Archiv für 'Architektur'

Neue Ideen für den Garten

7. Januar 2013, admin

Die kalten Winterabende eignen sich wunderbar zum Austüfteln neuer Ideen für den eigenen Garten. Während des Sommers haben Sie sich vielleicht an manchen Tagen eine neue Sitzecke gewünscht oder Sie haben bei einem der Nachbarn von einem Bau einer Rigole gehört. Lies den Rest »

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Aus alt mach neu mach alt

2. April 2009, admin

Frankfurt gehört zu jenen deutschen Städten, die lange Zeit nichts für Denkmalschutz übrig gehabt haben. Nicht, dass es dort nach dem Krieg noch viel zu schützen gegeben hätte - die wenigen (zumindest teilweise) erhaltenen historischen Bauten in der Mainmetropole wurden trotzdem häufig abgerissen, manche aus praktischen Gründen, die meisten jedoch, weil man schnell das neue Stadtplanungskonzept durchziehen wollte: eine moderne Metropole mit zukunftsträchtiger Hochhaus-Architektur.

Dran glauben mussten seinerzeit auch die Überreste des Thurn-und-Taxis-Palais, vor den Bombenangriffen der Alliierten ein Wahrzeichen der Stadt, dessen Reste man abriss, um das Fernmeldehochhaus auf seinem Areal zu errichten. Doch nachdem gerade Berlin mit der Wiedervereinigung von einer regelrechten Rekonstruktionswelle erfasst wurde (Reichstag, Stadtschloss, etc.), begriff man auch in Frankfurt nach und nach, dass es sich lohnen könnte, dem Zentrum ein wenig von seiner altehrwürdigen Pracht zurückzugeben. Problem: Die Bodenpreise in Frankfurt sind horrend, und kein betriebswirtschaftlich versierter Investor hätte sein Geld in ein Projekt gesteckt, das außer einer kulturellen Bereicherung keine hinreichend profitable Nutzung erlaubt. PalaisQuartier Frankfurt

Zeit für einen neuen Wolkenkratzer, doch davon hat Frankfurt viele - wer in dieser Stadt etwas Besonderes schaffen möchte, punktet eher mit altem Prunk denn mit modernistischem Purismus. So entstand der Plan für das PalaisQuartier, benannt nach dem Palais Thurn und Taxis, dass sich hier einst befand. Zwei Wolkenkratzer, ein Einkaufszentrum, und: die alte Residenz der Fürstenfamilie.

Das Konzept geht auf: Das Shopping-Paradies myZeil ist bereits eröffnet, in die beiden Türme ziehen bald ein Hotel und verschiedene Firmen ein und die (verkleinerte) Neufassung des ursprünglichen Gebäudes, das am Thurn-und-Taxis-Platz stand, ist ebenfalls fertig. Architekten, Geldgeber und die Stadtverwaltung haben sich hier auf einen für alle Seiten befriedigenden Kompromiss geeinigt, wobei man zugeben muss, dass viele Kunsthistoriker und Restauratoren die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn sie hören, dass das Palais aus Stahlbeton erbaut wurde und nach der Eröffnung Einzelhandel, Gastronomie und ein Kongresszentrum beherbergen soll.

Zu meckern gibt es eben immer irgend etwas. Trotzdem sollten wir uns ab und an darauf besinnen, dass eine nicht perfekte Rekonstruktion besser ist als gar keine Rekonstruktion. Warum soll man die Menschen mit architektonischem Einerlei und heruntergekommenen Nachkriegsfassaden quälen, wenn die andere Option - Fake hin, Fake her - viel reizvoller ist?

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Russlandturm gestoppt

23. November 2008, admin

Vor ein paar Monaten habe ich hier im Blog einen Artikel über das momentan gigantischste urbane Bauprojekt Europas - die Baschija Rossija (Russland-Turm) in Moskau - gepostet. Ziel des Wahnsinnsprojekt war es, der russischen Hauptstadt das höchste Haus Europas und nach dem Burj Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten zweithöchste Gebäude der Welt zu bescheren.

So wie es mittlerweile aussieht, wird daraus jedoch wohl nichts. Zumindest nicht so schnell. Denn wie heute der FAZ zu entnehmen war, íst das Projekt vorerst gestoppt. Wieso? Na, wegen der Finanzkrise, was sonst? Nach und nach breitet sich die Seuche aus den USA überall aus … dass wir es noch nicht ganz so arg spüren, liegt definitiv an der Tatsache, dass die Bundesregierung mit Ihrem Hilfsangebot für die Banken den Markt etwas zur Ruhe bringen konnte.

Jedenfalls scheinen die für den Bau von Baschija Rossija zuständigen Investoren im Umfeld des Milliardärs Schalwa Tschigirinski die Kohle ausgegangen zu sein. Oder das Risiko, dass keiner in den über 600 Meter hohen Turm einziehen will, ist zu groß geworden. In jedem Fall ist es sehr schade, dass dieses Projekt nicht verwirklicht wird, denn bis jetzt war es besonders spannend zuzusehen, wie sich Moskau prächtig entwickelt und seinen Ruf als luxusorientierte Glitzermetropole immer weiter ausbaut.

Doch der Rückschlag wird wohl ohnehin nicht lange anhalten. Schließlich verdient man in Russland - anders als in Mitteleuropa oder Amerika - das große Geld immer noch mit Rohstoffen. Und die sind bislang noch reichlich vorhanden, weshalb auch die Kohle bald wieder fließen wird.

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Das Waterfront-Prinzip

22. November 2008, admin

Waterfront” - mit diesem Wort verbinden viele den Gedanken an Urlaub im Süden, an malerisch gelegene Städte, idyllisch zwischen Wasser und Land getupft. Kapstadt hat eine, Honululu hat eine und Dubai bekommt bald eine dazu. Kein Wunder, dass auch deutsche Städte nun nachziehen und ihren Ufergebieten, je nach Lage am Fluss, See oder Meer gelegen, ein neues Gesicht verleihen wollen um dem umgestalteten Quartier anschließend den Stempel “Waterfront” aufdrücken zu können.

Offensichtlich kommt eine attraktive Stadt heute gar nicht mehr ohne eine “Waterfront” aus, deshalb schauen wir doch mal, was wir in dieser Hinsicht zu erwarten haben in den nächsten Jahren.

Hamburg

Die Bauarbeiten am neuen Stadtteil HafenCity sind in vollem Gange - das Viertel hat bereits deutlich an Gesicht gewonnen. Die eleganten wie modernen Wohn- und Bürogebäude direkt am Elbufer werden bald zu den Top-Immobilien der Hansestadt gehören und vereinigen sich mit den Promenadeanlagen am Wasser zu einer “Waterfront”, die sich gewaschen hat.

Duisburg

Obwohl eine wichtige Hafenstadt mit knapp einer halben Million Einwohner, lässt Duisburg bis dato den Charakter einer Metropole vermissen. Der hier geplanten “Waterfront” soll deshalb eine Marina für Privatboote angeschlossen werden, um bald auch die gehobenere Klientel in die zentrumsnahe Hafengegend zu locken. Zusätzlich werden Wohnungen, Handelsflächen und ein Hotel am Rheinufer entstehen.

Bremerhaven

Zu den wesentlichen Landmarks der im Bau befindlichen “Havenwelten”, jenem neuen Quartier, das gerade am Weserufer entsteht, gehört das Atlantic Hotel Sail. Mit seiner an das Burj al Arab in Dubai erinnernden Segelform sticht es deutlich aus der Skyline Bremerhavens heraus. Außerdem entstehen dort modernistische Gebäuder für Büros und Wohnungen.

Mal sehen, was uns in den kommenden Jahren noch an Waterfront-Projekten in Deutschland erwartet. Zu hoffen bleibt nur, dass man die Idee vom Wasser-nahen Wohnen nicht derart ausreizt, dass das durchaus attraktive Konzept am Ende seine Exklusivität verliert.

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Burj Dubai fast fertig

28. Oktober 2008, admin

Burj Dubai kurz vor FertigstellungNoch ein paar Wochen, dann ist es so weit: Das höchste Gebäude der Welt wird fertiggestellt. Der Burj Dubai, architektonisches Flagschiff der Vereinigten Arabischen Emirate sprengt alle bisherigen Maßstäbe in Sachen Hochhauskonstruktion. Und das will etwas heißen in einem Land, in dem die Devise “Höher, schneller, weiter” zur Staatsdoktrin gehört.

 

 

818 Meter Höhe, 517.000 qm Nutzfläche auf 189 Stockwerken - was soll man dazu noch sagen? Vielleicht, dass der leistungsfähige Aufzug des “Burj” nicht mal eine Minute benötigt um seine Fahrgäste in 500 Meter Höhe zu katapultieren? Oder, dass der Bau 1,8 Milliarden Dollar gekostet hat, natürlich bezahlt aus der Tasche von Scheich Muhammad bin Rashid al-Maktoum?

 

 

Bei diesen Ausmaßen kann man eigentlich nur neidisch werden. Das findet auch Scheich Khalifa bin Zayed bin Sultan Al-Nahyan, der Präsident von Abu Dhabi. Zwischen den stinkreichen Herrschern der einzelnen Emirate, vor allem derer von Dubai und Abu Dhabi, herrscht nämlich ein beachtliches Konkurrenzdenken: Wer hat das luxuriöseste Hotel? Wer hat die beste Shoppingmall? Wer hat das höchste Haus? - das sind die Kategorien, in denen die VAE sich gegenseitig den ersten Platz streitig machen. Deshalb soll in der Hauptstadt der Emirate nun ein noch höherer Turm entstehen. Wer sich’s leisten kann …

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Tokio - das Herz Japans

3. Oktober 2008, admin

Tokio SkylineDerzeit ist viel von der neuen Weltmacht China die Rede und alle Welt schaut auf die neuen Metropolen des ostasiatischen Riesenreiches, Peking und Shanghai. Dass dort nicht alles Gold ist, was glänzt, wissen wir alle, doch wir sehen darüber hinweg, denn wo das große Geld lockt und der Glamour des Kapitalismus über allem strahlt, interessiert uns sonst meist nicht mehr viel.

Schade, dass wir so lange keinen Blick mehr auf die Stadt geworfen haben, die schon Jahrzehnte zuvor sinnbildlich für den Aufstieg asiatischer Länder in den edlen Kreis der Wirtschaftsmächte gestanden hat: Tokio.

Mit 35 Millionen Einwohnern in der Metropolregion stellt sie nämlich bis heute alles in den Schatten, was die Mega-Cities ihrer Nachbarn zu bieten haben. Der Lifestyle in der japanischen Kapitale ist extrem progressiv - man spürt, dass hier das Herz des ganzen Landes schlägt. Business und Muße, Mode, Musik und Archtitektur treten hier in derart heftigen Superlativen zu Tage, dass sich unsere europäischen Städte ruhig noch eine ordentliche Scheibe davon abschneideden könnten.

Das höchste Gebäude der Stadt ist der Tokyo Tower, eine Art japanisches Double des Eiffelturms, dank rot-weißen Anstrichs und 10 Metern mehr Höhe allerdings noch einen Tick auffälliger, weshalb das Ding auch gar nicht nach Paris passen würde. Doch es ist, wie bei fast allen in den Himmel ragenden Häusern in Tokio, nicht die Archtitektur an sich, die einen umhaut. Erst nachts, wenn die Beleuchtungen und Neon-Reklamen nach und nach eingeschaltet werden, erkennt man die wahre Ästhetik der modernen Mega City. Den Vergleich mit dem New Yorker Times Square muss die japanische Hauptstadt garantiert nicht scheuen, eigentlich ist Tokio sogar noch viel greller.

Nicht minder spektakulär ist auch das alte Tokyo mit seinen Palästen, Schreinen und … dem Hauptbahnhof. Die zentrale Station für Züge und Regionalbahnen verblüfft insbesondere deshalb, weil sie so gar nicht unserem Klischee von asiatischer Bauweise entspricht. Das langgestreckte Backsteingebäude erinnert mit seinen Stuckelementen eher an typisch norddeutsche, britische oder Benelux-Architektur. Nichtsdestotrotz oder gerade deshalb ist er besonders schön …

Wenn man schon mal da ist, sollte man sich natürlich auch kulinarisch austoben in Tokio. Sushi ist hier leider noch teurer als bei uns, schmeckt allerdings tausend mal besser. Die Einheimischen bevorzugen mittlerweile immer öfter “Exotisches” wie deutschen Braten oder Hamburger. Dass die Japaner viel besser Buletten braten können als die Amis, beweist MOS Burger. Die Imbisskette setzt bei ihren Brötchen auf absolute Frische. ITADAKIMASU!

 

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Die Kristallkathedrale

10. August 2008, admin

die KristallkathedraleEs gibt zwei Dinge, die Amerikaner besonders gern tun: pompös bauen und in die Kirche gehen. Die Crystal Cathedral im kalifornischen Orange County ist das wohl augenscheinlichste Beispiel für beides - eindrucksvoller als hier kann man den Herrn kaum preisen …

Gleichzeitig kann man die Kristallkathedrale in Garden Grove, einem wohlhabenden Vorort von L.A., getrost auch als das Lebenswerk von Pastor Robert Schuller bezeichnen. Ihm ist es zu verdanken, dass die notwendigen Spenden zusammen gekommen sind um den wahrhaft göttlich anmutenden Glaspalast zu errichten. 10.000 Fenster sorgen dafür, dass das Licht Gottes die Herzen der Menschen ungehindert erleuchten kann, und die zukunftsweisende Technik, die zur Untermalung der Predigten verwendet wird, verleiht den wortgewaltigen Gottesdiensten den obligatorischen Show-Effekt. Der ist auch notwendig, denn einmal pro Woche, während der “Hour of Power” wird die Crystal Cathedral zum TV-Studio.

Gemeinsam mit seinem Sohn spricht Pastor Schuller jeden Sonntag zu bis zu 20 Millionen Gläubigen in aller Welt und verbreitet die Botschaft der Heiligen Schrift auf dem ganzen Globus. Die spektakulären Bilder seiner einzigartigen Kirche tun mehr, als seine großen Worte nur zu untermalen - sie vereinen sich mit ihnen zu einem regelrechten Feuerwerk aus optischen und spirituellen Eindrücken.

Wie auch immer man zu der Art und Weise steht, wie die Angehörigen amerikanischer Freikirchen ihren Glauben leben … dem Effekt der Crystal Cathedral kann sich tatsächlich niemand entziehen, Christ hin oder her.

Weitere Bilder findet Ihr bei Wikimedia Commons

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Russlands Laterne

3. August 2008, admin

Russland ist Europas neue Supermacht - zumindest sehen die Herren im Kreml das so, und weil die Russen sich noch nie lumpen ließen, wenn es darum ging, ihrem Riesenreich ein Denkmal zu setzen, ist das Projekt Baschija Rossija (Russlandturm) eigentlich eine Selbstverständlichkeit.

Eigentlich. Denn dieses Projekt sprengt in der Tat alles, was der alte Kontinent architektonisch jemals zu Gesicht bekommen hat. Die Pläne zur Errichtung des Russlandturms, natürlich aus der Feder von Norman Foster, sehen die Errichtung eines über 600 Meter hohen Turmes vor, dessen spitz zulaufende Silhouette nicht nur an eine Laterne erinnert - die Flutlichter, die eines Tages vom Dach des gigantischen Baus in den nächtlichen Moskowiter Himmel strahlen werden, dienen in der Tat dazu, dem Rest der Welt zu zeigen, wo’s langgeht.

Eingebettet in die gerade entstehende Moscow City, dem neuen Vorzeige-Stadtviertel der aufstrebenden russischen Hauptstadt, wird die Baschija Rossija deren Skyline für immer verändern. Noch ist nicht viel zu sehen von dem überschwänglichen Vorhaben … aber die Animation, die ich auf YouTube gefunden habe, gibt zumindest einen kleinen Vorgeschmack auf das umwerfende Projekt.

 

Get the Flash Player to see the wordTube Media Player.
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Münchens schönster Quader

7. Juli 2008, admin

Seit ca. 2 Jahren wächst in Münchens Museumsviertel ein Bau, dem man zunächst nicht abnehmen konnte, dass er seinen Inhalt einmal standesgemäß nach außen reflektieren würde: die Sammlung Brandhorst in der Türkenstraße.

Neben den Anwohnern waren es vor allem die Studenten des auf dem selben Gelände liegenden Institutsgebäudes der Ludwig-Maximilians-Universität, die Tag für Tag mit ansehen durften, wie der klobige Rohbau Stück für Stock hochgezogen wurde. “Na toll, schon wieder so ein postmoderner Quatsch,” sagten die einen, “schlicht und schön” fanden ihn in die anderen. Dass die Meinung mittlerweile mehrheitlich positiv ausfällt, liegt daran, dass man nun erkennt, wie das Endresultat (Fertigstellung Anfang 2009) aussehen wird: BUNT! 

Nicht dass die Entscheidung für die Außengestaltung des Brandhorst-Museums (benannt nach den Stiftern seiner Exponate) ein Geheimnis gewesen wäre - die ausgestellten Modelle vermittelten einfach nicht den Eindruck, den die fertige Galerie einst machen würde. Diese ist nämlich, anders als die benachbarte Pinakothek der Moderne, beinahe fensterlos und auf den ersten Blick weit weniger großzügig angelegt als die prominente Konkurrenz nebenan.

Doch auch wenn man sich seine Ästhetik wohl erst voll entfalten wird, wenn das ganze Viertel mit den weiteren geplanten Ausstellungsräumen in einigen Jahren vollendet ist, hat sich das Gebäude längst in die Herzen der Münchner gequadert. Und das, obwohl noch kein einziges Kunstwerk drin steht …

 

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Wolkenkratzer - quo vadis?

29. Juni 2008, admin

Wolkenkrater in New York CityFast 100 Jahre dauert er nun schon an: Der Wettlauf um das höchste Gebäude der Welt. Lange Zeit blickte die Menschheit auf den amerikanischen Kontinent, wo der Wolkenkratzer als erstes Einzug in die Silhouette der Metropolen Einzug gehalten hat. Zum Zeitpunkt ihrer Errichtung standen das Empire State Building in Manhattan oder der Sears Tower in Downtown Chicago für den Fortschritt und den Führungsanspruch der USA - bis zum Beginn der Globalisierung. Seitdem die Weltwirtschaft sich zunehmend vernetzt, wird auch das Know-How für den Bau repräsentativer Türme aus Stahl und Glas immer mehr zum internationalen Gut. Vor allem Asien hat den Höhenwahn auf die Spitze getrieben: Von Arabien über die Malaiische Halbinsel bis nach China überschlagen sich die Pläne von Wirtschaftskonzernen und Politik, sich selbst ein Denkmal zu setzen.

Aus eigener Kraft lässt sich ein solches Vorhaben nur schwer schaffen, was den Aufschwung weltweit agierender Architekturkonsortien erklärt. Diese legen mittlerweile aber nicht mehr nur Wert auf gigantische Ausmaße - beim Design zählt vor allem der Wiedererkennungswert, während bei der Konstruktion vor allem die Sicherheit im Mittelpunkt steht. Weil sie die verschiedenen Dimensionen des Hochhausbaus auf unnachahmliche Weise vereinen, genießen Genies wie Sir Norman Foster oder Rem Koolhaas längst Promi-Status.

Und dennoch sind es gerade die besonders erfolgreichen Baukünstler, die am stärksten kritisiert werden. Die Vorwürfe, mit denen sich Büros wie SOM (Hauptsitz: Chicago), konfrontiert sehen, kommen zum Beispiel aus Kreisen von Globalisierungsgegnern und politischen Aktivisten: Die einen werfen ihnen vor, durch ihr Zutun die Ungleichverteilung des weltweiten Wohlstands zu manifestieren, während andere bemängeln, dass amerikanische und europäische Firmen autokratischen Machthabern dabei helfen, ihrem Herrschaftsanspruch ein Denkmal zu setzen, obwohl es in der Verantwortung des Westens läge, demokratische Strömungen zu unterstützen, anstatt seinen ideologischen Gegnern in die Hände zu arbeiten.

Auch aus der religiösen Ecke tönt es laut, wenn wieder ein neuer High-Rise-Rekord vermeldet wird. Meist wird ein Vergleich mit dem Turmbau zu Babel gezogen: dem Versuch des Menschen, sich auf die selbe Stufe mit dem allmächtigen Gott zu stellen. Gemäß biblischer Quellen prophezeien vor allem evangelikale Christen, dass der Hirte seine Schäfchen zur Verantwortung ziehen wird für den Frevel, sich seiner anzumaßen.

Dass sich seit Neustem auch Umweltexperten mit warnendem Ton äußern, wenn es um die Errichtung von neuen Wolkenkratzern geht, liegt indes an der Anhäufung von Naturkatastrophen, die unser Planet in letzter Zeit durchlebt hat. Vor allem die immer öfter und mit stärkerer Intensität auftretenden Erdbeben bereiten ihnen Sorgen, obwohl die Konstrukteure stets beteuern, dass ihre Pläne auf dem neuesten Stand der Technik sind, was die Stabilität der Häuser betrifft.

Wen kann man nun ernst nehmen und wen nicht? Welche Kritik ist zu weit hergeholt und wo lassen sich wirkliche Probleme erkennen? Für viele mag die Frage albern klingen, schließlich lässt sich der aufgeklärte Kosmopolit nicht von Aberglauben und Kleinmut beirren. Nichtsdestotrotz sollten wir uns darüber Gedanken machen, wo das alles hinführen soll. Bisher sind Städte wie New York, in denen das Tageslicht immer nur für einen kurzen Moment die Straßen erhellt, weil die endlosen Häuserschluchten den Grund von der Sonne abschirmen, noch in der Minderheit. Das erdrückende Gefühl, vom natürlichen Verlauf der Natur abgeschnitten zu sein, zeigt jedoch bereits seine Wirkung und hat bereits einer Reihe von Städten ihren Reiz genommen, ebenso wie der Abriss gewachsener Strukturen und die Zerstörung historischer Bauwerke.

Allein unter Millionen zu sein - der Identitätsverlust ist die eigentliche Gefahr, der wir uns aussetzen, wenn wir Wachstum als einziges Kriterium für den Fortschritt unserer Metropolen ansehen. Schließlich ist es ihre Einzigartigkeit, die wir so bewundern. 

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