Hofbräuhaus Las Vegas

3. November 2008, admin

Hofbräuhaus Las VegasEgal, was die Welt an Kuriositäten zu bieten hat - Las Vegas kopiert sie. Die Replik der New Yorker Freiheitsstatue befindet sich ebenso in der Zockermetropole wie der Canale Grande, somit ist es kein Wunder, dass die wohl berühmteste Bierhalle Deutschlands, das Hofbräuhaus, ebenfalls in Vegas vertreten ist.

Die Fassade des Bavarian Restaurant ist jener des Münchner Originals fast bis aufs Detail nachempfunden und auch im Inneren erinnert vieles an das Vorbild des “Hoefbrawhaws” wie es in Übersee ausgesprochen wird. Laut offizieller Bekanntgabe werden fast alle Produkte der Kultgaststätte - ebenso wie ein Großteil der EInrichtung - aus bayerischen Landen importiert, nichtsdestotrotz merkt man immer noch, dass man sich in Amerika befindet.

Da wären zum Einen die Ketchup- und Senf-Flaschen an jedem Tisch. Auch die Tatsache, dass Weißwürste hier gebraten serviert werden, zeigt einem unmissverständlich, dass dies nicht die Heimat sein kann. Wie man sich fühlt, wenn der Herr am Nebentisch schließlich die besagte Senf- und Ketchup-Flasche nacheinander auf der gebratenen Weißwurst entleert, brauche ich wohl nicht mehr weiter zu erläutern. Nur eines sei Euch gesagt: Geht in Nevada lieber zu Wendy’s, da weiß man wenigstens, was man hat.

Heimatgefühl auf der 5th Avenue

28. September 2008, admin

Deutsche NationalfarbenDer September steht in New York stets im Zeichen der “German Americans” und ihres Ursprungslandes. Auch dieses Jahr füllten verschiedene Veranstaltungen mit Deutschland-Bezug die Stadt-Agenda, doch das eigentliche Highlight wartete - wie immer - am Schluss: die Steuben-Parade. Dieser Trachtenumzug entlang der Fifth Avenue erinnert an den aus Preußen stammenden General von Steuben und seine Verdienste im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg.

Lederhos’n und deutsches Bier, Blasmusik und Schuhplattler sind ebenso ein fester Teil der Steuben Parade wie Karnevalsgarden, Schützenmarsch und Funkemariechen. Die bunte Mischung aus deutschen Bräuchen verschiedener deutscher Regionen ist witzig, haut einen aber auch nicht um. Der Wesentliche Unterschied zu einer deutschen Parade ist wohl, dass bei uns um einiges mehr getrunken werden würde.

Lustig ist es trotzdem gewesen. Verblüfft war ich jedoch, als ich später am Abend - eher zufällig - bemerkte, dass die Spitze des Empire State Buildings in den deutschen Nationalfarben beleuchtet wurde. So sieht deutsch-amerikanische Freundschaft aus.

Bayern aufs Brot

25. August 2008, admin

Wer einen Bayern fragt, wo er denn am liebsten seinen Sommer verbringt, dann antwortet dieser garantiert: “Im Biergarten.” Die Frage, was er dort vorzugsweise trinkt, erübrigt sich, doch bei der Brotzeit scheiden sich die Geister, zumal die Vielfalt an deftigen Köstlichkeiten im Bajuwarenland schier unendlich zu sein scheint. Eine fehlt fast nie: der Obatzte - die wohl leckerste Käsepampe der Welt.

Zutaten

150 g vollreifer (!) Camembert

100 g vollreifer Romadur oder Limburger

100 g weiche Butter

2 Esslöffel Frischkäse

2 Teelöffel Kümmel

1 Teelöffel Paprikapulver

1-2 Zwiebeln

1 Bund Schnittlauch

Salz und Pfeffer

Den Käse grob in Stücke schneiden und zusammen mit dem Frischkäse zur Butter geben. Paprikapulver, Salz und Pfeffer dazu und alles mit einer Gabel so lange zerdrücken, bist eine sämige Masse entsteht (diese darf, je nach Geschmack auch etwas grober sein).

Die Zwiebeln sehr fein hacken, den Kümmel etwas andrücken und beides zum Brei geben. Nochmal drücken und rühren.

Jetzt muss nur noch der gehackte Schittlauch drauf, und fertig ist der Obatzte.

 

Schweden: Alles verboten.

14. August 2008, admin

GeschlossenSchweden ist ein wunderschönes Land. Für Familien. Für Romantiker. Für Naturliebhaber. Aber nicht für Partygänger.

Dabei ist es nicht so, dass die Skandinavier nicht gern feiern würden. Man erinnere sich nur an einen der letzten Sommerurlaube in Spanien, Griechenland oder Malta. Hier sind es fast immer die Schweden, Dänen, Finnen, Norweger, die am meisten auf die Kacke hauen, und als letzte aus den Clubs verschwinden, sogar nach den Engländern. Wer das schon immer komisch fand, sollte das nordeuropäische Königreich mal besuchen. Denn es gibt definitiv nichts Enttäuschenderes als ein Partywochenende in Stockholm.

Erstens ist Alkohol sündhaft teuer - ein Bier kostet umgerechnet zwischen 8 und 10 Euro.

Zweitens darf er nur zu bestimmten Urzeiten ausgeschenkt werden - um Mitternacht ist in aller Regel Schluss.

Drittens hätte es auch wenig Sinn, die Ausschankzeiten zu verlängern, da Schwedens Clubs um 2 Uhr morgens ihre Türen schließen - per Gesetz.

Das allerschlimmste aber ist, dass die Diskotheken, Bars und Clubs eigentlich super sind und mit derart abwechslungsreichen Konzepten an den Start gehen, dass man sich umso mehr ärgert, wenn die Party so früh zu Ende ist.

Alkopop - ein Nachruf

10. Juli 2008, admin

Verschiedene SpirituosenKürzlich beim Spaziergang durch die Getränkeabteilung von EDEKA - ich war auf der Suche nach einem spritzigen Aperitif für meine Gäste - wurde mir mal wieder klar, wie schnell sich die Welt doch ändert. Wie war das noch damals, als man sich das Cocktails mixen sparen konnte, schließlich waren die Regale voll von leckeren Alkopops. Wodka mit Zitronengeschmack; Rum mit Limette, Himbeer oder Orange; Gin in allen Varbvariationen - bei optimalem Alkoholgehalt zwischen 4 und 6 Prozent.

Dann kamen die bösen Gesundheitsschützer und stellten fest: das schmeckt auch kleinen Teenies gut, und schwupps, kostete eine Flasche Breezer, Ice und was es sonst noch so gab, gleich doppelt so viel. Weil die Politik es so wollte, gibt’s jetzt außer Wein und Bier nur noch den ganz harten Stoff im Regal, denn den mögen experimentierfreudige Pubertätsopfer ja überhaupt nicht, und deswegen ist er auch nicht so gefährlich. Komische Schlussfolgerung.

Alkopop, wir vermissen Dich!

 

Bayern, Bayern, Deine Biere

2. Juli 2008, admin

Man mag den Bajuwaren vorwerfen, was man will – Konservativismus, Provinzialismus, Grantlerei (zu deutsch: Nörglertum) – aber eines können Sie nun mal: Bier brauen. Vor allem der Gerstensaft aus München und Umgebung ist in aller Welt bekannt für seine Süffigkeit und die Reinheit der Zutaten, so dass man, auch wenn man gerade nicht in der Heimat weilt, nie auf das typisch deutsche Trinkvergnügen verzichten muss.

Allerdings bedarf es einer gewissen sprachlichen Gewandtheit, um im Ausland an ein kühles Blondes bayerischer Herkunft zu gelangen. Denn nur weil das Bier auf der Karte steht, heißt das nicht, dass der Kellner auch weiß, wie man seinen Namen ausspricht. Und dies kann einem echten Problem werden, wenn man keine Ahnung hat, wie es im jeweiligen Sprachbereich klingt.

Als ich zum Beispiel mal in Dijon ein Erdinger Weißbier bestellen wollte – in einem Lokal, das mindestens 100 verschiedene Biere aus zig Ländern im Angebot hatte – blieb mir nach drei mündlichen Versuchen nichts anderes übrig, als es dem Garçon zu zeigen. Seitdem weiß ich, dass ich in Frankreich nach „Erdingé“ fragen muss, um ein kräftiges Hefeweizen zu bekommen.

In Mexico City hat man es da ein bisschen leichter, weil sich „Lobenbrau“ und „Löwenbräu“ nicht allzu stark unterscheiden, während man sich in L.A. schon wieder anstrengen muss, um die Bedeutung von „HB Munich Beer“ zu entschlüsseln. (Lösung: „Hofbräu“)

Doch nun zu Münchens Hausbier, dem „Augustiner“ (ich lehne mich da einfach mal so weit aus dem Fenster, zu behaupten, dass die meisten meine Meinung teilen werden). Besonders stolz sind die zuweilen etwas eigenbrötlerischen Bewohner der weißblauen Landeshauptstadt darauf, dass die traditionell orientierte Brauerei es bisweilen nicht nötig gehabt hat, ihr Bier außerhalb der Region zu verkaufen. Deshalb ist das populäre „Helle“ mit dem fröhlichen Mönch nicht einmal überall in Bayern zu haben, geschweige denn nördlich des Weißwurst-Äquators. Umso mehr wunderte ich mich, als in einer Berliner Kneipe kürzlich den Klang des mir so wohlbekannten Namens aus einer Ecke schallen hörte. Ich traute meinen Ohren nicht, doch tatsächlich: Au-gus-ti-ner! Der Blick in die Karte bestätigte meine Wahrnehmung noch einmal, und natürlich habe ich mir direkt eins bestellt. Home sweet home …

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