Was wäre, wenn …

10. November 2008, admin

Kaum ist Barack Hussein Obama zum 44. Präsidenten der USA gewählt worden, muss man sich schon Sorgen machen, dass ihn das selbe Schicksal ereilen könnte wie einst John F. Kennedy. Bereits während des Wahlkampfs hat der Noch-Senator aus Illinois ein ganzes Heer von Bodyguards um sich geschart, weil ein Teil des weißen Amerika sich noch immer nicht damit anfreunden kann, dass das Erbe der WASP-Herrschaft (WASP = White, Anglo-Saxon, Protestant) nach 250 Jahren wegbröckelt. So wie JFK, der Ire und katholisch war, erfüllt auch BHO zwei dieser drei Kriterien nicht: Er ist schwarz und demnach offensichtlich auch kein Angelsachse. Schade, dass er allein deshalb Angst haben muss, Opfer eines Attentats zu werden.

Da stellt sich jedoch die Frage: Was wäre, wenn Obama vor seiner Amtseinführung im Januar getötet werden würde? Schließlich ist im Moment noch George Bush der Amtsinhaber im Oval Office.

Um die Antwort auf dieses Problem zu finden, muss man erst einmal festhalten, dass Barack Obama eigentlich noch gar nicht zum Staatschef gewählt wurde. Dies geschieht offiziell erst am 15. Dezember, wenn das Wahlmänner-Gremium, besetzt mit den Gesandten aller 50 Bundesstaaten, zusammentritt, um seine Stimmen abzugeben. Da die Wahlmänner laut Verfassung nicht an die Weisung des Volkes gebunden sind, ist seine Erhebung zum Präsidenten - zumindest theoretisch - bis dahin ohnehin nicht sicher. Das zweite entscheidende Datum ist der 3. Dienstag im Januar, also der 20.1.2009. An diesem Tag wird der neue Präsident in sein Amt eingeführt.

Somit sind zwei Szenarien möglich: Würde Obama vor dem 15. Dezember etwas zustoßen, so bliebe Bush bis 20. Januar im Amt um dann von der Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, abgelöst zu werden. Sie hat momentan die dritthöchste Position im Staat inne, weshalb sie automatisch nachrückt, wenn Präsident und Vize zwecks Abwahl gleichzeitig ausscheiden. Denn wie gesagt - bis 15.12. gelten weder Obama noch Biden als gewählt.

Nach dem 15. Dezember, wenn das Electoral College die Ernennung Obamas zum Staatsoberhaupt und die Erhebung Joe Bidens zu seinem Vertreter beschlossen haben, würde Bush im Falle des Todes von Obama am 20. Januar durch Biden ersetzt werden.

Wohlgemerkt: In beiden Fällen - von denen wir hoffen, dass sie niemals eintreten mögen - wären keine Neuwahlen nötig. Das Amt des “Speakers” ist regulär für diese Nachfolgeregelung vorgesehen.

 

Sarah Palin

5. November 2008, admin

Sie möchte Alaskas Natur den Energie-Interessen der amerikanischen Nation opfern, sie liebt es, Baby-Robben zu erlegen und sie hält es für richtig, ihre minderjährige Tochter mangels Aufklärung schwanger werden zu lassen - unsere heißgeliebte Sarah Palin.

Komischerweise ist die ehemalige Gouverneurin des immerhin 683.500 Einwohner zählenden Bundesstaates Alaska erst nach ihrer Ernennung zur offiziellen Co-Kandidatin von John McCain zu internationalem Ruhm gelangt. Als Oberhaupt jenes Staates, der die einzige Landgrenze zum bösen, bösen Russland besitzt, kennt sie sich schließlich auf dem internationalen Parkett bestens aus. Dazu kommt, dass sie - im Gegensatz zu den männlichen Schwächlingen in Washington - die einzige zu sein scheint, die noch weiß, wie man Probleme anpackt. Eine echte Hockey Mom eben. 

Wer hätte gedacht, dass eine derart respektable Grande Dame der Politik, einmal so berühmt werden könnte, dass man ihr sogar einen auf sie zugeschnittenen Porno widmet? Das hat nicht mal Angela Merkel geschafft, Sarah Palin hingegen kann dank “Who’s nailin’ Paylin” nun Gratis-Publicity einsacken. In dem Sex-Streifen aus dem Hause Larry Flint Productions wird die Hauptfigur, Serra Paylin, in ihrer Blockhütte von zwei russischen Soldaten, die sich im Grenzgebiet verfahren haben, ”hochgenommen”. Auch in den weiteren Szenen werden die politischen Qualifikationen der Queen of Wasilla mit wenige Dialog, aber dafür umso mehr Körpersprache, gebührend gewürdigt.

 

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Wie schade, dass sie am Ende doch nicht zur Vizepräsidentin der Vereinigten Staaten erkoren wurde! Dann hätten die Amerika und Welt endlich mal zu schätzen gewusst, dass George W. Bush doch eigentlich ein ganz netter Kerl gewesen ist. Dieser hat sich im Hinblick auf die Suche nach Energiequellen wenigstens auf die “Achse des Bösen” konzentriert und sich für seine Ölförderung wenigstens ein Land ausgesucht, das man vom Tellerrand der westlichen Welt aus nicht so gut sehen kann. Seine Töchter sind züchtige christliche Mädchen und wenn Georgieboy sich mal mit dem Mord an Tieren beschäftigen möchte, dann lässt er sich von seiner Laura ein paar Spare Ribs auf den Grill legen.

Wie sollen wir nun damit klar kommen, dass die freie Welt nun von einem streberhaften Kosmopoliten regiert wird? Jemand, der so seriös und eloquent daherkommt wie dieser Obama, wie soll der denn mit den ganzen Schreihälsen auf der Welt umgehen können? Hat der überhaupt eine Ahnung, wie man einen ordentlichen Krieg anzettelt?

Obama in Berlin

28. Juli 2008, admin

Für uns ist er ja schon fast Präsident: Barack Obama, der Demokratische Senator aus Illinois, der bei den nächsten US-Wahlen antritt, um George W. Bush im höchsten Amt der Vereinigten Staaten abzulösen.

Dass GWB - die Amis geben ihren verflossenen “Leaders” ja gerne ein Initialkürzel - nicht mehr antreten darf, ist für uns in Europa (zum großen Teil) eine Erleichterung. Obwohl es uns an sich nichts angeht, hat wohl jeder von uns sein ganz eigenes Bild von Amerika, das ursprünglich sehr oft positiver ausgefallen ist als jenes von unserem eigenen Land. Von Kindheit an geprägt durch Fernsehserien, in denen Weiße und Schwarze friedlich in derselben Nachbarschaft leben, durch Filme, in denen sich Benachteiligte zusammentun um ihr Recht vor einer ehrfurchterbietenden Justiz zu erstreiten, und durch Geschichten, die uns zeigen, das Kriegsfeindschaft dadurch beendet werden kann, dass die Sieger den Besiegten die Hand reichen um ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen, obwohl sie selbst zuvor versucht haben, die ganz Welt zu unterjochen.

Das Weiße Haus

Dann kam der Mann, der plötzlich ganz augenscheinlich einzig und allein die Interessen Amerikas vertrat. Und wir moquierten uns darüber, wie jemand Präsident eines demokratischen Landes werden kann, obwohl die Mehrheit der Bürger einem anderen Mann ihre Stimme gegeben hat. Doch geben wir’s zu: Auch ein Präsident Obama wird nur dem Auftrag folgen, der ihm kraft seines Amtes zusteht, und nur dann unserer Meinung sein, wenn diese in seiner Heimat ebenfalls gut ankommt. Und wahrscheinlich würde keiner von uns Kritik üben, wenn das erste afrikanischstämmige Staatsoberhaupt der USA nur deshalb gewinnt, weil er die meisten Electoral Votes erlangt ohne die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen zu erhalten.

Außerdem dürfen die Leute, die Obamas Rede in Berlin vernommen und gedacht haben, “Mensch, endlich wieder ein Präsident, der auch uns schätzt,” nicht vergessen, dass der Grund für seinen spektakulären Auftritt an der Siegessäule vor allem im Imagegewinn zu Hause gelegen hat. Dass er von uns gemocht werden will, könnte schlicht und einfach daran liegen, dass Amerikas Bürger es satt sind, sogar von ihren politischen Verbündeten kritisch beäugt zu werden. Ein Kandidat, der zeigt, dass sie mit ihm wieder als globale Vorbilder gelten würden, deren Werte und Lebensstil als fortschrittlich und respektabel gelten, hat einfach größere Chancen gewählt zu werden.

Aus dieser Perspektive erscheint der Deutschland-Besuch von Barack Obama in einem ganz anderen Licht, nämlich jenem einer propagandistischen Wahlkampf-Kultur, die die meisten von uns verachten - haben wir doch unsere ganz eigenen Erfahrungen mit deren Wirkungsweise gemacht. Und auch die Schelte von Konkurrent McCain, dessen Sprecher sich öffentlich über die “kriecherischen” Deutschen ausgelassen hat, die zu Hunderttausenden auf die Straße des 17. Juni geströmt sind, wirkt aus dieser Perspektive gar nicht mehr so beleidigend. Schließlich war auch die Bundeskanzlerin etwas irritiert über den Hype, der um jemanden gemacht wird, der (noch) kein international relevantes Amt innehat (Quelle: spiegel.de)

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