“Einmal Kaffee bitte!”
13. August 2008, admin
Einst war er unser treuster Freund. Morgens, mittags, und - wenn nötig - auch nachts hat er uns begleitet, unsere Lebensgeister geweckt, damit wir mit klarem Geist und wachem Körper unseren Verpflichtungen nachkommen konnten. Er war das herbe Gegenstück zum süßen Stück Torte, der aromatische Auftakt jeder Familienfeier und in jedem Haus präsent: Kaffee.
Nicht dass es ihn heute nicht mehr gäbe, im Gegenteil. Mehr denn je wird einem an praktisch jeder Ecke Kaffee angeboten, in einer Auswahl, deren Kenntnis jahrelange Übung voraussetzt. Caramel Macchiato, White Chocolate Moccachino, Low Fat, Cinnamon Flavored, Ice Blended Double Kick, mit Zucker, ohne Zucker, natürlich to go, und wenn möglich das ganze in “bio”.
Klingt alles lecker, ist es auch, aber Kaffee ist es eben nicht. Nun ist es ja nicht so, dass man sich für alle Zeit mit Omas Filterkaffee hätte begnügen müssen. Café au lait, Cappuccino, Latte Macchiato oder einfach nur Espresso - das war doch auch was Feines.
Wer sich einmal selbst vor Augen führen möchte, wie sehr wir unsere alten Traditionen über Bord geworfen haben, der möge sich den Gesichtsausdruck des “Barista” eines amerikanischen Kaffeefilialisten zu Gemüte führen, wenn man sich an die Theke stellt und sagt: “Ich hätte gern einen Kaffee.”
Noch Fragen?