Chinatown - eine Stadt in der Stadt?

18. September 2008, admin

Typisches StraßenpanoramaNur wenige Hundert Meter vom Manhattaner Rathaus verändert sich New York plötzlich ganz schlagartig. Die Straßennamen prangen nun in zwei Sprachen von den Schildern. Mit Drachen verzierte Vordächer erinnern an Mandarin-Architektur. Und aus allen Ecken strömt ein strenger Geruch nach Fisch und scharfen Gewürzen. Eindeutig: Wir sind in Chinatown.

“Man hat New York nicht gesehen, wenn man nicht in Chinatown gewesen ist”, heißt es in vielen Reiseführern. Aber ganz ehrlich: Mit New York hat das hier nicht sonderlich viel zu tun. Trotzdem sollte man wenigstens einmal an diesen Ort kommen, dessen Atmosphäre so einzigartig ist. Hätte nicht jeder Laden die typischen NY-Souvenirs im Angebot, würde man wohl wirklich vergessen, dass man sich in Amerika befindet. Recht viel mehr gibt es allerdings auch nicht zu kaufen. Zumindest nicht auf den ersten Blick. Alle paar Sekunden wird man von zwielichtig aussehenden Typen angeflüstert, die einem günstige Prada-, Gucci- und Dolce&Gabbana-Taschen andrehen wollen. Weil es viel zu gefährlich wäre, die heiße Ware in einem Laden feilzubieten, muss man als Käufer also all seinen Mut zusammennehmen, und mit den Schwarzhändlern mitgehen um so ein “echtes” Designerstück erstehen. Meist wird man in irgendeinen Keller oder Lagerraum geführt, wo sich die begehrten Teile dann regelrecht stapeln.

Ansonsten ist Chinatown bekannt dafür, dass man man an jeder Ecke günstig seine Kleidung reinigen lassen oder einen Maniküre-Termin zum Spottpreis vereinbaren kann. Dies ist sogar für Urlauber mit schlechten Englischkenntnissen machbar, denn weil die meisten Einwohner dieser “Stadt in der Stadt” des Angelsächsischen ebenso wenig mächtig sind, gehört die Hand-und-Fuß-Verständigung in Chinatown fast schon zum guten Ton.

Das ist wohl auch der Grund, warum hier sogar McDonalds, Häagen Dazs und Starbucks auf Chinesisch um Kunden buhlen (siehe Foto) …

Von Usern für User: LEO

5. August 2008, admin

Es wird mal wieder Zeit, eines der grandiosesten Hervorkommnisse des Web 2.0 zu preisen: leo.org 

Anders als die Internetpräsenzen der renommierten Verlage bietet die Seite nämlich nicht nur Auszüge aus dem eigentlichen Repertoire von Langenscheidt, Pons & Co. - nein, sämtliche Inhalte von LEO sind für alle User frei verfügbar, weil von Usern eingestellt. “Da steht aber LEO GmbH, das ist doch kommerziell,” mag der eine oder andere jetzt vielleicht wieder aufschreien, aber entstanden ist die Seite aus einer Studenteninitiative der TU München, und der wesentlichen Charakter dieses Netzwerks ist bis heute erhalten geblieben, obwohl mittlerweile eine Firma hinter LEO steckt.

Neben der Gebührenfreiheit ist LEO deshalb so eine tolle Sache, weil man neben den regulären Dictionary-Einträgen auch Forumsbeiträge zu Sonderbedeutungen und Redewendungen findet. Der engagierte User kann sein spezifisches Wissen über bestimmte Fachbegriffe und deren Verwendung weitergeben, und weil so viele mitmachen, ist da mittlerweile ein ganzer Haufen nützlichen Sprachwissens zusammengekommen.

Besonders hilfreich ist natürlich die Englisch-Deutsch-Übersetzung - sie ist die vollständigste - aber auch die Französisch-, Spanisch- und Italienisch-Versionen sind bereits sehr gut ausgebaut, und mittlerweile ist sogar Chinesisch im Angebot.

Wie jedes reine Wörterbuch ist LEO jedoch nur dann wirklich hilfreich, wenn man die jeweilige Sprache sicher beherrscht. Bei mehreren Übersetzungsvarianten vergreift man sich sonst schnell in der Wortwahl, und schon ist die Bedeutung völlig verdreht.

Mir persönlich hat der Service jedoch schon viel gebracht, und ich empfehle jedem, dem hin und wieder mal die Worte fehlen, LEO zu bookmarken.

Woran erkennt man einen guten Lieferservice?

15. Juli 2008, admin

Fast jeden Tag hat man sie im Briefkasten: Reklame für einen Pizza-, China-, Thai-, Sushi-, XY-Lieferservice. Da ist es natürlich schwer, sich zu entscheiden, und wer schon das eine oder andere Mal enttäuscht worden ist, wirft die Prospekte jener Bring-Dienste, die er nicht kennt, direkt in den Müll.

Dabei gibt es drei ganz einfache Regeln, dank derer man getrost auch mal was Neues ausprobieren kann, ohne sich fürchten zu müssen, dass man einen Griff ins Klo landet.

1. Nationalität des Inhabers: Nein, ein italienischer Lieferservice muss keinem Italiener gehören, damit die Pizza schmeckt. Auch ein Sushi-Bringdienst muss nicht von einem Japaner geführt werden, damit der rohe Fisch einigermaßen originell zubereitet ist. Mein persönlicher Eindruck - und der hat sich bisher immer wieder bestätigt - ist, dass zum Beispiel Chinesen keine Pizza backen können (nichts für Ungut), Iraner dafür umso besser. Thailänder sind am Besten in ihrer eigenen Küche, ebenso Vietnamesen. Türkisches Essen wird ohnehin meist von anatolischen Einwanderern angeboten, aber ein bayerisches Brathähnchen schmeckt bei ihnen der Regel auch ganz lecker.

2. Gestaltung der Karte: Ich weiß, ich weiß - mit der Rechtschreibung haben die meisten Deliveries ein Problem. Dies hat allerdings keinen Einfluss auf Qualität und Geschmack der Speisen. Auch wenn der Prospekt nicht mit perfektem Layout auf Hochglanzpapier punkten kann, heißt das noch nicht, dass man dort nicht bestellen sollte. Allerdings sollte man immer bedenken, dass auch der Liefergastronom seinen Stolz hat, und sein Geschäft so gut wie möglich präsentieren möchte. Das bedeutet: Wenn die Bilder der Speisen schon eklig aussehen - und das, obwohl der Geschäftsführer wahrscheinlich tagelang zum Aussuchen selbiger gebraucht hat - dann sollte man die Finger vom Essen lassen.

3. Einheit der Speisen: Dies ist die absolut wichtigste Regel. Fallt nicht auf Lieferservices rein, bei denen man alles bestellten kann. Thai-China-Vietnam-Indien-Imbisse können in der Regel weder das eine noch das andere. Noch schlimmer wird’s, wenn kulturell völlig unterschiedliche Kulinaria wie Pizza und Curry auf der selben Karte stehen, oder wenn ein Sushi-Dienst meint, mit einem zusätzlichen Angebot an Chicken Wings und Schnitzel neue Zielgruppen erschließen zu können. FAZIT: Immer nur dort bestellen, wo ausschließlich Gerichte aus EINEM Land angeboten werden. Dann kann fast nichts mehr schiefgehen.

Seitenanfang

Seitenanfang