Krasse Knäste
14. Oktober 2008, admin
Ich weiß, ich weiß - zuweilen gleite ich etwas ab in die untergründigen Themen der Urbanität, deren Relevanz sich oft erst auf den zweiten Blick erschließen lässt. Aber es ist nun mal nicht alles Gold, was glänzt, deshalb sollte man immer auch die Kehrseite der leuchtenden Metropolen betrachten. Denn nur, wenn man auch die dunklen Hervorkommnisse der Stadt betrachtet, kann man sie wirklich verstehen.
Es darf wohl als statistische Tatsache betrachtet werden, dass sich nicht nur der Reichtum und das kulturelle Erbe unserer Menschheit in ihren Städten konzentriert - auch das Verbrechen ist in ihnen zu Hause, und dabei viel stärker repräsentiert als auf dem Land. Klar gibt es Mafia-Clans, die sich in den Dörfern ihrer Vorfahren sicherer fühlen als in den Ballungsräumen, wo es immer jemanden gäbe, der sie nicht fürchtet und ihnen deshalb gefährlich werden könnte. Ihre Geschäfte wickeln sie dennoch dort ab, denn nur hier können sie im Schutz der Menschenmengen ungestört ihrem Business nachgehen.
Ein weiterer Grund, warum sich die Anzahl der Verbrecher mit steigender Bevölkerung potenziert, ist die Tatsache, dass der Unterschied zwischen Arm und Reich in Städten meist besonders deutlich spürbar ist, so wie das Streben der Unterprivilegierten nach Luxus und Statussymbolen - und das oft um jeden Preis. Je größer die Ungleichheit, desto höher auch die Kriminalitätsrate: Johannesburg, L.A., Mexico City, London, Jakarta sind Beispiele für diese These, und es gibt noch zahlreiche mehr.
Und was macht man mit diesem unangenehmen Nebenprodukt der Städte? Man schafft sie aus ihnen heraus. Doch wie das nun mal so ist, wenn man seine “Abfall” woanders hinkarrt und dort einfach wegsperrt - nach dem Motto “Aus den Augen, aus dem Sinn” - wächst das Problem nach und nach zu einer unkalkulierbaren Gefahr heran. Es gärt und brodelt und immer wieder mal quillt das Fass regelrecht über, was nach gewohnter Manier einfach wieder versteckt und wird. So wie in Asse der Atomschleim ins Gestein sickert und man einfach die Luke verschließt, in der Hoffnung, dass es schon keiner merken wird, so passiert es eben auch, dass in Colorado Gefängnis-Häftlinge die Belegschaft als Geiseln nehmen, was kurzerhand damit gelöst wird, dass man eben noch mehr Gittertüren und noch höhere Mauern baut.
Was innerhalb dieser Mauern passiert, wo die nächsttiefere Stufe der menschlichen Abgründe liegt, sieht man in dem YouTube VIdeo weiter unten. Zu sehen ist eine Reportage über die Zustände im Maximum Security Prison “Pelican Bay”. Wie man sieht, zerfleischen sich die Insassen des Supermax-Knasts gegenseitig …