Archiv für 'Gesellschaft'

Legal kiffen?

31. Oktober 2008, admin

Seit Monaten streuen sämtliche Medien die Nachricht von einer neuen, legalen Droge, die regelrechte Begeisterungsstürme in der Kifferszene hervorgerufen hat. “Spice” heißt das Gemisch aus (angeblich) 11 Kräutern, deren Namen wohl niemand von uns jemals gehört hat.

Laut neuesten Untersuchungen verschiedener Forschungseinrichtung, weiß man mittlerweile, dass nicht alle der angegeben Pflanzen tatsächlich in “Spice” enthalten sind. Andererseits lässt sich nicht ausschließen, dass sich zusätzlich noch andere Kräuter darin befinden als die angegebenen. Auch am Konsumenten selbst lässt sich nicht feststellen, ob er unter “Spice”-Einfluss steht - sämtliche bisher gebräuchlichen Feststellungsverfahren scheitern bei dem Versuch.

Somit ist “Spice” bisher in Deutschland legal und wird auf mittelfristige Sicht auch nicht so einfach zu verbieten sein. Denn: In Deutschland können nur berauschende Substanzen in ihrer isolierten Form verboten werden. Wird man beispielsweise von der Polizei mit Cannabis aufgegriffen, so wird hinterher Anzeige erstattet, wenn das Cannabis den Wirkstoff THC enthält. Demnach sind Sorten, die die berauschende Substanz nicht beinhalten, auch nicht illegal. Aus dem selben Grund kann eine Mischung aus Pflanzen, die an sich keine berauschenden Stoffe enthalten, aber vielleicht in Kombination mit einander bestimmte Wahrnehmungsveränderungen verursachen, nach bisheriger Rechtslage nicht verboten werden.

Glaubt man den Usern in den Internet-Foren sowie den zahlreichen Fernseh- und Zeitungsberichten, dann wirkt “Spice” ähnlich wie Marihuana oder Haschisch. Auf den Konsum folge ein Benebelungszustand, also eine eingeschränkte Reaktionsfähigkeit mit Wahrnehmungsstörungen. Somit sollten “Spice”-Berauschte keinesfalls mit dem Auto fahren. Auch, wenn man ihnen gar nicht nachweisen könnte, dass sie unter Drogen stehen.

Es bleibt abzuwarten, ob sich das Geheimnis rund um “Spice” überhaupt lüften lässt. Die Herstellerfirma in England hüllt sich ebenso in Schweigen wie der Ethnobotaniker Dr. Christian Rätsch. Die Koryphäe in Sachen Bio-Drogen (von ihm stammt die Enzyklopädie der psychoaktiven Substanzen) ist bereits in einigen Sendungen zum Thema zu sehen gewesen, hat bis dato jedoch keinen weiteren Kommentar dazu abgegeben. Es sieht so aus, als wollte da jemand überhaupt nicht, dass “Spice” verboten wird …

Und auch wenn … mittlerweile überschwemmt auch anderes, ebenfalls aus exotisch anmutenden Kräutern zusammengemischtes Räucherwerk den deutschen und österreichischen Markt. In der Schweiz war der Boom bereits 2006 vorbei und in den USA sowie Holland (sic!) darf mit dem Stoff mittlerweile nicht mehr gehandelt werden.

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Auroville - die Stadt der Zukunft?

23. Oktober 2008, admin

Auroville CentreIn diesem Jahr ist das Weltdorf Auroville 40 Jahre alt geworden. Gegründet 1968, als Blumenkinder den Slogan “Make love, not war” predigten, und die ersten Hippies sich komplett aus dem Leben in der Konsumgesellschaft ausklinkten, galt die Konzeptsiedlung am Golf von Bengalen seinerzeit als Revolution: Zum ersten Mal schien die Vision einer selbstverwalteten Stadt, die von ihren gleichwertigen Mitglieder vollständig eigenständig verwaltet wird, wahr zu werden. Eine Stadt, die sich von althergebrachten Machtstrukturen verabschiedet und kulturelle Barrieren überwindet. Grund genug für die UNESCO, Auroville mittels einer Partnerschaft als Vorzeige-Projekt der Weltgemeinschaft zu unterstützen.

Heute leben fast 2000 Menschen in Auroville. Zahlreiche waren von ihnen waren von Anfang an mit dabei, viele leben schon Jahrzehnte in einer der verschiedenen Communities - so heißen nach an Berufen und Interessen eingeteilten Bevölkerungsverbände in der Stadt - und einige wurden sogar dort geboren.

Natürlich sind auch viele Menschen wieder weggezogen, nachdem sie feststellen mussten, dass sie sich ihren Traum von einem “anderen” Leben irgendwie anders vorgestellt hatten. Denn Auroville ist kein Hippie-Dorf. Es ist zwar spirituell, aber nicht weltfremd. Im Gegenteil: In der 4-Punkte-Charta der Stadt ist der Austausch mit der Außenwelt und die Nutzung aller Erkenntnisse des menschlichen Geistes zu Gunsten der Gesellschaft sogar als Verfassungsgebot festgeschrieben.

Und so konnten die Aurovillianer schon einige Male beweisen, dass sie gar nicht nach einem Leben fernab der Zivilisation streben, sondern nur nach einer anderen Art der Zivilisation. Ihr Vorbild soll zeigen, dass die Grenzen zwischen den Nationen willkürlicher Natur sind - und trotzdem achten und schätzen sie die Unterschiede zwischen verschiedenen Kulturen.

Lust, nach Auroville zu ziehen? Oder als Besucher vorbeikommen? Dann meldet Euch bei der deutschen Vertretung von Auroville International

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Gegen braunes Fallobst

16. Oktober 2008, admin

Flagge der Front deutsche ÄpfelDas größte Problem, dass wir im Umgang mit Neonazis haben, ist die Tatsache, dass je mehr wir uns gegen sie wehren, desto eher geben wir ihnen das Gefühl, ihr Ziel erreicht zu haben: ernst genommen zu werden. Wenn NPDler und ihre Skinhead-Scharen mal wieder eine fröhliche Kundgebung zum “Führergeburtstag” planen, versuchen Städte und Organisationen, dies vehement zu verhindern, und sogar wenn es dann klappt, so haben wir den Braunen doch wieder das Gefühl gegeben, dass wir sie für eine Gefahr halten … Angst vor ihnen haben.

Einige haben das verstanden, und so ist es im Jahr 2004 zur Gründung der Front Deutscher Äpfel gekommen. Die Leipziger Satirikertruppe nimmt die rechte Szene gekonnt auf die Schippe und hält den ewig Gestrigen auf äußerst amüsante Weise den Spiegel vor - in der Hoffnung, dass diese selbst erkennen, wie affig ihre Auffassungen und ihr Gehabe eigentlich ist.

Wie es sich für eine ordentliche Obstanisation gehört, teilt die Apfelfront ihr Wirkungsgebiet systematisch in Gauen ein. Da wäre zum Beispiel die Hauptstadt-Gau Berlin oder die Traditionsgau Bayern. Einige Gauen haben sich zum Boskopistischen Stäben zusammengeschlossen und je nach Bedarf sind auch schon Apfelbataillone zur Verteidigung des nationalen Obstbestands gegründet worden. Und auch die obligatorische Jugendorganisation darf nicht fehlen. In der NFD (Nationales Frischobst Deutschland) werden die jungen Kader der Spaßpartei auf Kurs gebracht und die Frauen engagieren sich bevorzugterweise im BWB, dem Bund weicher Birnen.

Trotz der Kritik, die sich die Front Deutscher Äpfel aufgrund ihres Auftretens in der Öffentlichkeit eingefangen hat - einige halten die Anlehnung an nationalsozialistische Symbolik für pietätlos - muss man dieser Art der künstlerischen Meinungsäußerung ihre Berechtigung zugestehen. Nicht zuletzt, weil man mit einem Augenzwinkern vielleicht sogar noch mehr Menschen dazu bewegen kann, sich GEGEN RECHTS zu stellen.

Die Idee vom braunen Apfel als Erkennungssymbol der Front soll übrigens (laut Wikipedia) mit dem ehemaligen NDP-Landtagsfraktionsvorsitzenden des Freistaats Sachsen, Holger Apfel, zusammenhängen. Die Anti-Nazi-Organisation war 2004, nach dem Einzug der Rechten ins sächsische Parlament, gegründet worden. Apfel solle später noch zu zweifelhaftem Ruhm gelangen, als er und seine Anhänger sich weigerten, an einer Schweigeminute zum Gedenken an die NS-Opfer teilzunehmen.

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Krasse Knäste

14. Oktober 2008, admin

Ich weiß, ich weiß - zuweilen gleite ich etwas ab in die untergründigen Themen der Urbanität, deren Relevanz sich oft erst auf den zweiten Blick erschließen lässt. Aber es ist nun mal nicht alles Gold, was glänzt, deshalb sollte man immer auch die Kehrseite der leuchtenden Metropolen betrachten. Denn nur, wenn man auch die dunklen Hervorkommnisse der Stadt betrachtet, kann man sie wirklich verstehen.

Es darf wohl als statistische Tatsache betrachtet werden, dass sich nicht nur der Reichtum und das kulturelle Erbe unserer Menschheit in ihren Städten konzentriert - auch das Verbrechen ist in ihnen zu Hause, und dabei viel stärker repräsentiert als auf dem Land. Klar gibt es Mafia-Clans, die sich in den Dörfern ihrer Vorfahren sicherer fühlen als in den Ballungsräumen, wo es immer jemanden gäbe, der sie nicht fürchtet und ihnen deshalb gefährlich werden könnte. Ihre Geschäfte wickeln sie dennoch dort ab, denn nur hier können sie im Schutz der Menschenmengen ungestört ihrem Business nachgehen.

Ein weiterer Grund, warum sich die Anzahl der Verbrecher mit steigender Bevölkerung potenziert, ist die Tatsache, dass der Unterschied zwischen Arm und Reich in Städten meist besonders deutlich spürbar ist, so wie das Streben der Unterprivilegierten nach Luxus und Statussymbolen - und das oft um jeden Preis. Je größer die Ungleichheit, desto höher auch die Kriminalitätsrate: Johannesburg, L.A., Mexico City, London, Jakarta sind Beispiele für diese These, und es gibt noch zahlreiche mehr.

Und was macht man mit diesem unangenehmen Nebenprodukt der Städte? Man schafft sie aus ihnen heraus. Doch wie das nun mal so ist, wenn man seine “Abfall” woanders hinkarrt und dort einfach wegsperrt - nach dem Motto “Aus den Augen, aus dem Sinn” - wächst das Problem nach und nach zu einer unkalkulierbaren Gefahr heran. Es gärt und brodelt und immer wieder mal quillt das Fass regelrecht über, was nach gewohnter Manier einfach wieder versteckt und wird. So wie in Asse der Atomschleim ins Gestein sickert und man einfach die Luke verschließt, in der Hoffnung, dass es schon keiner merken wird, so passiert es eben auch, dass in Colorado Gefängnis-Häftlinge die Belegschaft als Geiseln nehmen, was kurzerhand damit gelöst wird, dass man eben noch mehr Gittertüren und noch höhere Mauern baut.

Was innerhalb dieser Mauern passiert, wo die nächsttiefere Stufe der menschlichen Abgründe liegt, sieht man in dem YouTube VIdeo weiter unten. Zu sehen ist eine Reportage über die Zustände im Maximum Security Prison “Pelican Bay”. Wie man sieht, zerfleischen sich die Insassen des Supermax-Knasts gegenseitig …

 

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Per Mitfahrgelegenheit durch Deutschland

8. Oktober 2008, admin

Deutschland gehört zu den größten Staaten in der EU und dennoch ist man bei Inlandsreisen in der Heimat auf fast allen Strecken immer noch am schnellsten unterwegs, wenn man sich ins Auto setzt, anstatt mit dem Zug zu fahren, und kommt billiger davon als wenn man Billigflüge nimmt. Außerdem hat das Auto den Vorteil, dass man stets direkt an sein Ziel gelangt, anstatt sich nach der Ankunft am Bahnhof oder Flughafen noch mit anderen Verkehrsmitteln weiterzuschleppen - von den Extrakosten mal ganz abgesehen. Dazu kommt der Komfort einer Autofahrt: Pause machen, wann man will. Beine vertreten, wann man will. DIe Musik hören, die man will.

All das zusammen dürften die Gründe sein, weshalb Mitfahrzentralen im Internet seit Jahren einen Boom verzeichnen. Anfangs waren es nur Studenten, die bei der regelmäßigen Fahrt von der Universitätsstadt in den Heimatort Geld sparen wollten. Oder Pendler, die ihre Benzinkosten durch das Mitnehmen von zusätzlichen Fahrgästen niedrig hielten. Doch seit die Daten von angebotenen und gesuchten Mitfahrgelegenheiten in vielen Web-Datenbanken kostenlos hinterlegt und abgefragt werden können, haben sich Angebot und Nachfrage gegenseitig hochgeschaukelt. Heute kann man fast an jedem Tag in fast jede Stadt des Landes kommen, ohne sein eigenes Auto benutzen zu müssen - vorausgesetzt der Ziel- oder der Startpunkt ist eine Großstadt.

Von Warnemünde nach Castrop-Rauxel mitgenommen zu werden, kann natürlich schwierig werden, bzw. bedarf einer langfristigeren Planung. Relativ sicher sind die Verbindungen ab und nach Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Dresden, Leipzig und Ruhrgebiet. Die hohe Frequenz der Fahrten und der niedrigere Preis (je nach Distanz und Verhandlungsbasis zwischen 10 und 50 Euro) überzeugen längst auch Business People und Wochenendausflügler.

Doch dieser Trend zur Mitfahrgelegenheit hat auch einen negativen Aspekt: Das Geschäft mit den Mitfahrern verlockt zur illegalen Bereicherung. Wer Portale wie mitfahrgelegenheit.de regelmäßig nutzt um von A nach B zu kommen, dem ist vielleicht aufgefallen, dass die Fahrer sehr häufig mit einem 8-Sitzer (Van) unterwegs sind. Da drängt sich einem der Verdacht auf, ob die Fahrt überhaupt nur deshalb stattfindet, weil man mit 5, 6 oder 7 Gästen doch ein Vielfaches dessen einnimmt, was das Benzin gekostet hat …

Ferienhäuser online finden.

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Kennst Du Dein Land?

6. Oktober 2008, admin

Eine langjährige Aufenthaltsgenehmigung, ein fester Job und ein einwandfreies Führungszeugnis sind schon immer die Voraussetzung dafür gewesen, dass Einwanderer in Deutschland eingebürgert werden dürfen. Seit Kurzem - Baden-Württemberg hatte die Entwicklung damals angestoßen - muss man auch noch einen Einbürgerungstest bestehen, wenn man in den Besitz des roten Passes mit dem goldenen Adler gelangen möchte.

Natürlich gab es auch gleich einen Aufschrei, die Fragen seien viel zu schwer. Nicht mal von gebürtigen Deutsche könne man erwarten, dass sie alle Antworten kennten - sagen die einen. Völlig egal, denn wer nicht als Deutscher geboren wurde, müsse sich nun mal etwas mehr anstrengen - sagen die anderen.

Wie schwer der Test tatsächlich ist, kann man mittlerweile auf zahlreichen Websites selbst ausprobieren. Auch die WAZ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung) hat ein Modul online gestellt, mit dem man seine landeskundlichen Kenntnisse unter Beweis stellen darf um herauszufinden, ob man es überhaupt verdient hat, ein Bürger im Land der Dichter und Denker zu sein. Zum Test

 

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U-Bahn-Egoisten

5. Oktober 2008, admin

Jeder weiß es, und jeder akzeptiert es: Wir leben in einer Ellbogengesellschaft. “Survival of the fittest” ist angesagt in unserer modernen Gesellschaft, und wieder sind es die Städte, in denen sich die Eigenheiten unserer Spezies in unübersehbarer Heftigkeit niederschlagen.

Wahrscheinlich liegt es einfach an der Menge an Menschen, die auf kleinstem Raum zusammenlebt, multipliziert mit dem Stress der Arbeit, woraus sich das ewige Streben nach Status ergibt. Mit so etwas muss man eben klarkommen, wenn man sich für das Leben in der City entscheidet. Doch es gibt auch Dinge, die will und kann ich nicht akzeptieren. Und das sind: die U-Bahn-Egoisten.

Es beginnt schon beim Betreten des Zuges. Menschenmassen, die sich in den Eingangsbereich quetschen, anstatt in die Gänge durchzugehen, wo noch genug Platz frei wäre. Dann die Sitzplatzvergabe: Niemand stellt seine Tasche gern auf den Boden, doch die Sitze sind nun mal für die Hinterteile der Passagiere gedacht und diese Regelung hat ja schließlich auch ihre Gründe.

Wahnsinnig wird man jedoch erst, wenn es ums Aussteigen geht. Dass die draußen stehenden sich immer gleich reindrängeln wollen, obwohl noch gar nicht alle draußen sind - daran hat man sich ja längst gewöhnt. Richtig ätzend wird es jedoch, wenn derjenige der an der Doppeltür steht in egoistischer Manier nur eine davon aufmacht, Hauptsache, er/sie kommt selber raus, alle anderen sind egal.

Somit sind U-Bahn-Egoisten die wohl tiefste Stufe urbaner Eigenbrötlerei …

 

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1 Dollar am Tag

1. Oktober 2008, admin

Die regelmäßig wiederkehrenden Meldungen, wie viel Prozent der Weltbevölkerung von nur einem Dollar am Tag überleben müssen, sind immer wieder schockierend. Dennoch neigen die meisten von uns dazu, sich die Sache schönzureden, “schließlich kostet da ja alles auch nicht so viel”. Nun mögen solche Kommentare zwar nicht gerade von intellektueller Weitsicht zeugen, aber vielleicht liegt das einfach an der Tatsache, dass wir Erste-Welt-Gören uns gar nicht vorstellen können, was mit einem Dollar überhaupt anfangen soll, da unser Preisempfinden sowieso erst bei zweistelligen Beträgen in Gang kommt. Für einen Dollar, respektive 60 europäische Cent, kann man sich bei uns nunmal ÜBERHAUPT NICHTS nichts kaufen.

“Stimmt doch gar nicht”, dachten sich Ende August die Kalifornier Kerrie und Christopher aus der Nähe von San Diego. Das Paar beschloss, einen Monat lang von weniger als einem Dollar pro Person auszukommen. Dass dieses mickrige Budget nicht mehr als die notwendigste Nahrung hergeben würde, war klar. Wie wenig das Notwendigste sein kann, stellte sich schnell heraus …

Im Großen und Ganzen ernährten sich die Zwei von einfachen Kohlenhydraten, sprich: Zucker, Reis, Haferflocken, Weißmehl, Mais, etc., nach Belieben vermengt mit Bohnen, Nüssen und anderen Hülsenfrüchten. Das Ganze mit ein wenig Wasser und gesättigten Fettsäuren aller Art ergab sich daraus eine Cuisine, der es nicht nur an Geschmack, sondern vor allem an Vitaminen mangelte. Einzig das Fleisch sollten Kerrie und Christopher nicht vermissen - sie ernähren sich auch sonst vegan.

Die Folgen waren vorherzusehen: Gewichtsverlust, Kopfschmerzen, allgemeines Unwohlsein, Verdauungsprobleme, Konzentrationsstörungen plagten die beiden Tag für Tag, mit ansteigender Intensität. Damit auch der Rest der Welt von diesem Selbstversuch erfahren konnte, hinterließen Kerrie und Christopher jeden Tag einen Blog-Eintrag auf der Website One Dollar Diet Project.

Heute ist das Martyrium zu Ende gegangen: Das 1-Dollar-Pärchen hat sich endlich wieder ein richtiges Mahl gegönnt. So richtig vollwertig war das zwar auch nicht - es gab lecker Fleischersatz, Donuts und Maracuja-Eistee - aber immerhin hat das Ganze 20 Mäuse pro Person gekostet.

Dennoch haben Kerri und Christopher es geschafft, den wohlhabenderen und den sechs Milliarden Menschen dieser Erde vor Augen zu führen, dass Hunger nicht nur wenig essen, sondern auch schlecht essen bedeutet. Und wer sich die Rezepte des One Dollar Diet Project anschaut (bei einem habe ich es mir gestattet, es in meiner Essen-Rubrik unterzubringen), der weiß, was Armut heißt.

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Discovery Institute aka Schwachsinn e.V.

31. August 2008, admin

Immer wieder hört man von erzkonservativen Amerikanern, die so sehr an Gott glauben, dass sie ihre Kinder aus der öffentlichen Schule nehmen, weil sie nicht verantworten können, dass ihrem Nachwuchs die Darwin’sche Evolutionstheorie beigebracht wird. Diese besagt, dass alle Arten auf der Welt sich im Laufe der Jahrmillionen aus anderen Arten entwickelt haben, und dass nur jene Spezies erhalten geblieben sind, die sich im Wettbewerb mit ihren natürlichen Feinden als die stärkeren herausgestellt haben.

Ein guter Christ glaubt an solchen Humbug freilich nicht und möchte seine Kinder nach den Lehren der Bibel erzogen wissen, die unter anderem davon ausgeht, dass Gott die Erde in sieben Tagen erschaffen hat um dann den lieben Adam ins Paradies zu setzen. Diesem war allerdings dort allerdings so langweilig, dass der Herr sich erbarmte und aus des Mannes Rippe dessen Gegenstück schuf: Eva. Wie die Geschichte weitergeht, wissen wir ja alle … Apfel, Schlange, Rausschmiss aus dem Garten Eden.

So oder so ähnlich halten es auch die Neokreationisten, also jene christlichen “Wissenschaftler”, die in den geologischen und biologischen Gegebenheiten unserer Welt das Intelligent Design zu erkennen glauben, also die Annahme, dass die Erde deshalb so vielfältig und formenreich ist, weil einer, der sich damit auskennt, alles so erschaffen hat, damit die Sache rundläuft. Und damit auch die “Unwissenden”, also jene, die der klassischen Naturwissenschaft eher zugetan sind, als dem Glauben an eine höhere Macht, bald die Erleuchtung finden mögen, leistet das Discovery Institute in Seattle seit fast 20 Jahren “Aufklärungsarbeit” und unterstützt zum Beispiel besorgte Eltern bei ihren Gerichtsklagen gegen die bösen, weltlichen Schulbehörden, die sich weigern, den Glauben über die Wissenschaft zu setzen.

Wie genau sich das Discovery Institute die Schöpfungsgeschichte vorstellt, kann man auf seiner Website und in unzähligen Print-Publikationen nachlesen. Zu den aktuellen Buchtipps gehört zum Beispiel Benjamin Wikers ”A Good Book About Bad Books”. Welches das gute Buch ist, ist klar, nämlich sein eigenes und die schlechten Bücher, um die es in seinem Werk geht, sind (bis auf Hitlers “Mein Kampf”) allesamt Klassiker der europäischen Philosophie, verfasst von Descartes, Hobbes, Macchiavelli oder Marx.

Im letzten Satz der Buchempfehlung des Discovery Institute steht übrigens, das Wikers Buch besonders gut dazu geeignet ist, seinen Kindern vor dem Gang aufs College die richtigen Lehren einzuimpfen, damit sie in einem Umfeld wissenschaftlicher Freiheit nicht vom rechten Weg abkommen. AMERICA, LAND OF THE FREE.

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Safer Clubbing

26. August 2008, admin

Das soll mal einer sagen, Vereinsmeierei wäre ein typisch deutsches Phänomen. Auch die Schweizer haben einen Hang zum Organisieren, und das hat sich mittlerweile sogar in der eidgenössischen Clubkultur niedergeschlagen: Safer Clubbing heißt der Verein, der sich mit allen Fragen rund ums Partymachen befasst.

“Es gibt wohl kein Club, in dem nicht Alkohol und/oder Drogen konsumiert werden, es gibt wohl kein Clubteam, dass nicht ab und zu Probleme mit gewalttätigen Gästen hat, es gibt wohl kein Club, der als Treffpunkt für junge Menschen die HIV Problematik guten Gewissens einfach ignorieren kann.”  weiterlesen …

Dieser Annahme folgend, steht Safer Clubbing für eine hochwertige Clubkultur, die ihre Augen nicht vor der Wirklichkeit verschließt, sondern versucht, diese positiv zu beeinflussen. Entstanden ist die Initiative 2003 in Zürich, mittlerweile ist sie auch in Bern, Winterthur, Basel sowie in Luzern aktiv und wird vom Schweizer Staat finanziell gefördert.

Info-Kampagnen und Personalschulungen gehören zu den wesentlichen Aufgaben von Safer Clubbing. So stellen sie einerseits den direkten Kontakt zur Partycrowd her und greifen andererseits den Veranstaltern bei der Organisation ihrer Events unter die Arme. Hier sind es vor allem die guten Kontakte zu den jeweils zuständigen Behörden, mit denen Safer Clubbing dazu beiträgt, verwaltungstechnische Probleme schon im Vorfeld auszuräumen.

Seine Legitimation zieht das Projekt aus dem Erfolg der letzten Jahre: Prävention, Selbstkontrolle und Qualitätssicherung haben sich in den jeweiligen Einflussgebieten bereits deutlich verbessert, so dass immer mehr Regionen sich dem Verein anschließen. Wenn das mal keine tolle Idee aus der Schweiz ist …

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