Bayern, Bayern, Deine Biere
Man mag den Bajuwaren vorwerfen, was man will – Konservativismus, Provinzialismus, Grantlerei (zu deutsch: Nörglertum) – aber eines können Sie nun mal: Bier brauen. Vor allem der Gerstensaft aus München und Umgebung ist in aller Welt bekannt für seine Süffigkeit und die Reinheit der Zutaten, so dass man, auch wenn man gerade nicht in der Heimat weilt, nie auf das typisch deutsche Trinkvergnügen verzichten muss.
Allerdings bedarf es einer gewissen sprachlichen Gewandtheit, um im Ausland an ein kühles Blondes bayerischer Herkunft zu gelangen. Denn nur weil das Bier auf der Karte steht, heißt das nicht, dass der Kellner auch weiß, wie man seinen Namen ausspricht. Und dies kann einem echten Problem werden, wenn man keine Ahnung hat, wie es im jeweiligen Sprachbereich klingt.
Als ich zum Beispiel mal in Dijon ein Erdinger Weißbier bestellen wollte – in einem Lokal, das mindestens 100 verschiedene Biere aus zig Ländern im Angebot hatte – blieb mir nach drei mündlichen Versuchen nichts anderes übrig, als es dem Garçon zu zeigen. Seitdem weiß ich, dass ich in Frankreich nach „Erdingé“ fragen muss, um ein kräftiges Hefeweizen zu bekommen.
In Mexico City hat man es da ein bisschen leichter, weil sich „Lobenbrau“ und „Löwenbräu“ nicht allzu stark unterscheiden, während man sich in L.A. schon wieder anstrengen muss, um die Bedeutung von „HB Munich Beer“ zu entschlüsseln. (Lösung: „Hofbräu“)
Doch nun zu Münchens Hausbier, dem „Augustiner“ (ich lehne mich da einfach mal so weit aus dem Fenster, zu behaupten, dass die meisten meine Meinung teilen werden). Besonders stolz sind die zuweilen etwas eigenbrötlerischen Bewohner der weißblauen Landeshauptstadt darauf, dass die traditionell orientierte Brauerei es bisweilen nicht nötig gehabt hat, ihr Bier außerhalb der Region zu verkaufen. Deshalb ist das populäre „Helle“ mit dem fröhlichen Mönch nicht einmal überall in Bayern zu haben, geschweige denn nördlich des Weißwurst-Äquators. Umso mehr wunderte ich mich, als in einer Berliner Kneipe kürzlich den Klang des mir so wohlbekannten Namens aus einer Ecke schallen hörte. Ich traute meinen Ohren nicht, doch tatsächlich: Au-gus-ti-ner! Der Blick in die Karte bestätigte meine Wahrnehmung noch einmal, und natürlich habe ich mir direkt eins bestellt. Home sweet home …











..is ja in Berlin gerade DAS In-Bier, unser Augustiner. Und womit? - mit Recht!
Augustiner oder Tegernseer, was anderes kommt bei mir auch nicht auf den Tisch.