion bekommen und gleichzeitig einen der schönsten Ausblicke auf New York genießen möchte, sollte sich ihre Überquerung nicht entgehen lassen.

Um das Lichterspektakel bei Sonnenuntergang ungetrübt erleben zu können, muss man logischerweise von Brooklyn nach Manhattan laufen - sonst muss man sich entweder ständig umdrehen oder rückwärts gehen. Einfach mit der Subway (Linie F) bis zur York Street und dann noch ca. 10 Minuten bis zum Fußgänger-Aufgang zur Brücke. Das Beste ist, dass man als Fußgänger einige Meter über der Fahrbahn läuft, somit bekommt man vom teilweise recht starken Verkehr kaum etwas mit.

Verblüffet hat mich, dass tatsächlich viele Brooklyner die Brücke nutzen, um zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Arbeit nach Manhattan überzusetzen. Der Pedestrian Walk ist also bei Weitem keine reine Touri-Angelegenheit, sondern entspricht absolut dem New Yorker Trend, ohne Auto von A nach B zu kommen. Und wieder wird einem klar, wie anders diese Stadt im Vergleich zum Rest des Landes ist.

 

Oh Du schöner Central Park …

8. September 2008, admin

Jacqueline Onassis ReservoirNew York kann zuweilen echt anstrengend werden. Straßenschluchten, Verkehrschaos, Menschenmassen und die permanente Werbe-Berieselung machen es einem nicht leicht, sich hier zu entspannen. Die meisten Oasen der Stille befinden sich innerhalb von Gebäuden – Spas oder Restaurants, zum Beispiel – doch der Aufenthalt dort ist in der Regel nicht umsonst und so zieht es die meisten Menschen, die sich im Big Apple aufhalten, immer wieder in die grüne Lunge der Stadt, den Central Park.

 

Ungeachtet seiner sicherlich imposanten Ausmaße ist der Central Park weder der größte Stadtpark der Welt noch der Amerikas. Aber er ist wunderschön und so vielseitig wie wenige urbane Grünanlagen. Betritt man ihn von Downtown kommend, zeigt er sich noch relativ unspektakulär, mit niedlichen Spazierwegen und ein paar Beeten und Bäumen. Doch je weiter man nordwärts läuft, desto mehr verstummen die Geräusche der umliegenden Avenues und das Natur-Feeling kehrt ein.

 

Ziemlich in der Mitte des Parks befindet sich mit dem Jacqueline Onassis Reservoir ein gewaltiger See, der einst als Speicher für die Wasserversorgung von New York gedient hat. Nachdem jedoch vor mehr als hundert Jahren die Cholera ausbrach – die starke Verschmutzung des Wassers hatte zur Keimbildung geführt – musste man jedoch auf einen Ort außerhalb der Innenstadt ausweichen. Von dieser langen Geschichte ist heute nichts mehr zu spüren, wenn man die Seepromenade entlang spaziert. Im Gegenteil: Hier, wo nicht einmal die Wolkenkratzer des Bankenviertels mehr zu sehen sind, kehrt endlich Ruhe ein, in dieser Stadt, die sonst keine Stille kennt.

 

 

 

 

 

 

Times Square – wo die Nacht zum Tage wird

6. September 2008, admin

Mehr New York geht nichtAuch in den USA hat man mittlerweile begriffen, dass Energie kein unendliches Gut ist, und so muss man es als Großstadt-begeisterter Tourist einfach hinnehmen, dass in den früher rund um die Uhr hell erleuchteten Wolkenkratzern von Manhattan um Mitternacht die Lichter ausgehen. Nur am Times Square, dem inoffiziellen Mittelpunkt dieser Metropole, blinkt und strahlt es zu jeder Zeit in allen erdenklichen Farben.

 

Wo Werbung zur Sehenswürdigkeit wird, zeigt sich America at it’s best. Die Geschäfte am Times Square haben dieses Prinzip verinnerlicht und so reiht sich hier ein Flagship Store an den anderen. Wer jetzt Fashion und Luxusprodukte in den Schaufenstern erwartet, sei allerdings gewarnt, denn es sind fast ausschließlich essbare Handelsgüter, denen man hier ein Denkmal gesetzt hat. Doch die Verpackung macht’s und so kommt es, dass man sich hier zum Beispiel durch über 100 Sorten m&m-Schokopastillen schlemmen oder im absatzstärksten McDonalds-Restaurant des Planeten in einen Burger beißen kann, der hier – obwohl er überall auf der Welt gleich schmeckt – besonders imposant dargeboten wird.

 

Kleiner Tipp: Wer mit einer durchschnittlichen Digitalkamera Fotos vom Times Square machen möchte, sollte kurz vor Sonnenuntergang hierher kommen und den Moment abwarten, in dem der Himmel zwar dunkel genug ist, um die Leuchtreklamen in ihrer ganzen Wirkung einzufangen, aber eben noch genug Tageslicht vorhanden ist, damit man scharfe Bilder ohne Verwackelung zustande bekommt.

 

Und noch ein Hinweis: Wer sich ein obligatorisches I [Herz] NY Shirt mit nach Hause nehmen will, die es am Times Square an jeder Ecke zu kaufen gibt, sollte sie nicht in einem Laden, sondern von einem der Straßenhändler erstehen. Dort sind sie ohnehin billiger, und wer gleich mehrere Exemplare für die Liebsten daheim mitnimmt, bekommt nicht selten Mengenrabatt.

Von oben ist New York am schönsten

3. September 2008, admin

 

Bei den Menschenmassen, die sich Tag für Tag durch die Straßen von Manhattan schlängeln, kann ein Spaziergang durch den Big Apple manchmal so anstrengend werden, dass man sich fragt, was die Leute eigentlich so toll finden an New York. Egal, wie imposant sich die wuchtigen Türme aus Glas und Stahl in den Himmel schieben – wer nicht überfahren oder bestohlen werden möchte, sollte sich bei seiner City Tour lieber auf das Geschehen am Boden konzentrieren.

 

So richtig genießen kann man die architektonischen Superlative dieser Stadt ohnehin nur von einer der hochgelegenen Aussichtsplattformen. Unangefochtener Spitzenreiter ist hier natürlich das Empire State Building – seit dem 11. September 2001 und bis zur Fertigstellung des am Ground Zero entstehenden Freedom Towers das höchste Gebäude New Yorks. Zwei Observation Decks laden dazu ein, sich die über 5000 Hochhäuser der Mega-City aus der Vogelperspektive anzuschauen.

 

Die Fahrt mit dem Turbo-Aufzug des über 70 Jahre alten Turms in den 86. Stock kostet 19 Dollar. Für 15 Dollar extra kann man sogar noch mal 15 Etagen höher fahren, von wo aus man bei gutem Wetter bis nach Connecticut sehen kann. Wer sich die – je nach Saison unerträgliche – Warteschlange ersparen möchte, wird für insgesamt 45 Dollar direkt vom Eingang zum Lift geführt.

 

Nicht minder spannend ist der Blick vom „Top of the Rock“, wie die Aussichtsplattform des Rockefeller Centers genannt wird. Weniger hoch, aber dafür umso näher an den beeindruckenden Konstruktionen der Wolkenkratzer von Midtown Manhattan, ist das Panorama von hier aus ebenso einzigartig wie vom Empire State Building.

Unterwegs im größten U-Bahn-Netz der Welt

2. September 2008, admin

Wer dachte, das öffentliche Verkehrsnetz von London sei gigantisch, war offensichtlich noch nie in New York City. Die meisten Stationen, die längsten Gleisstrecken, die größte Anzahl an Passagieren weltweit – in der MTA Subway überschlagen sich die Superlative geradezu. Allein um vom JFK Airport nach Manhattan zu kommen, legt man einen Weg zurück, der locker für die Durchquerung einer deutschen Großstadt reichen würde.

Die Bahnhöfe der New Yorker U-Bahn sind – bis auf ganz wenige Ausnahmen – heruntergekommen, dunkel und stickig. Im ersten Moment macht einem das vielleicht ein bisschen Angst, doch die ausgeklügelte Art und Weise, mit der die öffentlichen Verkehrsmittel hier zum Funktionieren gebracht werden, lassen den Primäreindruck sofort vergessen machen.

Zunächst einmal muss man zwischen 33 Linien, aufgeteilt in Buchstaben und Zahlen, diejenigen wählen, die einen am ehesten ans Ziel bringen. Innerhalb Manhattans und Brooklyns, wo das Netz am dichtesten ausgebaut ist, gibt es meistens mehrere Fahrt-Optionen. Am wichtigsten ist die Unterscheidung zwischen Express Trains und Local Trains. Denn bei einem Weg im zweistelligen Kilometerbereich macht es durchaus einen Unterschied, ob der Zug jede Station anfährt oder nur an jeder fünften Halt macht. Wer hiermit Probleme hat, muss sich allerdings nicht schämen, als „Provinzler“ mit der Subway überfordert zu sein – sehr viele New Yorker sind selbst nicht immer sicher, ob sie gerade in die richtige Bahn eingestiegen sind.

Die meisten Einwohner des Big Apple wissen im Übrigen nicht einmal, dass die Züge der Transport Authority einem festen Fahrplan folgen. Zwar werden die Abfahrtszeiten nicht wie in Deutschland öffentlich ausgehängt. Der gewiefte Tourist sollte dennoch seinem vom mitteleuropäischen Ordnungssinn geprägten Instinkt nachgeben und an einem der Fahrkartenschalter nach einer „Schedule“ für die jeweilige Linie fragen. So ist man sogar den Alteingesessenen stets einen Schritt voraus.

 

 

 

 

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