Gourmet-Öle und mehr

4. Dezember 2008, admin

OlivenbaumIn Zeiten wie diesen, da man jedes erdenkliche Produkt aus aller Welt überall kaufen oder bestellen kann, scheinen exotische Lebensmittel als Geschenk ausgedient zu haben. Früher galt es schon als extravagant, wenn man zu Weihnachten eine Tafel Schweizer Schokolade bekommen hat oder mit einem Glas italienischem Pesto überrascht wurde - heute stehen all diese Leckereien massenhaft in den Regalen der Supermärkte und werden, egal von wo sie kommen, irgendwie doch als einheimische Ware empfunden.

Allerdings sind es eben genau diese Produkte, die den guten Ruf der einst so exklusiven Importware nach und nach geschädigt haben. Massenhafte Herstellung, eingedeutschte Rezepturen (nicht zu salzig, nicht zu scharf - sprich: langweilig) und die mangelnde Qualität vieler südländischer oder fernöstlicher Lebensmittel, die auf dem mitteleuropäischen Markt landen, haben den Zauber des Fremden immer mehr verblassen lassen.

Schön, dass es seit einiger Zeit auch wieder einen Gegen-Trend zu dieser Entwicklung zu spüren gibt. In Asia-Shops beispielsweise gehen die authentischen Würzpasten und Seasonings wieder reihenweise über die Ladentheke. Und auf Weihnachtsmärkten wie in Feinkostgeschäften haben Öle und Essig, die nach traditioneller Art hergestellt werden, längst wieder Hochkonjunktur. Auf den ersten Blick ein einfaches Geschenk, kann man sich mit solch einem Mitbringsel sicher sein, dass man etwas ganz Besonderes unter den Baum gelegt hat.

Der ultimative Renner unter den kulinarischen Präsenten ist und bleibt das Olivenöl. Von Hand gepflückt und kalt gepresst schmeckt es nicht nur so wie in antiken Zeiten - es erlangt sogar seinen Status als Allheilmittel zurück, den es bereits vor Tausenden von Jahren innegehabt hat. Für Feinschmecker gibt es also gar kein besseres Geschenk als den puren Saft der Olive.

So kommt es, dass auch deutsche Feinkost-Hersteller sich immer stärker in Richtung der althergebrachten Produktionsweisen orientieren und der industriellen Pressung nach und nach die Marktanteile wegschnappen. Dieser Trend ist vor allem in Griechenland zu beobachten, wo der private Olivenanbau eine lange Geschichte hat und längst wieder zu einem echten Wirtschaftszweig avanciert.

Wer ein Öl vom Peleponnes zu Weihnachten verschenken möchte, kann eigentlich gar nicht falsch liegen, schließlich essen wir alle gern und gut. Mein persönlicher Tipp: EgiÖl. Das extranative Olivenöl wird von deutschen Auswanderern in Griechenland hergestellt und schmeckt nicht nur gut, es ist auch extrem gesund!

Athen: Wo sind die weißen Rosen?

1. August 2008, admin

London, Paris, Berlin, Stockholm, Rom, Madrid - man mag meinen, dass eigentlich jede europäische Hauptstadt dank Jahrhunderte alter Geschichte eine Reise wert sei. Sogar die etwas kleineren Kapitalen, wie Dublin, Bratislava oder Tallinn, haben stark zugelegt, was den Tourismus betrifft, denn jede von ihnen verfügt über sehenswerte historische Bauwerke oder punktet mit erfrischendem Lifestyle bei kleinen Preisen.

“Warum fährt eigentlich keiner nach Athen,” habe ich mich kürzlich gefragt und prompt einen Flug in die griechische Hauptstadt gebucht. Immerhin gibt es diese Metropole schon seit einigen TAUSEND Jahren: Hier befindet sich die weltberühmte Akropolis, hier liegt der Austragungsort der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit, ganz zu schweigen vom modernen Stadion der Olympiade 2004. Hier habe ich geglaubt, den Lifestyle einer großen Kultur aufzuspüren, die ich wegen ihrer unvergleichlichen Errungenschaften schon immer geschätzt habe. Dass ich die Sache völlig naiv angegangen war, sollte ich jedoch erst nach meiner Ankunft erfahren.

Vom Flughafen war ich zunächst positiv überrascht - ein moderneres Terminal hatte ich selten gesehen. Alles blitzblank, granitgefliest, wie es sich gehört im Land der Marmortempel. Auch die Fahrt mit der U-Bahn in die City war mehr als angenehm, der Zug kam pünktlich, war sehr sauber und nigelnagelneu. Umso mehr freute ich mich nun auf die alten Sehenswürdigkeiten, die mich in der City erwarteten.

Pustekuchen. Schon beim ersten Spazierdie chaotische Hauptstadtgang entpuppte sich die Hauptstadt der Hellenen als Bilderbuch-Moloch. Die Baumasse entstammt größtenteils den 60er Jahren, wann immer man ein klassizistisches Palais entdeckt, wird der Ausblick durch links und rechts emporragende Plattenbauten versaut. Einzig die Straßenzüge des Plaka-Viertels, welches sich rund um den Akropolis-Hügel ziehen, verströmen alteuropäisches Flair. Ansonsten ist die Atmosphäre in Bezug auf die Stadtgestaltung eher postsozialistisch, lediglich durch das permanente Verkehrschaos wird man daran erinnert, dass man sich in Südeuropa befindet.

Das heißt aber nicht, dass es in Athen keine Sehenswürdigkeiten gäbe. Parlament, Universität, Altstadt, Olympia sind allesamt eine Reise wert. Aber eben nur eine Durchreise, denn in 1-2 Tagen ist man mit dem Programm auf jeden Fall durch. Die eigentliche Frechheit ist, dass Athen verdammt teuer ist. Ein Cappuccino für 4,50 EUR oder eine Portion Fisch im Restaurant für 35 EUR finde ich schon happig.

Aber eines können die Athener wirklich: Feiern. Mal wieder hat sich meine Theorie bestätigt, dass die Clubs einer Stadt umso besser sind, je unwirtlicher der Lebensraum an sich. Bestes Beispiel ist das Akrotiri, direkt am Golf von Glyfada gelegen, mit Blick aufs Meer und die glitzernden Lichter der nächtlichen Großstadt. Zu schallenden Beats wird hier unter freiem Himmel getanzt, bis die Sonne aufgeht! Preisklasse: sündhaft.

Gummi-Clogs: Der abscheulichste Trend des Sommers

22. Juni 2008, admin

Wer im letzten Jahr in Italien, Griechenland oder Spanien seinen Urlaub verbracht hat, kann sich vielleicht noch daran erinnern: Neongrüne, -gelbe, -pinke Gummischuhe, extravagant gelöchert, zierten dort die Füße sonnenhungriger Nordlichter. Abgesehen zu dem herrlichen Kontrast, den sie im Wechselspiel mit dem leuchtenden Sonnenbrand des Träger erzeugten, konnten man dieser Ausgeburt an Geschmacklosigkeit nicht viel abgewinnen. Aber man ist ja in den Ferien, und da darf man schließlich auchmal Sandalen mit Socken tragen, also warum nicht auch Gummi-Clogs?

Doch wie jede Seuche aus südlichen Gefilden, ist auch diese Epidemie von den Urlaubern eingeschleppt worden. Versteckt in Flugzeugen, Fährschiffen und Kofferräumen haben es der T-Virus (T steht in diesem Fall für “Tasteless”) - ein extrem wandelbarer Erreger, der jährlich neue Formen annimmt - bis nach Deutschland geschafft.

Ob beim Friseur, im Supermarkt oder im Büro - überall leuchtet und quietscht es, ein eindeutiges Zeichen, dass die Kontamination nicht mehr zu stoppen ist …

Crocs

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