Mexico City - wo die Dekadenz zu Hause ist
Wie ich schon mehrmals in diesem Blog erwähnt habe, habe ich meine ganz eigene Theorie, wie die Einwohner von überbordenden Megametropolen sich das Leben versüßen, wenn sie mal wieder genug haben von Chaos, Dreck und Korruption. Sie feiern was das Zeug hält. Sofern sie das nötige Kleingeld haben, begeben sie sich in sündhaft teure Oasen der Ästhetik, des Prunks und der Dekadenz, um für ein paar Stunden zu vergessen, dass sie zu einer klitzekleinen Oberschicht gehören, die ihren Reichtum auf der Straße oft verbergen muss, um sich nicht in Gefahr zu begeben.
Mexico City ist so eine Stadt. Eine, in der man in der U-Bahn den Schmuck abnimmt und das Portemonnaie möglichst nah am Körper trägt, um nicht bestohlen zu werden. Eine, in der man immer ein paar Münzen in der Tasche haben sollte, um den bettelnden Kindern spontan etwas zustecken zu können. Aber eben auch eine, in der man für den Eintritt in einen Nachtclub bis zu 500 Pesos (ca. 30 EUR) bezahlt und eine, in der ein Abendessen in luxuriösem Ambiente den durchschnittlichen Monatslohn eines Einheimischen um ein Vielfaches übersteigen kann.
Wer jetzt denkt, als Europäer müsse er mit seinem Reisebudget trotzdem locker klarkommen, sollte sich vorher gut überlegen, was er in “D.F.”, wie die Mexicanos ihre Hauptstadt nennen, unternehmen will. Das Nightlife in den Trendvierteln Coyoacan, Condesa, Polanco Zona Rosa ist so gigantisch, dass man es sich definitiv nicht entgehen lassen sollte, aber eben auch so teuer, dass man auf Ibiza vielleicht billiger davonkommt.
Seit Jahrzehnten nicht aus der Szene wegzudenken ist beispielsweise der Club Rioma auf der Avenida Insurgentes. Neben der futuristischen Einrichtungen ist es vor allem der Top-Service, mit dem man die unverschämten Preise rechtfertigt. So bekommt man beispielsweise die Hände von einem Diener abgetrocknet, nachdem man sich auf der Toilette frisch gemacht hat, und darf sich am Waschbecken an der durchaus repräsentativen Auswahl an Original-Parfums bedienen, damit man wohlriechend ins Getümmel zurückkehrt. Da scheint es dann nicht mehr ganz so bizarr, dass 4 cl Tequila an der Bar des Rioma doppelt so viel kosten wie eine ganze Flasche derselben Marke im Supermarkt …
Und dennoch: Mexico City ist und bleibt ein echter Hot Spot für abenteuerlustige Urban Freaks!











Oh Mann. da will ich unbedingt hin!!!!!