Archiv für April 2009

Einfach süß: Winkekätzchen

6. April 2009, admin

Maneki NekoJeder kennt Sie vom asiatischen Gemüseladen um die Ecke, es gibt sie in sämtlichen Farben und Größen, und sie erhellt sofort die allgemeine Stimmung, wenn man ihr fröhlich-dreinschauendes Antlitz erblickt: Maneki Neko, oder zu deutsch: die Winkekatze!

Der Talisman kommt ursprünglich aus Japan und steht für das Glück eines jeden, der das Winken der Katze sieht. Was genau die verschiedenen Ausführungen bedeuten, wissen hingegen die wenigsten, deshalb hier ein kleiner Winkekatzen-Guide:

Weiße Winkekatze: Sie steht für Reinheit.

Schwarze Winkekatze: Sie schützt vor Krankheiten.

Goldene Winkekatze: Sie bringt Wohlstand ins Haus. Wenn Sie eine Münze trägt, ist ihre Wirkung noch stärker.

Grüne Winkekatze: Sie sorgt dafür, dass man im Beruf erfolgreich ist.

Rosa Winkekatze: Sie prophezeit eine lange Liebe.

Ursprünglich hat man die Manneki Neko nachts vor dem Haus aufgestellt um Mäuse und Ratten von den Vorräten fernzuhalten. Aus dieser Bedeutung heraus hat sich die viel weiter gefasste Glücksbringer-Funktion von heute entwickelt. Uns kann das aber eigentlich egal sein, schließlich sind die Dinger verdammt niedlich, wenn auch mit einem kitschigen Nachgeschmack behaftet.

Zickenkrieg: Naddel vs. Giulia

5. April 2009, admin

Unsere Dschungel-Girls machen es doch immer wieder lohnenswert, den Fernseher einzuschalten: Nadja Abd-el Farrag und Giulia Siegel lassen ihrer gegenseitigen Antipathie nun auch vor der Kamera freien Lauf. Und dank YouTube kommen jetzt auch alle jene in den Genuss der Promi-Probleme, die sonst nicht immer up to date sind, was hinter den Kulissen der deutschen Trash-TV-Landschaft vor sich geht.

Dem Video sei vorangestellt, dass unsere heißgeliebte Naddel sich offensichtlich vor Kurzem über die neue Profession von Siegel-Tochter Giulia moquiert hat. Deren DJ-Künste ließen zu Wünschen übrig, und was die kann, könne ohnehin schon jeder. Nun ja, ob DJane Giulia tatsächlich weiß, wie man die Platten richtig dreht, sei dahingestellt, auf jeden Fall lässt sie sich zumindest nicht gefallen, wenn jemand auf ihrem Beruf rumhackt. Zwar scheint dieser Krieg der beiden B-Promis sich schon über längere Zeit hingezogen zu haben, aber dieser Tropfen reichte nun aus, um das Fass zum Überlaufen zu bringen. Auf einer Party in Wien traf Deutschlands neues Zicken-Duo aufeinander …

Get the Flash Player to see the wordTube Media Player.

Gemütlichkeit nach Gothic-Art

4. April 2009, admin

Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten, jeder empfindet nun mal etwas anderes als schön. Dass nicht jeder seinem Haus einen düsteren Look verpassen möchte, ist auch legitim, doch wenn man das will, gibt es jetzt den perfekten Online-Shop dazu: “Böser Wohnen” bietet alles, was das Gothic-Herz begehrt.Sarg

Endlich können auch Gruftis und Dark-Waver sich in ihren vier Wänden kreativ ausleben, ohne auf das Do-it-yourself-Prinzip angewiesen zu sein. Musste man früher noch Omas Jesus-Kreuz mit einem Haken auf der Unterseite versehen, um ihm einen satanistischen Look zu verpassen, oder seine Möbel in aufwendiger Handarbeit in dunklen Tönen lasieren, bestellt man heute alles ganz bequem im Internet. 20 Kategorien bieten eine große Auswahl an mehr oder weniger einzigartigen, in jedem Fall aber außergewöhnlichen Haushaltsartikeln, vom Voodoo-Zahnstocherhalter bis zum schwarzen Klopapier, vom Schlaf-Sarg bis zur Patchouli-Duftkerze.

Neben diversen Accessoires fürs eigene Heim eignet sich der Shop von boeser-wohnen.de auch perfekt, wenn man auf der Suche ist nach einem Geschenk für jemanden, der auf der dunklen Seite des Lebens weilt. Ob schwarz-gefärbte Gänseeier fürs Osternest, einen Santa-Claus am Strick für den Weihnachtsbaum oder aufwendige Grabgestecke für die Haustür - hier findet man endlich mal wieder Präsente, die alles andere als 08/15 sind.

Das Schönste an der Sache ist jedoch, dass man sich auch als Nicht-”Gothiker” endlich mal in dieser für viele gänzlich unbekannten Szene umsehen kann. Denn nicht alles, was die düsteren Nachtgestalten schön finden, ist so abgefahren, dass man es sich selbst nicht in die Wohnung stellen würde. Barocke Servietten, schwülstige Bilderrahmen und schmiedeeiserne Bettgestelle sind schließlich gerade voll im Trend, und nun ratet mal, wer’s erfunden hat  … :-)

Mager - Sucht oder Lifestyle?

4. April 2009, admin

Dass Magersucht und Bulimie schwere psychische Krankheiten sind, die jene, welche unter ihren selbstzerstörerischen Symptomen leiden, in den Tod treiben können, ist jedem klar. Mag man meinen. Denn seit längerer Zeit ist ein neuer Trend des Selbstbewusstseins unter vielen Menschen mit Essstörungen zu beobachten, der bereits Züge einer bizarren Emanzipationsbewegung angenommen hat.

Pro-Ana und Pro-Mia lauten die Schlagworte, die eine positive Einstellung zu Mager- und Ess-Brech-Sucht propagieren. Nachdem die Medien ihre über Jahrzehnte installierte Scheinwelt der Schlanken und Schönen nach und nach aufgeben mussten, weil immer mehr Gegenstimmen laut wurden gegen die schöne, heile Werbewelt, die die Zuschauer immer mehr von der Realität entfremdete, wehren sich nun diejenigen, die dem abgelaufenen Idealbild des ewigen Hungers verfallen sind, mit einer regelrechten Kampagne pro Anorexie und pro Bulimie. Sie finden, dass nicht “dünn sein” eine Lebenseinstellung ist, sondern die Sucht danach.

An dieser Stelle möchte ich die Übersetzung eines “Briefs” zitieren, der auf einer amerikanischen Website veröffentlicht wurde. Mehr muss man eigentlich nicht wissen, um über das Wesen dieser Krankheiten Bescheid zu wissen. Überzeugt Euch selbst von dem Wahnsinn - hier ein “Brief von Ana”.

“Erlaube mir, mich vorzustellen. Mein Name, oder wie ich von sogenannten “Ärzten” genannt werde, ist Anorexie. Mein vollständiger Name ist Anorexia nervosa, aber Du kannst mich Ana nennen. Ich hoffe, wir werden gute Freunde. In nächster Zeit werde ich viel Zeit in Dich investieren und ich erwarte das Gleiche von Dir.

In der Vergangenheit hast Du mitbekommen, wie Deine Lehrer und Eltern über Dich sprachen. Du bist “so reif”, “intelligent”, “gibst immer alles” und in Dir steckt “so viel Potenzial”. Wohin hat Dich das gebracht, wenn ich fragen darf? Nirgendwo hin! Du bist nicht perfekt, Du strengst dich nicht genug an und darüber hinaus verschwendest Du deine Zeit mit lauter unnützen Dingen wie Zeichnen oder ins Kino gehen. Dieser Luxus wird Dir in nächster Zeit nicht mehr gestattet sein.

Deine Freunde verstehen Dich nicht. Sie sind nicht ehrlich. Früeher, als die Unsicherheit an Deinen Gedanken genagt hat, und Du sie gefragt hast: “Sehe ich fett aus?” und sie geantwortet haben: “Nein, natürlich nicht!”, wusstest du, dass sie lügen. Nur ich sage Dir die Wahrheit. Deine Eltern … lass uns nicht so weit gehen! Du weißt, dass sie Dich lieben und für Dich sorgen. Aber die Sache ist einfach die, dass sie Deine Eltern sind und verpflichtet sind, so zu handeln. Ich werde Dir jetzt ein Geheimnis verraten: Tief im Innern sind sie von Dir enttäuscht. Aus ihrer Tochter mit all ihrem Potenzial ist ein fettes und faules Mädchen geworden, das alles, was es hat, nicht verdient hat.

Aber ich bin gerade dabei, das zu ändern!

Ich erwarte eine ganze Menge von Dir. Du darfst nicht viel essen. Es wird langsam anfangen:

Reduzierung der Fettaufnahme, lesen der Nährwertangaben. Frittiertes und Junk Food und Co. werden weggelassen. Für eine Weile wird die Übung einfach sein: Etwas laufen, vielleicht ein paar Crunches und Sit-ups. Nichts Schweres. Verliere vielleicht ein paar Pfund. Nimm etwas Fett aus diesem Bottich, Deinem Bauch. Aber es wird nicht lange dauern und ich werde Dir sagen, dass es nicht genug ist!
Ich werde von Dir erwarten, Deine Kalorienaufnahme zu verringern und gleichzeitig mehr Übungen zu machen. Ich werde Dich an deine Grenzen treiben. Du musst es ertragen, weil Du Dich mir nicht widersetzen kannst. Ich fange an, mich in Dir einzunisten. Ziemlich bald bin ich immer bei Dir. Ich bin da, wenn Du morgens aufwachst und zur Waage rennst. Die Zahlen werden beides sein - Freund und Feind! Und mit rasenden Gedanken betest Du, sie mögen niedriger sein als gestern oder am letzten Abend. Du siehst mit Schrecken in den Spiegel. Du kneifst Dir in das Fett, das da ist, und lächelst, wenn Du über Knochen streichelst. Ich bin da, wenn Du Deinen Tagesplan gestaltest. 500 kcal und 2 Stunden Sport. Ich bin diejenige, die ihn für Dich ausknobelt, denn spätenstens jetzt werden meine Gedanken und Deine Gedanken eins! Meine Ziele werden Deine Ziele sein: Disziplin und Selbstbeherrschung!

Ich folge Dir den ganzen Tag hindurch. In der Schule, wenn Du Dich nicht konzentrieren kannst, gebe ich dir etwas zum Nachdenken: Zähle die Kalorien für den Tag nach. Es sind zu viele. Ich fülle Deinen Kopf mit Gedanken über Essen, Gewicht und Kalorien. Denn jetzt bin ich bereits in Dir. Ich bin in Deinem Kopf, Deinem Herzen, Deiner Seele. Den Hunger und die Schmerzen, die zu spüren vorgibst, bin ich in Dir.

Ziemlich bald werde ich nicht nur sagen, was Du mit dem Essen machen sollst, sondern auch, was Du die GANZE Zeit über machen sollst. Lächle und nicke. Zeige Dich von Deiner besten Seite. Schlage auf diesen fetten Bauch, verdammt! Gott, Du bist so eine fette Kuh! Wenn es Zeit fürs Essen wird, sage ich Dir, was zu tun ist. Mache einen Teller mit Kopfsalat, der aussieht wie ein Festmahl für einen König. Reiche das Essen herum. Lass es so aussehen, als hättest Du etwas gegessen. Kein Stück, … wenn Du isst, wirst Du die Kontrolle verlieren. WILLST Du das?? Wieder die fette Kuh werden, die Du einmal warst? Ich zwinge Dich, Models aus Modemagazinen anzustarren. Diese perfekten, verzichtenden Models mit den weißen Zähnen! Models der Perfektion, die Dich von den Seiten der Hochglanzmagazine heraus anstarren. Du wirst nie so schön sein wie sie. Wenn Du in den Spiegel guckst, werde ich das Bild verzerren. Ich werde Dir Fettleibigkeit und Scheußlichkeit zeigen. Ich werde Dir einen Sumoringer zeigen, wo in Wirklichkeit ein hungerndes Kind steht. Aber Du musst das glauben, denn wenn Du die Wahrheit kennen würdest, könntest Du wieder anfangen mehr zu essen und unsere Beziehung würde zerbrechen. Und ich würde die Kontrolle über Dich verlieren.

Manchmal wirst Du rebellieren. Aber hoffentlich nicht all zu oft. Du wirst die kleine, rebellische Kraft in Dir erkennen und wirst Dich in die dunkle Küche hinunter wagen, wirst die Tür des Küchenschrankes langsam öffnen. Sie wird quietschen. Deine Augen werden durch den Schrank mit den Lebensmitteln wandern, über das Essen, das ich bisher in sicherer Entfernung von Dir aufbewart habe. Du wirst merken wie deine Hände sich willenlos ausstrecken. Wie in einem Albtraum durch die Dunkelheit hin zur Keksdose. Du stopfst sie in Dich hinein, mechanisch, du schmeckst nicht mal richtig, sondern genießt nur einfach die Tatsache, dass Du Dich mir widersetzt. Du greifst nach einer anderen Dose, dann nach noch einer und noch einer. Dein Bauch wird aufgebläht sein, aber Du wirst nicht aufhören. Und die ganze Zeit schreie ich Dich an: “Du fette Kuh! Du wirst wieder unendlich fett werden!! Du hast wirklich gar keine Selbstbeherrschung!”

Wenn es endlich vorbei ist, wirst Du Dich wieder an mich klammern und mich um Rat fragen, weil Du ja nicht wirklich fett werden willst. Du hast gegen eine Hauptregel verstoßen und gefressen und jetzt willst Du mich zurück. Ich werde Dir alle Tipps geben, die ich weiß und Du wirst leiden, aber das kommt davon. Lass Dir das eine Lehre sein.

Oh, das ist hart? Willst du nicht, dass das mit Dir passiert? Bin ich ungerecht? Ich tue Dinge, die dir helfen. Ich ermögliche Dir aufzuhören über Gefuehle nachzudenken, die Dich stressen. Gedanken über Wut, Traurigkeit, Verzweiflung, Einsamkeit können ein Ende haben, weil ich sie verschwinden lassen kann und Deinen Kopf mit dem kathegorischen Kalorienzählen fuelle. Ich sorge dafür, dass Du nicht mehr darum kämpfen musst zu den Kids in deinem Alter zu passen, dafür, dass Du dich nicht mehr bemühen musst, es uns allen Recht zu machen. Denn jetzt bin ich Dein einziger Freund und die Einzige, der Du es jetzt noch Recht machen musst.

Aber ich habe einen schwachen Punkt. Den dürfen wir niemandem verraten. Wenn Du Dich entschliesst, gegen mich anzukämpfen, zu jemandem zu gehen und ihm zu sagen, was ich mit Dir mache, wird die Hölle los sein. Niemand darf es herausfinden! Niemand kann diesen Panzer, mit dem ich Dich beschuetzte, knacken. Ich habe Dich geschaffen, dieses dünne, perfekte, seine Ziele erreichende Kind. Du gehörst mir. Mir ganz allein! Ohne mich bist Du nichts mehr. Also kämpfe nicht gegen mich an. Wenn die anderen Kommentare abgeben, ignoriere sie. Mach dir nichts daraus und vergiss, was sie gesagt haben. Vergiss jeden, der versucht mich Dir wegzunehmen. Ich bin Dein größter Schatz und ich habe die Absicht, dass das auch so bleibt.

Mit freundlichen Grüßen,


Ana”

Link: Selbsthilfegruppen für Anorexie und Bulimie

Natur pur mit dem roten Stier

3. April 2009, admin

Da hat Red Bull ja mal wieder einen echten Treffer in Sachen Lifestyle-Getränke gelandet: Die (nicht mehr ganz so) neue Cola des österreichischen Energy-Drink-Herstellers hat sich als voller Erfolg entpuppt und längst ihren Weg von den Tankstellen in die Supermärkte geschafft. Das Motto, mit dem man die Kunden überzeugen möchte, ein Produkt zu kaufen, dass mehr als doppelt so teuer ist wie seine Konkurrenten, lautet schlicht und einfach: STRONG & NATURAL.

Zunächst gilt es klarzustellen, dass es sich bei dem ominösen Getränk nicht um eine Mischung aus Red Bull und Cola handelt - das koffeinhaltige Erfrischungsgetränk verdankt seinen Namen lediglich der Herstellerfirma, den künstlichen Gummibärchengeschmack des Ursprungsprodukts sucht man hier vergebens. Völlig unerwartet überzeugt das neuartige Getränk mit einer Zutatenliste, die sich liest wie ein Feinschmecker-Einkaufszettel, und dabei ohne irgendwelche E-Zusätze auskommt: Kokablatt, Kolanuss, Limette, Nelken, Zimt, Kardamom, Pinie, Ackerminze, Galgant, Vanille, Ingwer, Kakao, Orange, Senfsamen und natürliches Koffein aus der Kaffeebohne - das ist der Stoff, aus dem Colaträume gemacht werden.

Der Freak findet: LECKER!

Aus alt mach neu mach alt

2. April 2009, admin

Frankfurt gehört zu jenen deutschen Städten, die lange Zeit nichts für Denkmalschutz übrig gehabt haben. Nicht, dass es dort nach dem Krieg noch viel zu schützen gegeben hätte - die wenigen (zumindest teilweise) erhaltenen historischen Bauten in der Mainmetropole wurden trotzdem häufig abgerissen, manche aus praktischen Gründen, die meisten jedoch, weil man schnell das neue Stadtplanungskonzept durchziehen wollte: eine moderne Metropole mit zukunftsträchtiger Hochhaus-Architektur.

Dran glauben mussten seinerzeit auch die Überreste des Thurn-und-Taxis-Palais, vor den Bombenangriffen der Alliierten ein Wahrzeichen der Stadt, dessen Reste man abriss, um das Fernmeldehochhaus auf seinem Areal zu errichten. Doch nachdem gerade Berlin mit der Wiedervereinigung von einer regelrechten Rekonstruktionswelle erfasst wurde (Reichstag, Stadtschloss, etc.), begriff man auch in Frankfurt nach und nach, dass es sich lohnen könnte, dem Zentrum ein wenig von seiner altehrwürdigen Pracht zurückzugeben. Problem: Die Bodenpreise in Frankfurt sind horrend, und kein betriebswirtschaftlich versierter Investor hätte sein Geld in ein Projekt gesteckt, das außer einer kulturellen Bereicherung keine hinreichend profitable Nutzung erlaubt. PalaisQuartier Frankfurt

Zeit für einen neuen Wolkenkratzer, doch davon hat Frankfurt viele - wer in dieser Stadt etwas Besonderes schaffen möchte, punktet eher mit altem Prunk denn mit modernistischem Purismus. So entstand der Plan für das PalaisQuartier, benannt nach dem Palais Thurn und Taxis, dass sich hier einst befand. Zwei Wolkenkratzer, ein Einkaufszentrum, und: die alte Residenz der Fürstenfamilie.

Das Konzept geht auf: Das Shopping-Paradies myZeil ist bereits eröffnet, in die beiden Türme ziehen bald ein Hotel und verschiedene Firmen ein und die (verkleinerte) Neufassung des ursprünglichen Gebäudes, das am Thurn-und-Taxis-Platz stand, ist ebenfalls fertig. Architekten, Geldgeber und die Stadtverwaltung haben sich hier auf einen für alle Seiten befriedigenden Kompromiss geeinigt, wobei man zugeben muss, dass viele Kunsthistoriker und Restauratoren die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn sie hören, dass das Palais aus Stahlbeton erbaut wurde und nach der Eröffnung Einzelhandel, Gastronomie und ein Kongresszentrum beherbergen soll.

Zu meckern gibt es eben immer irgend etwas. Trotzdem sollten wir uns ab und an darauf besinnen, dass eine nicht perfekte Rekonstruktion besser ist als gar keine Rekonstruktion. Warum soll man die Menschen mit architektonischem Einerlei und heruntergekommenen Nachkriegsfassaden quälen, wenn die andere Option - Fake hin, Fake her - viel reizvoller ist?

Seitenanfang

Seitenanfang