Kochen lernt man nicht durchs Zuschauen
18. Juni 2008, admin
Kein TV-Sender ohne Kochshow - diese Devise scheint zum Erfolgskonzept jeder Se
ndestation geworden zu sein, egal ob privat oder öffentlich-rechtlich, national oder regional orientiert. Von Schubeck bis Zacherl, von Lichter bis Wiener, von Lafer bis Mälzer brutzeln Deutschlands Küchenmeister mittlerweile fast rund um die Uhr auf allen Kanälen. Und das in einem Land, in dem fast keiner mehr weiß, wie man ohne Saucenfix einen ordentlichen Bratensaft anrührt. “Toll”, mag man sich jetzt denken. “Deutschland lernt wieder, wie man kocht.”
Pustekuchen! In Wirklichkeit ist es doch so, dass wir mit der Pizza vom Lieferservice vorm Fernseher sitzen, wenn wir uns eine Kochshow zu Gemüte führen. Der Entertainment-Effekt entspricht in etwa der Rezeption eines David-Copperfield-Auftritts: “Schau mal, was der kann”, ist der erste Gedanke, wenn einer dieser Kochplatten-Magier mal wieder ein paar Zauberkräuter zusammenrührt und - simmsalabimm - ein Gericht herbeizaubert, wie wir es nur von den Abbildungen auf Convenience-Produkten kennen.
Und genauso wie beim richtigen Zauberer, bewirken diese Sendungen nicht mehr als das Gefühl, dass so was nur gaaaanz besondere Menschen können …