Bella Bologna

16. Januar 2009, admin

BolognaIn Italien gibt es wahrlich viele bezaubernde Städte. Schade, dass eine der schönsten von ihnen bei vielen Urlaubern gar nicht auf dem Plan steht: Bologna.

Wer wissen will, warum gerade Bologna das Städtereise-Ziel schlechthin für Reisen Italien sein soll, rollt den Vergleich mit den anderen Top-Destinationen in Italien am Besten von den Nachteilen her auf. Denn - wie gesagt - die generelle Attraktivität aller italienischen Metropolen ist eine Tatsache, an der ich gar nicht rütteln möchten. Leider ist es aber so, dass beispielsweise Mailand trotz seiner beeindruckenden Bauwerke zu teuer, zu grau und zu snobby ist um einem einen wirklich angenehmen Urlaub zu bescheren. Florenz ist da schon wesentlich entspannter, allerdings ändert sich dieser Eindruck, wenn man mal 6 Stunden in der Warteschlange vor den Uffizien-Galerien verbracht hat. Generell ist die toskanische Kapitale zu überlaufen. Wo wir auch gleich bei Rom wären: Als antike Wiege der europäischen Kultur Italiens Hauptstadt derart stark von Besuchern frequentiert, dass man sich, zusätzlich zum latenten Verkehrschaos auf den Straßen, auch noch auf dem Fußweg durchboxen muss, um einen Fuß vor den anderen zu kriegen. Bei sengender Hitze von April bis September macht die ganze Sache sogar noch weniger Spaß. Nun bliebe ja eigentlich nur noch Neapel, aber hier brauchen wir ja gar nicht erst mit großen Erklärungen anzufangen: zu dreckig, zu gefährlich, zu laut.

Aber was ist denn nun mit Bologna? Die an sich vor allem vom Mittelalter geprägte Stadt glänzt immer wieder durch eingeschobene Prunkbauten aus anderen Epochen, von Barock über Renaissance bis Klassik und Moderne. Wer Kirchen, Klöster, Palazzi und Denkmäler anschauen möchte, kann das hier also zur Genüge tun. Dazu kommt aber, dass man in der größten Stadt der Emilia-Romagna, welche in Sachen Kulinarik zu den Top-Level-Regionen gehört, vorzüglich speisen kann. Das Preisniveau ist fast überall absolut fair, von Touri-Wucher bleibt man in der Regel verschont. Dennoch ist der Lebensstandard mit der höchste in ganz Italien, weshalb die Stadt stets sauber und herausgeputzt wirkt und der ordnungsliebenden Mentalität der Norditaliener in jeder Hinsicht Rechnung trägt. Der einzige Haken an Bologna ist, dass sie im Sommer wie leer gefegt wirkt. Die Bolognesi haben nämlich selbst noch nicht ganz verstanden, was sie an ihrer Heimat haben  ;-)

Hurennudeln

2. August 2008, admin

Nicht erschrecken, es ist nichts Anrüchiges, was euch hier erwartet. Die “Pasta alla Puttanesca” kann nun mal nichts für ihren Namen, der übersetzt “Nudeln nach Huren-Art” bedeutet. Wie es zu diesem unrühmlichen Titel gekommen ist, lässt sich nicht mehr eindeutig klären, und eigentlich ist es auch völlig unwichtig: Hurennudeln heißen nicht nur cool, sie schmecken auch richtig lecker. Was sie für urbane Freaks so interessant macht, ist die Tatsache, dass die Sauce (fast) ausschließlich aus Konservenprodukten besteht und in Windeseile zubereitet ist. Da freut sich der Stadtmensch …

Man nehme (1-2 Portionen):Nudeln nach Huren-Art

  • Spaghetti (ohne Ei!), pro Person 80-100g
  • 1 kleine Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Dose geschälte Tomaten oder Pizzatomaten
  • 1-2 in Salz eingelegte Sardellenfilets
  • 1-2 scharfe Peperoncini (getrocknet, frisch oder aus dem Glas)
  • entsteinte, schwarze Oliven (ohne Füllung)
  • Mediterrane Kräuter (Oregano, Basilikum, Thymian und was man sonst noch im Schrank hat)
  • Pfeffer
  • Olivenöl
  • Parmesan

 

Zwiebel und Knoblauch in kleine Würfel schneiden oder kurz (!) in den Häcksler werfen. Zusammen mit den Sardellen und den Peperoncini in Olivenöl anschwitzen (Nicht zu heiß anbraten, sonst verliert das Olivenöl seinen Geschmack. Faustregel: Es darf weder zischen noch spritzen). Wenn die Zwiebeln glasig werden, die Dosentomaten dazugeben, Deckel drauf und 10 Minuten bei kleiner Flamme köcheln lassen. Normalerweise wird die Sauce nicht gesalzen, weil die Sardellen würzig genug sind.

Jetzt kann man schon mal das Nudelwasser anheizen.

Sobald das Nudelwasser kocht, etwas Salz und dann die Spaghetti rein. Falls man keinen hohen Topf hat, muss man einfach ein paar Sekunden warten, bis der untere Teil der Nudeln biegsam wird. Dann kann man sie mit einer Gabel vollständig unters Wasser drücken. Den Nudeltopf zudecken und auf kleinste Flamme stellen. Vorsicht: In den ersten Minuten kocht das Wasser manchmal hoch. Kochzeit: 7-8 Minuten.

Die Sauce wird nach den besagten 10 Minuten abgedeckt. Nach Belieben Oliven dazu geben (am Besten in Stücke zupfen und rein damit). Ohne Deckel weiterköcheln lassen, bis die Konsistenz angenehm ist. Dann von der Herdplatte nehmen, jetzt erst die Kräuter, den Pfeffer und einen Spritzer Olivenöl drauf. 1 Minute ziehen lassen.

Die Spaghetti abgießen, zurück in den Topf und mit einem Löffel der Puttanesca-Sauce verrühren, damit sie den Geschmack annehmen. Bitte die Nudeln nicht buttern oder ölen - das wäre absolut unitalienisch!

Pasta auf den Tellern verteilen, Sauce drauf und - je nach Gusto - mit Parmesan garnieren.  

(Dauert insgesamt ca. 25 Minuten, wobei man nicht länger als 10 Minuten aktiv kochen muss.)

Gummi-Clogs: Der abscheulichste Trend des Sommers

22. Juni 2008, admin

Wer im letzten Jahr in Italien, Griechenland oder Spanien seinen Urlaub verbracht hat, kann sich vielleicht noch daran erinnern: Neongrüne, -gelbe, -pinke Gummischuhe, extravagant gelöchert, zierten dort die Füße sonnenhungriger Nordlichter. Abgesehen zu dem herrlichen Kontrast, den sie im Wechselspiel mit dem leuchtenden Sonnenbrand des Träger erzeugten, konnten man dieser Ausgeburt an Geschmacklosigkeit nicht viel abgewinnen. Aber man ist ja in den Ferien, und da darf man schließlich auchmal Sandalen mit Socken tragen, also warum nicht auch Gummi-Clogs?

Doch wie jede Seuche aus südlichen Gefilden, ist auch diese Epidemie von den Urlaubern eingeschleppt worden. Versteckt in Flugzeugen, Fährschiffen und Kofferräumen haben es der T-Virus (T steht in diesem Fall für “Tasteless”) - ein extrem wandelbarer Erreger, der jährlich neue Formen annimmt - bis nach Deutschland geschafft.

Ob beim Friseur, im Supermarkt oder im Büro - überall leuchtet und quietscht es, ein eindeutiges Zeichen, dass die Kontamination nicht mehr zu stoppen ist …

Crocs

Seitenanfang

Seitenanfang