Genital-Style: Lady Bitch Ray aka Reyhan Sahin

8. Juli 2008, admin

Sie ist jung, sie ist schön, sie ist eine Bitch … zumindest nennt sie sich selbst so. Für einige Zeit war Lady Bitch Ray alias Reyhan Sahin von der Bildfläche verschwunden, bis man sie kürzlich wieder durchs TV flimmern sah. “Doktor Schlampe”, wie stern.de sie in einem Artikel vom Dezember 2007 genannt hat, hat eine einfache, aber äußerst wirksame PR-Strategie: Provozieren, was das Zeug hält. Das hat ihr nicht immer nur Glück gebracht … aber Berühmtheit allemal.

Weil ihre Rap-Texte prinzipiell unter die Gürtellinie gehen, hat Lady Ray zum Beispiel ihren Job als Radiomoderatorin verloren - rechtliche Schritte gegen die Kündigung waren bisher unwirksam. Bei den Öffentlich-Rechtlichen kann man sich mit Songtiteln ”Deutsche Schw*nze” oder “Ich tret’ dein’ Arsch” offensichtlich nicht so recht anfreunden, und zugegeben: Die knallharten Parolen der deutschtürkischen Wortkünstlerin aus Bremen sind nicht jedermanns Sache.

Wer jetzt denkt, “oh nee, schon wieder so ne Gheddo-Tussi, die sich nur mit Proll-Gelaber profilieren kann,” sollte sich den Lebenslauf von Reyhan jedoch mal genauer ansehen: Nach dem Abi studierte sie unter anderem Linguistik und Sexualpädagogik (wer hätte es gedacht) und arbeitet gerade an ihrer Promotion an der Uni Bremen. Glaubt man den Presseberichten, hat ihr betreuender Professor kein Problem damit, das seine Doktorandin ihr Privatleben nach dem Motto ”Vagina-Style” ausrichtet, so lange sie ihrem Forschungs- und Lehrauftrag an der Hochschule gewissenhaft nachkommt. Kein Wunder: Ihre Seminare können sich vor Teilnahmewilligen sicher nicht retten …

Einer der letzten großen Fernsehauftritte von Lady Bitch Ray hat sich am 24. April ereignet, als sie bei “Schmidt & Pocher” zu Gast war. Dirty Harry wollte sie standesgemäß als “Dr. Votze” begrüßen, doch Lady Ray - bescheiden wie sie ist - korrigierte ihn sogleich: “Ich hab ja noch gar keinen Doktortitel.”

Die Ambiguität der verschiedenen Rollen, in die Ray so gerne schlüpft, spiegelt auch ein bisschen den Zwiespalt wider, dem sie als in Deutschland aufgewachsene Türkin unterliegt. Zwischen Arbeiterklasse und Akademie, zwischen vorehelicher Keuschheit und sexueller Revolution, zwischen Kopftuch und Strapsen wollte sie nie entscheiden - sie leugnet keine ihrer Seiten, sondern trägt alles, was sie ausmacht, beherzt nach außen.

Freizügig ist sie auch, wenn es darum geht, Celebrities zu dissen, die ihr auf den Keks gehen. Unerreicht in Niveaulosigkeit und Dirtyness ist ihr Track “Ich hasse Dich” …

 

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