Freaky Zahnspange

30. Januar 2009, admin

Mädchen mit ZahnspangeViele haben sie bereits in der Pubertät hinter sich gebracht: die verhasste Zahnkorrektur. Fast bei steht irgendwas im Mund nicht am richtigen Platz, weshalb eine Spange nötig ist oder aus ästhetischen Gründen empfohlen wird. Weil die Zeit, in der man sie tragen muss, aber alles andere als ästhetisch ist, drückt man sie zumeist Kindern auf die Beißerchen. Die können sich ja sowieso nicht dagegen wehren und später werden sie es einem danken.

Die einen oder anderen haben sich doch gewehrt und sind von der metallischen Mundqual verschont geblieben. Und nicht wenige unter ihnen bereuen es vielleicht, weil sie Tag für Tag ein, zwei Zähne entdecken, deren Fehlstellung sie jetzt doch stört. Aber welcher erwachsene Mensch, der im Berufsleben steht, kann sich schon dazu durchringen, Monate oder Jahre lang mit einem Gartenzaun im Mund herum zu laufen?

Wenn man sich also dazu durchringt, eine Zahnkorrektur durchführen zu lassen, und obendrein noch einen Batzen Geld dafür auf den Tisch legt, dann soll die Spange doch bitte so unauffällig wie möglich sein. Die meisten bisherigen derartigen Versuche sind jedoch wenig zufriedenstellend gewesen: transparente Plastik-Brackets waren nicht stabil genug, um die ganze Behandlung über zu halten, und wenn man sie auf die Zahn-Innenseiten klebte, um sie zu verstecken, führte dies oft zu wunden Stellen am Zahnfleisch.

Das neue Zahnkorrektur-System Invisalign aus Amerika will mit diesen Problemen aufräumen. Bei Invisalign wird die Korrektur falsch stehender Zähne mittels einer transparenten Zahnschiene durchgeführt. Alle zwei Wochen wird ein neue Version davon gefertigt, so dass sich das Gebiss nach und nach in die richtige Position begeben kann. Der antiallergische Kunststoff, aus dem der Aligner gefertigt ist, soll Reizungen verhindern, und weil das Ding durchsichtig ist, fällt es in der Tat kaum auf.

Zum Essen nimmt man die Schiene einfach heraus und setzt sie hinterher wieder ein. Die Behandlungsdauer entspricht in etwa der bei einer herkömmlichen Zahnspange. Wahrscheinlich ist Invisalign für Jugendliche genauso verträglich wie für Erwachsene, aber weil es nicht von der Krankenkasse übernommen wird, nagelt man dem Nachwuchs noch immer den Mund mit Metallstiften zu. Ist man volljährig, wird jedoch auch die normale Spange nicht mehr von der Kasse erstattet, deshalb lohnt sich Invisalign eben gerade für Erwachsene.

Russlandturm gestoppt

23. November 2008, admin

Vor ein paar Monaten habe ich hier im Blog einen Artikel über das momentan gigantischste urbane Bauprojekt Europas - die Baschija Rossija (Russland-Turm) in Moskau - gepostet. Ziel des Wahnsinnsprojekt war es, der russischen Hauptstadt das höchste Haus Europas und nach dem Burj Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten zweithöchste Gebäude der Welt zu bescheren.

So wie es mittlerweile aussieht, wird daraus jedoch wohl nichts. Zumindest nicht so schnell. Denn wie heute der FAZ zu entnehmen war, íst das Projekt vorerst gestoppt. Wieso? Na, wegen der Finanzkrise, was sonst? Nach und nach breitet sich die Seuche aus den USA überall aus … dass wir es noch nicht ganz so arg spüren, liegt definitiv an der Tatsache, dass die Bundesregierung mit Ihrem Hilfsangebot für die Banken den Markt etwas zur Ruhe bringen konnte.

Jedenfalls scheinen die für den Bau von Baschija Rossija zuständigen Investoren im Umfeld des Milliardärs Schalwa Tschigirinski die Kohle ausgegangen zu sein. Oder das Risiko, dass keiner in den über 600 Meter hohen Turm einziehen will, ist zu groß geworden. In jedem Fall ist es sehr schade, dass dieses Projekt nicht verwirklicht wird, denn bis jetzt war es besonders spannend zuzusehen, wie sich Moskau prächtig entwickelt und seinen Ruf als luxusorientierte Glitzermetropole immer weiter ausbaut.

Doch der Rückschlag wird wohl ohnehin nicht lange anhalten. Schließlich verdient man in Russland - anders als in Mitteleuropa oder Amerika - das große Geld immer noch mit Rohstoffen. Und die sind bislang noch reichlich vorhanden, weshalb auch die Kohle bald wieder fließen wird.

NLP - Sektenwerkzeug oder Lebenshilfe?

17. November 2008, admin

Ablehnung in Zustimmung umwandeln - das ist das Ziel der Neurolinguistischen Programmierung, kurz: NLP. Bei NLP handelt es sich um eine Methode aus dem Werkzeugkasten des Personal Coaching, entwickelt in den 70er Jahren in den USA, setzt sie sich seit Jahren auch in Deutschland immer mehr durch und wird unter anderem in Verkaufsseminaren und Lebensbewältigungs-Kursen gelehrt.

Das Prinzip von NLP funktioniert vor allem durch Vergleich und Vereinfachung. Der Psychologe Richard Bandler und der Linguist John Grindler haben im Laufe ihrer gemeinsamen Forschungsarbeit ein Modell entwickelt, dass davon ausgeht, man könne anhand der Beobachtung erfolgreicher Persönlichkeiten deren prägende Verhaltensmuster isolieren um so hinter das Geheimnis ihres Erfolgs zu kommen. Im nächsten Schritt gilt es dann, sich selbst diese Verhaltensmuster anzueignen um schließlich selbst in den Genuss gesellschaftlicher Anerkennung zu kommen.

Was so merkwürdig theoretisch klingt, ist eigentlich eine ganz simple menschliche Eigenschaft: Sehen, verstehen, kopieren als Weg der persönlichen Entwicklung. Möchte ich ein guter Verkäufer werden, dann schaue ich, wie andere gute Verkäufer arbeiten, und ahme sie nach. Will ich meine Kinder gut erziehen, dann schaue ich, wie andere Eltern, deren Kinder ich für gut erzogen halte, ihren Nachwuchs großziehen. Und so weiter.

NLP’ler gehen von einem konstruktivistischen Weltbild aus, welches besagt, dass die Realität im Wesentlichen der individuellen Wahrnehmung entspringt. “Wahr ist, was ich für wahr halte” - nach diesem Motto arbeiten NLP’ler an ihrer Persönlichkeit. Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden, allerdings kann dieser Grundsatz auch verkehrt werden in Richtung des Gegenübers: “Für Dich ist wahr, was Du für wahr hältst.” Daraus folgt: “Wenn ich Deine Wahrnehmung der Wahrheit ändern kann, dann kann ich auch Deine Realität verändern.” Und das nennt man dann: Manipulation.

Dieser Vorwurf an die NLP-Methoden hat dazu geführt, dass Neurolinguistisches Programmieren sich aus einigen Bereichen, wie zum Beispiel der Lehrerfortbildung zurückziehen musste. Hatte man vormals geglaubt, dass sich Problemkinder leichter handhaben ließen, wenn man sie mit NLP bearbeitete, zogen Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein das entsprechende Kursangebot wegen des manipulativen Potenzials zurück.

Auch wird einigen NLP-Organisationen eine Nähe zu Scientology nachgesagt. Dies mag nicht zu belegen sein, allerdings ist es bekannt, dass die Psycho-Sekte mit NLP-Methoden arbeitet um ihren Mitgliedern vorzugaukeln, sie könnten damit ihre Selbstkontrolle steigern. In Wirklichkeit verwickelt die vermeintliche “Kirche” ihre Anhänger damit in ein immer engeres Abhängigkeitsverhältnis.

Was wäre, wenn …

10. November 2008, admin

Kaum ist Barack Hussein Obama zum 44. Präsidenten der USA gewählt worden, muss man sich schon Sorgen machen, dass ihn das selbe Schicksal ereilen könnte wie einst John F. Kennedy. Bereits während des Wahlkampfs hat der Noch-Senator aus Illinois ein ganzes Heer von Bodyguards um sich geschart, weil ein Teil des weißen Amerika sich noch immer nicht damit anfreunden kann, dass das Erbe der WASP-Herrschaft (WASP = White, Anglo-Saxon, Protestant) nach 250 Jahren wegbröckelt. So wie JFK, der Ire und katholisch war, erfüllt auch BHO zwei dieser drei Kriterien nicht: Er ist schwarz und demnach offensichtlich auch kein Angelsachse. Schade, dass er allein deshalb Angst haben muss, Opfer eines Attentats zu werden.

Da stellt sich jedoch die Frage: Was wäre, wenn Obama vor seiner Amtseinführung im Januar getötet werden würde? Schließlich ist im Moment noch George Bush der Amtsinhaber im Oval Office.

Um die Antwort auf dieses Problem zu finden, muss man erst einmal festhalten, dass Barack Obama eigentlich noch gar nicht zum Staatschef gewählt wurde. Dies geschieht offiziell erst am 15. Dezember, wenn das Wahlmänner-Gremium, besetzt mit den Gesandten aller 50 Bundesstaaten, zusammentritt, um seine Stimmen abzugeben. Da die Wahlmänner laut Verfassung nicht an die Weisung des Volkes gebunden sind, ist seine Erhebung zum Präsidenten - zumindest theoretisch - bis dahin ohnehin nicht sicher. Das zweite entscheidende Datum ist der 3. Dienstag im Januar, also der 20.1.2009. An diesem Tag wird der neue Präsident in sein Amt eingeführt.

Somit sind zwei Szenarien möglich: Würde Obama vor dem 15. Dezember etwas zustoßen, so bliebe Bush bis 20. Januar im Amt um dann von der Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, abgelöst zu werden. Sie hat momentan die dritthöchste Position im Staat inne, weshalb sie automatisch nachrückt, wenn Präsident und Vize zwecks Abwahl gleichzeitig ausscheiden. Denn wie gesagt - bis 15.12. gelten weder Obama noch Biden als gewählt.

Nach dem 15. Dezember, wenn das Electoral College die Ernennung Obamas zum Staatsoberhaupt und die Erhebung Joe Bidens zu seinem Vertreter beschlossen haben, würde Bush im Falle des Todes von Obama am 20. Januar durch Biden ersetzt werden.

Wohlgemerkt: In beiden Fällen - von denen wir hoffen, dass sie niemals eintreten mögen - wären keine Neuwahlen nötig. Das Amt des “Speakers” ist regulär für diese Nachfolgeregelung vorgesehen.

 

American Apparel vs. H&M

6. November 2008, admin

In den letzten beiden Jahrzehnten gab es zwei Modeketten, die den Markt für jugendliche Fashion revolutioniert haben: Beide sind bekannt dafür, aktuelle Trends aufzugreifen und neue zu setzen, ohne den Kunden dabei tief in die Tasche zu greifen - und dennoch liegen Welten zwischen H&M und American Apparel. Was unterscheidet die beiden Textilgiganten und was haben sie gemeinsam? Kann man sagen, einer von beiden ist der Bessere?

Rein zahlenmäßig stellt H&M seinen amerikanischen Wettbewerber komplett in den Schatten, doch uns als Kunden hat das zunächst nicht zu interessieren. Trotzdem ist der schwedische Konzern mittlerweile in so gut wie jeder mittelgroßen Stadt vertreten und erreicht so einfach eine viel breitere Masse. Was nicht heißt, dass der Konkurrent aus L.A. nicht ebenfalls auf einen möglichst weiten Kundekreis setzt und dies in den USA auch durchaus mit Erfolg.

Ein wesentlicher Unterschied besteht in der Philosophie hinter den Unternehmen. Während H&M die Produktionskosten seiner Kollektionen durch Niedriglohnproduktion halten muss, um die Top-Models zu bezahlen, die von seinen überlebensgroßen Werbeplakate prangen, kommuniziert American Apparel lediglich die eigene Firmenstruktur um seine Produkte zu preisen. Integrierte Produktion mit Tarifgarantie lautet die Devise bei AA - eine Strategie mit der sich auch die so genannten “Conscious Consumers” für die Klamotten aus Kalifornien begeistern lassen.

Für viele ist dies bereits das schlagende Argument. Doch auch, wenn man die Sache etwas simpler sieht, hat American Apparel vielleicht tatsächlich den richtigen Weg eingeschlagen. Denn die amerikanische Low-Cost-Fashion-Kette stellt Kleidung her, die durch ihre simplen Schnitte und einfarbigen, unbedruckten Stoffe zwar irgendwie unscheinbar wirkt. Der bewusste Verzicht auf ein sichtbares Branding zeigt aber, dass man genau jenen Aha-Effekt vermeiden möchte, den H&M-Ware auslöst: “Schau mal, das T-Shirt hab’ ich bei Hennes gesehen, das kostet 14,90.”

Ob der American Style gegenüber dem Swedish Chic bestehen kann, muss am Ende natürlich jeder für sich selbst entscheiden. Je nachdem, ob ein Trend gerade über den großen Teich zu uns schwappt, oder eben aus Europa in die USA, wird mal der eine, mal der andere vorne liegen.

Sarah Palin

5. November 2008, admin

Sie möchte Alaskas Natur den Energie-Interessen der amerikanischen Nation opfern, sie liebt es, Baby-Robben zu erlegen und sie hält es für richtig, ihre minderjährige Tochter mangels Aufklärung schwanger werden zu lassen - unsere heißgeliebte Sarah Palin.

Komischerweise ist die ehemalige Gouverneurin des immerhin 683.500 Einwohner zählenden Bundesstaates Alaska erst nach ihrer Ernennung zur offiziellen Co-Kandidatin von John McCain zu internationalem Ruhm gelangt. Als Oberhaupt jenes Staates, der die einzige Landgrenze zum bösen, bösen Russland besitzt, kennt sie sich schließlich auf dem internationalen Parkett bestens aus. Dazu kommt, dass sie - im Gegensatz zu den männlichen Schwächlingen in Washington - die einzige zu sein scheint, die noch weiß, wie man Probleme anpackt. Eine echte Hockey Mom eben. 

Wer hätte gedacht, dass eine derart respektable Grande Dame der Politik, einmal so berühmt werden könnte, dass man ihr sogar einen auf sie zugeschnittenen Porno widmet? Das hat nicht mal Angela Merkel geschafft, Sarah Palin hingegen kann dank “Who’s nailin’ Paylin” nun Gratis-Publicity einsacken. In dem Sex-Streifen aus dem Hause Larry Flint Productions wird die Hauptfigur, Serra Paylin, in ihrer Blockhütte von zwei russischen Soldaten, die sich im Grenzgebiet verfahren haben, ”hochgenommen”. Auch in den weiteren Szenen werden die politischen Qualifikationen der Queen of Wasilla mit wenige Dialog, aber dafür umso mehr Körpersprache, gebührend gewürdigt.

 

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Wie schade, dass sie am Ende doch nicht zur Vizepräsidentin der Vereinigten Staaten erkoren wurde! Dann hätten die Amerika und Welt endlich mal zu schätzen gewusst, dass George W. Bush doch eigentlich ein ganz netter Kerl gewesen ist. Dieser hat sich im Hinblick auf die Suche nach Energiequellen wenigstens auf die “Achse des Bösen” konzentriert und sich für seine Ölförderung wenigstens ein Land ausgesucht, das man vom Tellerrand der westlichen Welt aus nicht so gut sehen kann. Seine Töchter sind züchtige christliche Mädchen und wenn Georgieboy sich mal mit dem Mord an Tieren beschäftigen möchte, dann lässt er sich von seiner Laura ein paar Spare Ribs auf den Grill legen.

Wie sollen wir nun damit klar kommen, dass die freie Welt nun von einem streberhaften Kosmopoliten regiert wird? Jemand, der so seriös und eloquent daherkommt wie dieser Obama, wie soll der denn mit den ganzen Schreihälsen auf der Welt umgehen können? Hat der überhaupt eine Ahnung, wie man einen ordentlichen Krieg anzettelt?

Hofbräuhaus Las Vegas

3. November 2008, admin

Hofbräuhaus Las VegasEgal, was die Welt an Kuriositäten zu bieten hat - Las Vegas kopiert sie. Die Replik der New Yorker Freiheitsstatue befindet sich ebenso in der Zockermetropole wie der Canale Grande, somit ist es kein Wunder, dass die wohl berühmteste Bierhalle Deutschlands, das Hofbräuhaus, ebenfalls in Vegas vertreten ist.

Die Fassade des Bavarian Restaurant ist jener des Münchner Originals fast bis aufs Detail nachempfunden und auch im Inneren erinnert vieles an das Vorbild des “Hoefbrawhaws” wie es in Übersee ausgesprochen wird. Laut offizieller Bekanntgabe werden fast alle Produkte der Kultgaststätte - ebenso wie ein Großteil der EInrichtung - aus bayerischen Landen importiert, nichtsdestotrotz merkt man immer noch, dass man sich in Amerika befindet.

Da wären zum Einen die Ketchup- und Senf-Flaschen an jedem Tisch. Auch die Tatsache, dass Weißwürste hier gebraten serviert werden, zeigt einem unmissverständlich, dass dies nicht die Heimat sein kann. Wie man sich fühlt, wenn der Herr am Nebentisch schließlich die besagte Senf- und Ketchup-Flasche nacheinander auf der gebratenen Weißwurst entleert, brauche ich wohl nicht mehr weiter zu erläutern. Nur eines sei Euch gesagt: Geht in Nevada lieber zu Wendy’s, da weiß man wenigstens, was man hat.

„Ich wollt’ doch gar nicht bleiben …“

1. September 2008, admin

Amerika ist ein tolles Land. Und New York eine tolle Stadt. Dass die Metropole am Hudson River über Jahrzehnte hinweg als Eingangstor für Millionen von Einwanderern gedient hat, braucht man ebenfalls nicht zu erwähnen, ebenso wenig wie die offensichtliche Tatsache, dass noch immer jährlich Zehntausende Menschen aus aller Welt - auf der Suche nach einem besseren Leben für sich und ihre Familien - im „Big Apple“ landen.

 

Und dennoch: Nicht jeder NY-Besucher hat vor, dort zu bleiben. Vielleicht, weil er es bereits in der Heimat zu etwas gebracht hat. Vielleicht, weil er aus einem Land kommt, in dem man es gar „nicht nötig“ hat, auszuwandern. Oder weil er diese Stadt und dieses Land gar nicht als lebenswert genug empfindet, die Strapazen einer Umsiedlung auf sich zu nehmen, und all das zurückzulassen, was ihn sein Leben lang begleitet hat.

 

Die amerikanischen Einwanderungsbehörden sehen das freilich anders. Jeder Nicht-US-Bürger, der die Vereinigten Staaten betritt, muss sich zwangsweise bei der „Immigration“ registrieren – mit Foto, Fingerabdrücken, und einer Einreisekarte, in der unter anderem danach gefragt wird, ob man Waffen einführen möchte, oder an einer ansteckenden Krankheit leidet. Um dieses Procedere kommen auch Bürger jener Staaten nicht herum, für die keine Visumspflicht besteht. Und das sind bei Weitem nicht alle EU-Länder, auch nicht die „alten 15“, sondern nur jene Staaten, die ihre Reisepässe mit digital codierten Biometrik-Daten ausgestattet haben. Alle anderen müssen bei einem amerikanischen Konsulat/Botschaft vorsprechen und zahlreiche Beweise vorlegen, dass sie nicht in den USA bleiben möchten.

 

Das eigentlich lästige ist jedoch die Wartezeit direkt nach der Ankunft am Flughafen. Deshalb mein Tipp: Sofern möglich, lässt man sich beim Check-In einen Sitzplatz in der Nähe des Ausgangs zuteilen, und nach der Landung sollte man sich nicht zu fein sein, die Passagiermassen im Stechschritt zu überholen, um sich möglichst als Erster am Einwanderungsschalter anzustellen. Sonst kann es schon mal bis zu drei Stunden dauern, bis man den Airport endlich verlässt um endlich den Duft der Freiheit im Land der Unbegrenzten Möglichkeiten zu verspüren. Und: Ist man erst mal drin, sind die Schikanen der Identitätsdurchleuchtung sofort vergessen …

 

 

 

Die Kristallkathedrale

10. August 2008, admin

die KristallkathedraleEs gibt zwei Dinge, die Amerikaner besonders gern tun: pompös bauen und in die Kirche gehen. Die Crystal Cathedral im kalifornischen Orange County ist das wohl augenscheinlichste Beispiel für beides - eindrucksvoller als hier kann man den Herrn kaum preisen …

Gleichzeitig kann man die Kristallkathedrale in Garden Grove, einem wohlhabenden Vorort von L.A., getrost auch als das Lebenswerk von Pastor Robert Schuller bezeichnen. Ihm ist es zu verdanken, dass die notwendigen Spenden zusammen gekommen sind um den wahrhaft göttlich anmutenden Glaspalast zu errichten. 10.000 Fenster sorgen dafür, dass das Licht Gottes die Herzen der Menschen ungehindert erleuchten kann, und die zukunftsweisende Technik, die zur Untermalung der Predigten verwendet wird, verleiht den wortgewaltigen Gottesdiensten den obligatorischen Show-Effekt. Der ist auch notwendig, denn einmal pro Woche, während der “Hour of Power” wird die Crystal Cathedral zum TV-Studio.

Gemeinsam mit seinem Sohn spricht Pastor Schuller jeden Sonntag zu bis zu 20 Millionen Gläubigen in aller Welt und verbreitet die Botschaft der Heiligen Schrift auf dem ganzen Globus. Die spektakulären Bilder seiner einzigartigen Kirche tun mehr, als seine großen Worte nur zu untermalen - sie vereinen sich mit ihnen zu einem regelrechten Feuerwerk aus optischen und spirituellen Eindrücken.

Wie auch immer man zu der Art und Weise steht, wie die Angehörigen amerikanischer Freikirchen ihren Glauben leben … dem Effekt der Crystal Cathedral kann sich tatsächlich niemand entziehen, Christ hin oder her.

Weitere Bilder findet Ihr bei Wikimedia Commons

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