Bahnchaos: Kein Ende in Sicht
13. November 2008, admin
Als im Juli die Achse eines ICE brach, der auf der Strecke Köln-Frankfurt verkehrte, war die Aufregung groß: War man knapp an einem Unglück à la Eschede vorbeigerauscht? Die Bahn versprach, die Geschehnisse unverzüglich zu untersuchen und sämtliche Schnellzüge auf entsprechende Risiken hin zu testen. Zu gefährlich wäre es gewesen, die Angelegenheit herunterzuspielen und noch einen Zwischenfall dieser Art zu riskieren.
Gesagt, getan. Seit Monate verkehren ICE-Züge nur mit extrem verminderter Frequenz zwischen Deutschlands Städten, damit man nach und nach alle Exemplare einer ausgiebigen Kontrolle unterziehen kann. Eigentlich vorbildlich. Und trotzdem ärgert man sich, dass es nun regelmäßig zu Wartezeiten an den Bahnhöfen kommt, dass die Züge stets überfüllt sind, und vor allem, dass man für die Fahrt trotzdem genauso viel bezahlen soll.
Nach dem GdL-Streik im letzten Jahr kämpft die Bahn also mal wieder mit einem enormen Vertrauensverlust ihrer Kunden, wobei man dieses Mal wenigstens erwähnen sollte, dass der Noch-Staatskonzern diesmal wohl wirklich nichts dafür kann. Denn hergestellt werden die ICE Züge von einem Konsortium aus namhaften deutschen Technik-Unternehmen wie der Siemens AG, und dieser Firmenzusammenschluss garantiert eigentlich eine Laufzeit, die weit über jener der kürzlich gebrochenen Achse liegt.
Bei all dem Gemecker über die Verzögerungen im Schienenverkehr sollte man also im Auge behalten, dass Sicherheit wichtiger ist als Geschwindigkeit. Und dass man Herrn Mehdorn zwar viel, aber nicht alles in die Schuhe schieben kann.
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