Vom Pennerglück zum Trendlikör

12. August 2008, admin

Da sieht man mal, was ausgefeiltes Marketing alles schaffen kann: Noch vor einigen Jahren war Jägermeister das wohl uncoolste Getränk Deutschlands und wurde fast ausschließlich in Eckkneipen und Bahnhofskiosken ausgeschenkt. Dann kamen die in knalliges Orange gehüllten Jägerbunnies und haben Deutschlands Großstädte mit einem Promo-Krieg überzogen, der seinesgleichen sucht. Gleichzeitig hat man die zwei lustigen Hirschköpfe über den Äther geschickt, Tag für Tag, Nacht für Nacht. Und schwuppsdiwupss ist Jägermeister aus keinem angesagten Club mehr wegzudenken. Sogar der Merchandising-Schrott verkauft sich prächtig, und zugegeben: das leuchtende Hirschgeweih ist einfach cool. Mittlerweile gibt es nicht nur Caps, Polos und Schlüsselbänder von Jägermeister - auch trendige Deko-Artikel wie altdeutsch dekorierte Duschvorhänge und neonfarbene Tischgedecke zieren so manche Hipster-Wohnung.

Besonders in den Staaten steht der “Jager” sinnbildlich für deutsche Lebensfreude. Als ich letzten Sommer durch die USA gecruist bin und dabei auch ein paar Tage in St. Louis verweilen musste, landete ich dort prompt auf einem so genannten Beerfest und was seh ich da: eine überdimensionale (mindestens 3 Meter hohe) rustikal-braune Flasche mit dem wohlbekannten Schriftzug. Jetzt weiß ich auch, was mit dem Begriff “Heimat in der Fremde” gemeint ist …

Prost :-)

 

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