Discovery Institute aka Schwachsinn e.V.
31. August 2008, admin
Immer wieder hört man von erzkonservativen Amerikanern, die so sehr an Gott glauben, dass sie ihre Kinder aus der öffentlichen Schule nehmen, weil sie nicht verantworten können, dass ihrem Nachwuchs die Darwin’sche Evolutionstheorie beigebracht wird. Diese besagt, dass alle Arten auf der Welt sich im Laufe der Jahrmillionen aus anderen Arten entwickelt haben, und dass nur jene Spezies erhalten geblieben sind, die sich im Wettbewerb mit ihren natürlichen Feinden als die stärkeren herausgestellt haben.
Ein guter Christ glaubt an solchen Humbug freilich nicht und möchte seine Kinder nach den Lehren der Bibel erzogen wissen, die unter anderem davon ausgeht, dass Gott die Erde in sieben Tagen erschaffen hat um dann den lieben Adam ins Paradies zu setzen. Diesem war allerdings dort allerdings so langweilig, dass der Herr sich erbarmte und aus des Mannes Rippe dessen Gegenstück schuf: Eva. Wie die Geschichte weitergeht, wissen wir ja alle … Apfel, Schlange, Rausschmiss aus dem Garten Eden.
So oder so ähnlich halten es auch die Neokreationisten, also jene christlichen “Wissenschaftler”, die in den geologischen und biologischen Gegebenheiten unserer Welt das Intelligent Design zu erkennen glauben, also die Annahme, dass die Erde deshalb so vielfältig und formenreich ist, weil einer, der sich damit auskennt, alles so erschaffen hat, damit die Sache rundläuft. Und damit auch die “Unwissenden”, also jene, die der klassischen Naturwissenschaft eher zugetan sind, als dem Glauben an eine höhere Macht, bald die Erleuchtung finden mögen, leistet das Discovery Institute in Seattle seit fast 20 Jahren “Aufklärungsarbeit” und unterstützt zum Beispiel besorgte Eltern bei ihren Gerichtsklagen gegen die bösen, weltlichen Schulbehörden, die sich weigern, den Glauben über die Wissenschaft zu setzen.
Wie genau sich das Discovery Institute die Schöpfungsgeschichte vorstellt, kann man auf seiner Website und in unzähligen Print-Publikationen nachlesen. Zu den aktuellen Buchtipps gehört zum Beispiel Benjamin Wikers ”A Good Book About Bad Books”. Welches das gute Buch ist, ist klar, nämlich sein eigenes und die schlechten Bücher, um die es in seinem Werk geht, sind (bis auf Hitlers “Mein Kampf”) allesamt Klassiker der europäischen Philosophie, verfasst von Descartes, Hobbes, Macchiavelli oder Marx.
Im letzten Satz der Buchempfehlung des Discovery Institute steht übrigens, das Wikers Buch besonders gut dazu geeignet ist, seinen Kindern vor dem Gang aufs College die richtigen Lehren einzuimpfen, damit sie in einem Umfeld wissenschaftlicher Freiheit nicht vom rechten Weg abkommen. AMERICA, LAND OF THE FREE.