Botanicalls-Kit

5. Dezember 2008, admin

GruenlilieDieses Weihnachtsgeschenk hat garantiert noch niemand bekommen: einen Pflanzenkommunikator. Studenten der New York University haben das moderne Gerät entwickelt, damit auch jene Menschen, die das Gießen sonst gern vergessen, künftig ordentlich mit ihrem grünen Zierat umzugehen lernen.

Vom Prinzip her funktioniert der so genannte “Botanicalls Twitter” wie ein normaler Feuchtigkeits-Sensor, den man in den Blumentopf steckt, um zu sehen, wie viel Wasser noch in der Erde steckt. Alles weitere ist jedoch mehr als revolutionär. Übers Internet leitet das Gerät die Information an den Micro-Blogging-Service Twitter weiter, wo die Meldung im eigenen Account gespeichert wird. Eine coole Sache, wenn man bedenkt, dass man so auch vom anderen Ende der Welt aus immer im Blick hat, ob die Nachbarin ihrer Aufgabe, während des Urlaubs ab und zu nach den Pflanzen zu sehen, auch tatsächlich nachkommt.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser - dieses altbewährte Motto stellt sich immer wieder als wahr heraus. Um in Sachen Pflanzen wirklich alles unter Kontrolle zu haben, kann man die jeweilige Twitter-Meldung auf aufs Handy weiterleiten lassen. So kann man sogar bei einer Wüstensafari in der Sahara den Durst seiner grünen Freunde in der Heimat im Auge behalten, während man selbst kurz vor dem Austrocknen steht.

Das einzige Manko des Botanicalls-Kit als Weihnachtsgeschenk, ist dass es sich eben nur um ein Kit, also um einen Bausatz handelt. Ein bisschen technisches Geschick sollte man also schon mitbringen, allerdings ist die Bedienungsanleitung laut Hersteller sehr ausführlich, und man bekommt sämtliche notwendigen Teile mitgeliefert. Nur ein Löt-Gerät muss man noch auftreiben.

1 Dollar am Tag

1. Oktober 2008, admin

Die regelmäßig wiederkehrenden Meldungen, wie viel Prozent der Weltbevölkerung von nur einem Dollar am Tag überleben müssen, sind immer wieder schockierend. Dennoch neigen die meisten von uns dazu, sich die Sache schönzureden, “schließlich kostet da ja alles auch nicht so viel”. Nun mögen solche Kommentare zwar nicht gerade von intellektueller Weitsicht zeugen, aber vielleicht liegt das einfach an der Tatsache, dass wir Erste-Welt-Gören uns gar nicht vorstellen können, was mit einem Dollar überhaupt anfangen soll, da unser Preisempfinden sowieso erst bei zweistelligen Beträgen in Gang kommt. Für einen Dollar, respektive 60 europäische Cent, kann man sich bei uns nunmal ÜBERHAUPT NICHTS nichts kaufen.

“Stimmt doch gar nicht”, dachten sich Ende August die Kalifornier Kerrie und Christopher aus der Nähe von San Diego. Das Paar beschloss, einen Monat lang von weniger als einem Dollar pro Person auszukommen. Dass dieses mickrige Budget nicht mehr als die notwendigste Nahrung hergeben würde, war klar. Wie wenig das Notwendigste sein kann, stellte sich schnell heraus …

Im Großen und Ganzen ernährten sich die Zwei von einfachen Kohlenhydraten, sprich: Zucker, Reis, Haferflocken, Weißmehl, Mais, etc., nach Belieben vermengt mit Bohnen, Nüssen und anderen Hülsenfrüchten. Das Ganze mit ein wenig Wasser und gesättigten Fettsäuren aller Art ergab sich daraus eine Cuisine, der es nicht nur an Geschmack, sondern vor allem an Vitaminen mangelte. Einzig das Fleisch sollten Kerrie und Christopher nicht vermissen - sie ernähren sich auch sonst vegan.

Die Folgen waren vorherzusehen: Gewichtsverlust, Kopfschmerzen, allgemeines Unwohlsein, Verdauungsprobleme, Konzentrationsstörungen plagten die beiden Tag für Tag, mit ansteigender Intensität. Damit auch der Rest der Welt von diesem Selbstversuch erfahren konnte, hinterließen Kerrie und Christopher jeden Tag einen Blog-Eintrag auf der Website One Dollar Diet Project.

Heute ist das Martyrium zu Ende gegangen: Das 1-Dollar-Pärchen hat sich endlich wieder ein richtiges Mahl gegönnt. So richtig vollwertig war das zwar auch nicht - es gab lecker Fleischersatz, Donuts und Maracuja-Eistee - aber immerhin hat das Ganze 20 Mäuse pro Person gekostet.

Dennoch haben Kerri und Christopher es geschafft, den wohlhabenderen und den sechs Milliarden Menschen dieser Erde vor Augen zu führen, dass Hunger nicht nur wenig essen, sondern auch schlecht essen bedeutet. Und wer sich die Rezepte des One Dollar Diet Project anschaut (bei einem habe ich es mir gestattet, es in meiner Essen-Rubrik unterzubringen), der weiß, was Armut heißt.

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