Andreas Zwickl

28. Februar 2009, admin

SpritzenWer hätte gedacht, dass gerade die CDU in einen handfesten Drogenskandal rutschen könnte? Kurz nachdem die “Heilbronner Stimme” darüber berichtet hatte, dass bei einem Neckarsulmer Kommunalpolitiker der Union 80 Gramm verkaufsfertiges Heroin gefunden wurden, gab die Kreisgeschäftsstelle der Partei eine Pressemitteilung heraus, in der sie unter anderem den Amtsverzicht des Verdächtigen publik machen. Andreas Zwickl heißt der Mann, der bis vor Kurzem noch als lokaler Hoffnungsträger der CDU gegolten hat, und gerade er ist es, der der CDU jetzt einen unabsehbaren Image-Schaden beschert.

Aufgewachsen im Kreis Heilbronn, besuchte er zunächst ein Internat am Bodensee, um dann Mitte der 80er den Friseurberuf zu erlernen. 1987 trat er der CDU bei, seine Parteikarriere begann jedoch erst 1994 als Mitarbeiter im Bezirksvorstand der Jungen Union in Nordwürttemberg. Verschiedene Tätigkeiten folgten, unter anderem als Wahlkampfleiter für den Bundestagskandidaten Christian von Stetten im Jahr 2002.

Vor der Festnahme war er Kandidat für die kommenden Gemeinderatswahlen in Neckarsulm und stand als Ersatzbewerber auf dem ersten Listenplatz der CDU für die Europawahl. Vom Politiker zum Dealer zum Knacki - das ist doch mal eine Vorzeigekarriere eines Konservativen  :-)

Kennst Du Dein Land?

6. Oktober 2008, admin

Eine langjährige Aufenthaltsgenehmigung, ein fester Job und ein einwandfreies Führungszeugnis sind schon immer die Voraussetzung dafür gewesen, dass Einwanderer in Deutschland eingebürgert werden dürfen. Seit Kurzem - Baden-Württemberg hatte die Entwicklung damals angestoßen - muss man auch noch einen Einbürgerungstest bestehen, wenn man in den Besitz des roten Passes mit dem goldenen Adler gelangen möchte.

Natürlich gab es auch gleich einen Aufschrei, die Fragen seien viel zu schwer. Nicht mal von gebürtigen Deutsche könne man erwarten, dass sie alle Antworten kennten - sagen die einen. Völlig egal, denn wer nicht als Deutscher geboren wurde, müsse sich nun mal etwas mehr anstrengen - sagen die anderen.

Wie schwer der Test tatsächlich ist, kann man mittlerweile auf zahlreichen Websites selbst ausprobieren. Auch die WAZ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung) hat ein Modul online gestellt, mit dem man seine landeskundlichen Kenntnisse unter Beweis stellen darf um herauszufinden, ob man es überhaupt verdient hat, ein Bürger im Land der Dichter und Denker zu sein. Zum Test

 

16 Länder, 16 Ladenöffnungszeiten.

15. August 2008, admin

Es hat ja etwas für sich, dass Deutschlands Bundesländern seit einiger Zeit mehr politische Kompetenzen zugestanden werden. So können die jeweiligen Regierungen näher am Bürgerwillen agieren und sich flexibel auf regionale Bedürfnisse einstellen. Nun mag man meinen, diese könnten ja so unterschiedlich nicht sein, schließlich bleibt Deutschland noch immer Deutschland, und trotz unterschiedlicher Mentalitäten sind wir doch alle gar nicht so anders. Oder?

Zumindest beim Einkaufen scheinen die Geschmäcker dann aber doch ganz schön aus einander zu gehen, denn nachdem letztes und vorletztes Jahr fast alle Länder ihre Ladenöffnungszeiten neu reguliert haben, schließen die Geschäfte von Nord nach Süd und von Ost nach West zu komplett unterschiedlicher Stunde ihre Pforten.

Bayern: Wie sollte es anders sein - hier gilt das konservativste Gesetz Deutschlands. Mo-Sa bis 20 Uhr. An Sonntagen bleibt (fast) immer geschlossen. Doch es gibt bereits Initiativen, mit diesem Missstand endlich aufzuräumen.

Baden-Württemberg: Mo - Sa darf rund um die Uhr geöffnet werden. An Sonntagen wird grundsätzlich nicht verkauft.

Berlin: Mo - Sa gibt es keine Regulierungen von staatlicher Seite. 10 Mal pro Jahr darf auch an Sonntagen geöffnet werden (bis 20 Uhr).

Brandenburg: Mo - Sa kann man rund um die Uhr shoppen. An den 6 verkaufsoffenen Sonntagen im Jahr darf ebenfalls 24 Stunden lang geöffnet werden.

Bremen: Auch hier kann von Mo - Sa grenzenlos eingekauft werden. Sonntags bleibt geschlossen.

Hamburg: Die Hansestadt hat auch schon in der Vergangenheit mit sehr liberalen Ladenöffnungszeiten geglänzt. Unter der Woche darf nun unbegrenzt geöffnet bleiben, in St. Pauli (Reeperbahn und Umgebung) können Händler eine Ausweitung auf den Sonntag beantragen. Ein Highlight in Hamburg ist, dass Friseure sonntags grundsätzlich arbeiten dürfen.

Hessen: Auch hier unterliegen Kunden und Händler von Mo - Sa keinerlei Einschränkungen. Sonntage können bei “besonderem Bedarf” (Festtage, Touristische Events) auf Antrag freigegeben werden.

Mecklenburg-Vorpommern: Mo - Fr darf rund um die Uhr geöffnet werden, Sa bis 22 Uhr. Sonntags prinzipiell geschlossen.

Niedersachsen: Mo - Sa gibt es keine Öffnungszeitenbeschränkung. Sonntags bleiben die Geschäfte zu.

Nordrhein-Westfalen: An Werktagen gibt es keinerlei Einschränkungen in Sachen Öffnungszeiten. Zudem sind jährlich 4 verkaufsoffene Sonntage erlaubt.

Rheinland-Pfalz: Das traditionsverhaftete Bundesland konnte sich nur zu einer Erweiterung der bestehenden Ladenöffnungszeiten durchringen. Mo - Sa bis 22 Uhr. Sonntag zu.

Saarland: Wie in Bayern müssen alle Läden an Werktagen um 20 Uhr schließen, nur 1 Mal im Jahr um 24 Uhr. Am Sonntag darf generell nicht eingekauft werden. Ausnahme: Kur- und Wallfahrtsorte.

Sachsen: Mo - Sa darf bis 22 Uhr Stunden eingekauft werden, zusätzlich 4 Mal im Jahr auch am Sonntag von 12 - 18 Uhr.

Sachsen-Anhalt: Mo - Fr rund um die Uhr, Sa bis 20 Uhr. Vier verkaufsoffene Sonntag mit jeweils 5 Stunden.

Schleswig-Holstein: Mo - Sa gibt es keine Beschränkungen. Viele Ausnahmen für Sonntage sorgen auch hier für liberales Einkaufsvergnügen.

Thüringen: Rund um die Uhr einkaufen geht von Mo - Sa. Ausnahmsweise sind auch die Sonntage freigegeben.

 

Rauchen erlaubt!

30. Juli 2008, admin

Hinweisschild für RaucherclubsDa hat der eine oder andere Raucher aber ausnahmsweise mal aufgeatmet anstatt eingeatmet - das Bundesverfassungsgericht hat am 30. Juli bekannt gegeben, dass die Nichtraucherschutz-Gesetze von Berlin und Baden-Württemberg nicht grundgesetzkonform seien, weil sie eine Wettbewerbsverzerrung zum Nachteil kleiner Gastronomiebetriebe darstellten. Wenige Stunden bereits zog es Hunderttausende in ihre ehemalige Stammkneipe aus pränikotinophoben Zeiten, die sich dort sogleich provokativ eine anzündeten. Die jeweiligen Regierungen verkündeten eine vorübergehende Aufhebung der gesetzlichen Bestimmungen, bis die Lage entsprechend der Vorgaben des BVerfG neugeregelt sei.

Paradoxerweise wurde der Nichtraucherschutz in Bayern nicht kritisiert, wohl weil im Freistaat ein absolutes Rauchverbot herrscht. Dass dieses mittlerweile nur noch auf dem Papier existiert, weiß jeder, der in den letzten Monaten in München, Nürnberg, Würzburg oder Passau eine Kneipentour gemacht hat. Allzu oft wird man an der Tür nach einer Mitgliedskarte gefragt - nein, das hat nichts mit der ausgeprägten Vereinskultur der Süddeutschen zu tun - und kaum betritt man den Laden, kommt einem schon der wohlbekannte Geruch entgegen, der kurz nach Beginn des Jahres 2007 für einige Wochen verschwunden gewesen ist.

Das Wort Raucherclub hat sich im bayerischen Wortschatz bereits seinen Platz gesichert. Und auch das typische blaue Schild mit der weißen Zigarette ist sicher nicht zufällig an die Farbgebung der Bajuwarenflagge angelehnt.

Und mal wieder haben wir dem Rest von Deutschland gezeigt, dass wir den Schutz unserer Bürger besonders ernst nehmen ;-)

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