Brutaler Freak: Kim Jong-Il
30. Juli 2008, admin
Es ist schon bizarr, wie dieser kleine Mann mit der merkwürdigen Frisur die Welt zum Zittern bringt. Wenn man ihn sieht, möchte man fast in Gelächter ausbrechen - zu peinlich sind die Mao-Klamotten, die DDR-Brillen und das Playboy-mäßige Auftreten von Kim Jong-Il - doch der nordkoreanische Staatschef ist einer der brutalsten Diktatoren unserer Zeit. Er hat es geschafft, dass die von Pjöngjang aus regierte Volksrepublik heute als die letzte Bastion des Totalitarismus gewertet werden kann.
In seinem Land werden schon die Kinder auf den Führer eingeschworen, schließlich war es der Himmel höchstpersönlich, der Kim Jong-Il auf die Erde entsandt hat, um den Menschen die Erleuchtung zu bringen. Heißt im Klartext: Die Nordkoreaner lernen von Geburt an, wie glücklich sie sich schätzen dürfen, dass sie regelmäßig Hunger leiden müssen, schließlich dient ihr Opfer dem Wohl ihres Herrn. Ihre Liebe dürfen sie dann mittels größenwahnsinniger Synchrontänze beweisen, einem ästhetischen Unterdrückungsmodus, auf den schon Hitler gern zurückgegriffen hat - wobei sich die Synchronität im Dritten Reich aufs Heben der rechten Hand beschränkte, und die “Tänzerinnen” meist Männer in Hakenkreuz-Uniform waren.
Die Parallele zu unserer eigenen Totalitarismuserfahrung besteht eben in jener Lächerlichkeit, die die Führer-Freaks - von außen betrachtet - ausstrahlen. Zu lachen haben allerdings tatsächlich nur diejenigen etwas, die selbst nicht mit ihnen in Berührung gekommen sind.