Archiv für November 2008

Vorsicht auf dem Weihnachtsmarkt

30. November 2008, admin

Weihnachtszeit, Diebeszeit - alle Jahre wieder zieht es ganz Deutschland auf den Weihnachtsmarkt. Ab dem 1. Advent ist in Hunderten von Städten Glühwein trinken angesagt und die Menschen strömen in Scharen an die Stände um kurz vorm Fest noch schnell ein paar Präsente einzukaufen. Je besinnlicher Stimmung, desto lockerer sitzt der Geldbeutel, das wissen auch die Gauner und Diebe im Land. Und so kommt es, dass im Dezember immer am meisten geklaut wird. Dabei müsste man nur ein paar Regeln beachten um den Schaden bei einem Weihnachtsraub möglichst gering zu halten.

Der erste Fehler, den viele begehen, ist es, zu große Bargeldsummen mit sich herumzuschleppen. Ganz nach dem Motto “Vielleicht finde ich ja spontan noch etwas Schönes,” tragen manche Marktbesucher einige Hundert Euro. Kommt ihnen das Portemonnaie abhanden ist das Gejammer groß, und im Nachhinein wird ihnen dann klar, dass sie für ein paar Tassen Kopfschmerz-Plörre und eine Handvoll kitschiger Baststernchen und Glaskugeln ohnehin nicht mehr als 50 Mäuse gebraucht hätten.

Ebenso wenig mitnehmen sollte man seine Kreditkarten. Viele Läden vergleichen die Signatur auf der Karte nicht mit der Unterschrift auf dem Beleg, weshalb der Dieb mit diesem kleinen Stück Plastik in kürzester Zeit großen Schaden anrichten kann. Nicht ganz so gefährlich sind ec-Karten, da diese in der Regel nur mit Geheimzahl zum Zahlen verwendet werden können. Lediglich Supermärkte akzeptieren zur Zahlung mit Bankkarte eine Unterschrift - der durchschnittliche Langfinger bevorzugt hingegen eher DVD-Player und Lederjacken, weshalb man nicht davon ausgehen muss, dass er für einen Lebensmitteleinkauf eine Festnahme riskiert. Diese könnte aber ohnehin nur dann stattfinden, wenn die Karte bereits gesperrt wurde. Das ist stets der erste Schritt, wenn man einen Verlust bemerkt, egal ob es die Bankkarte, Kreditkarte oder das Handy ist.

Will man einen Diebstahl verhindern, sollte man seine Wertgegenstände so nah wie möglich am Körper tragen, entweder in der vorderen Hosentasche und in einem Brustbeutel. Zweiterer sieht recht dämlich aus, ist aber der effektivste Schutz vor den ausgefuchsten Gaunern. Außerdem hat man wesentlich mehr Spaß beim Bummel, wenn man nicht alle 3 Minuten nachsehen muss, ob die Geldbörse noch an ihrem Platz sitzt.

Na dann, Prost!

PlayStation Home

30. November 2008, admin

Der Kampf der Konsolenhersteller geht in die nächste Phase: Nachdem mittlerweile alle modernen Home-Entertainment-Module, seien sie nun aus dem Hause Nintendo, Sony oder Microsoft, auf mehreren Ebenen dafür Sorgen, dass ihre treuen Kunden sich weiterhin für ihr Produkt entscheiden, anstatt zur Konkurrenz zu gehen, ist die Virtual Reality à la Second Life der neueste Streich in Sachen Multiple-Level-Marketing.

Die PS3 ist hier schon am weitesten fortgeschritten: Mit PlayStation Home kann jeder stolze Besitzer der etwa 400 Euro teuren Konsolen sich ein Avatar-Profil im Netz anlegen und mit einer möglichst realitätstreuen Identität inklusive Wohnung, Job und Freundeskreis versehen. Unterwegs im digitalen Kosmos läuft zum Beispiel ein Double des Urban Freaks in den Sony-Laden um dort seine im virtuellen Bowling-Center erspielten Cyber-Dollars gegen neue (reale) Spiele für seine Gerätefestplatte zu tauschen.

Sagen wir mal so: Für all jene, die Second Life & Co. vorher schon spannend fanden und es immer noch tun (der Aha-Effekt ist ja mittlerweile bei den meisten verflogen), ist PlayStation Home sicher ganz witzig. Alle anderen werden es wohl für Zeitverschwendung halten, sich das x-te Internet-Profil anzulegen …

Islam-Unterricht in Münchner Grundschulen

29. November 2008, admin

Islam wird nun auch in Münchner Grundschulen gelehrtReligionsunterricht gehört in Bayern zu den Pflichtfächern in allen Schulformen. Doch gerade in den Großstädten München und Nürnberg existieren Schulen, die aufgrund ihrer Lage in mehrheitlich von Einwanderern bewohnten Vierteln viele Kinder weder katholisch noch evangelisch sind, sondern dem Islam angehören. Die Jahrzehnte, in denen man sich dieser Entwicklung verschloss und hinnahm, dass die Schüler standardmäßig in den eigentlich als Ersatzfach gedachten Ethikunterricht gingen, sollten nun vorbei sein. Denn muslimischer Religionsunterricht war bis dahin nur extern, und in der Regel nur in türkischer Sprache angeboten worden.

Deshalb ist vor zwei Monaten in zwei Münchner Grundschulen ein Pilotprojekt gestartet, in dem Kinder aus muslimischen Familien nun auf Deutsch in ihrer Religion geschult werden. Anders als in Koranschulen geht es hier nicht um das Auswendig-Lernen einzelner Suren und eine Unterweisung durch einen Imam - stattdessen werden, wie in den christlichen Fächern auch, durch einen zugelassenen Lehrer wesentliche Grundlagen vermittelt, damit die Kinder sich spielerisch in ihrer Religion zurecht zu finden lernen.

Der positve Nebeneffekt ist sicherlich auch die Tatsache, dass Kinder wie Eltern, wenn sie sehen, dass ihre Kultur nach und nach ihren Platz im deutschen Bildungswesen findet, eher einen Anreiz finden, sich in ihrer neuen Heimat zu integrieren. 

Umweltzonen in Deutschland

28. November 2008, admin

Endlich saubere Luft in den Innenstädten - das ist das Ziel der neu eingeführten Umweltzonen in den wichtigsten Ballungsräumen der Republik. Doch die Einführung der so genannten Feinstaub-Plakette hat von Anfang an für Protest gesorgt. Einerseits beschweren sich die Halter von alten, nicht-historischen Benzinern, dass sie künftig nicht mehr in die Umweltzonen dürfen, obwohl ihre Wagen gar keinen Feinstaub ausstoßen (dieser kommt prinzipiell nur bei Diesel-Fahrzeugen aus dem Auspuff). Andererseits sind die Halter von Autos, die mit Dieselmotoren betrieben werden und mangels Rußpartikel-Filter nur eine gelbe oder rote Plakette bekommen, verärgert, weil auch neuere Kfz davon betroffen sind.

Ob man sich nun ein neues Auto zulegt, oder einfach nicht mehr mit dem alten in die Stadt fährt, muss jeder selbst entscheiden. Wichtig ist nur, dass man weiß, wo man besser genau aufs Schild kuckt.

Augsburg, Berlin, Bochum, Dortmund, Düsseldorf,  Essen, Frankfurt, Hannover, Ilsfeld, Köln, Leonberg, Ludwigsburg, Mannheim, Mühlacker, München, Pforzheim, Regensburg, Reutlingen, Schwäbisch-Gmünd, Stuttgart, Tübingen und ab 1.1.09 Nürnberg

 

Guacamole

27. November 2008, admin

Avocado sind lecker und gesundJetzt im Winter, wo man wieder mehr Zeit vorm Fernseher verbringt, haben auch Knabbereien aller Art Hochkonjunktur. Chips & Co. schmecken noch besser, wenn man sie dippen kann, allerdings sind viele im Handel erhältliche Soßen vollgepumpt mit Geschmacksverstärkern und machen oft noch dicker als die Nachos, die man in sie tunkt.

Deshalb hier mein persönliches Lieblingsrezept für Guacamole - einfach und schnell zubereitet. Und dazu noch gesund …

Man nehme:

4 reife Avocados

Saft einer Limette

Olivenöl

1 rote Chilli + 1 grüne Jalapeno

1 Schalotte

1 Tomate aus der Dose

2 Knoblauchzehen

 

Die Avocado muss zunächst entkernt und das Fleisch von der Schale gelöst werden. Dann so schnell wie möglich mit dem Limettensaft anmachen, damit es sich nicht braun verfärbt, und dann schön fein pürieren oder mit der Gabel zerdrücken. Nun müssen die Schalotte, der Knoblauch und die Schoten fein gehackt werden, damit sie nachher mit dem Avocadomuß eine sämige Masser ergeben. Die Tomate wird nun ebenfalls kleingeschnitten, und alles zusammen in einen Topf gegeben. Unter ausgiebigem Rühren kommt noch ein Schuss Olivenöl dazu, mit Salz und Pfeffer abschmecken, fertig.

Gewöhnungsbedürftig: Japan-Rap

26. November 2008, admin

Zugegeben: Viele Dinge aus dem fernen Osten sind für uns Europäer nicht ganz einfach nachzuvollziehen, und es gibt einige, zum Beispiel japanische, Verhaltensweisen, die uns ungewollt zum Schmunzeln bringen, obwohl es eigentlich nichts zu lachen gäbe. Lasst uns dieses Phänomen einen “kulturellen Graben” nennen.

Dieser kulturelle Graben wird besonders deutlich, wenn besonders typische Elemente einer entfernten Kultur in die eigene übernommen werden. Das muss nicht zwingend etwas mit unterschiedlichen Nationen zu tun haben - beispielsweise ist auch dann ein Clash sichtbar, wenn deutsche Vorstadtkids plötzlich anfangen, einen auf Gangsta zu machen, weil das die coolen amerikanischen Ghetto-Jungs auch so machen, obwohl diese es wohl eher unfreiwillig tun und von Partymusik in Verbindung mit Rap nichts wissen wollen.

Um beim HipHop zu bleiben: Wie überall auf der Welt ist die einstige Black Music längst auch in Asien auf einem Popularitäts-Hoch angelangt. Und weil wir uns in Deutschland schon daran gewöhnt haben, dass Jugendliche sich in ihrem Verhalten gern an Slum-Bewohnern orientieren, sobald sie morgens Mamas und Papas Reihenhäuschen in Richtung ihres Gymnasiums verlassen, müssen wir uns nun eben über japanische Rapper totlachen.

WE WILL ROCK YOU! in Stuttgart

24. November 2008, admin

Zugegeben: Eingefleischte Freddy Mercury Fans wären von WE WILL ROCK YOU! sicher enttäuscht. Natürlich kommen sie musikalisch auf ihre Kosten, denn die großen Hits des englischen Ausnahmekünstlers und seiner Band sind allesamt in dem ursprünglich in London erstaufgeführten Musical vertreten. Günstige Karten zu den Musicals können Sie online erwerben. Die Handlung der Aufführung lässt allerdings zu wünschen übrig, in zweierlei Hinsicht.

Einerseits geht es bei WE WILL ROCK YOU! nicht mal ansatzweise um Queen. Zweitens ist die Geschichte, die man dem Musical stattdessen untergeschoben hat, so flach, dass man sich das Ganze eigentlich gleich hätte sparen können um zum eine reine Cover-Show auf die Bühne zu bringen. Das Gefasel vom Internet-Planeten e.bay, auf dem alles von einem Großkonzern regiert wird, der “echte” Musik mit Instrumenten verboten hat und stattdessen auf eine Musik-Flatrate mit rein elektronischer Musik setzt, ist echt tierisch öde. Die Idee von “Dreamer” - demjenigen, der als einziger weiß, wie man der elektronischen “GaGaMusik” den Garaus machen kann - hilft da auch nicht mehr, um die Geschichte zu retten.

Aber wie gesagt: Den meisten geht es ohnehin um die Musik und davon gibt es einiges bei WE WILL ROCK YOU! Außerdem muss man den Machern des Projektes lassen, dass sie zumindest versucht haben, einen roten Faden in die thematisch doch sehr unterschiedlichen Songs der Original-Band bringen.

Nachdem das Erfolgsmusical von Queen mehrere Jahre in Köln gelaufen ist, kann man WE WILL ROCK YOU! seit 13. November im Stuttgarter Apollo Theater sehen.

Russlandturm gestoppt

23. November 2008, admin

Vor ein paar Monaten habe ich hier im Blog einen Artikel über das momentan gigantischste urbane Bauprojekt Europas - die Baschija Rossija (Russland-Turm) in Moskau - gepostet. Ziel des Wahnsinnsprojekt war es, der russischen Hauptstadt das höchste Haus Europas und nach dem Burj Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten zweithöchste Gebäude der Welt zu bescheren.

So wie es mittlerweile aussieht, wird daraus jedoch wohl nichts. Zumindest nicht so schnell. Denn wie heute der FAZ zu entnehmen war, íst das Projekt vorerst gestoppt. Wieso? Na, wegen der Finanzkrise, was sonst? Nach und nach breitet sich die Seuche aus den USA überall aus … dass wir es noch nicht ganz so arg spüren, liegt definitiv an der Tatsache, dass die Bundesregierung mit Ihrem Hilfsangebot für die Banken den Markt etwas zur Ruhe bringen konnte.

Jedenfalls scheinen die für den Bau von Baschija Rossija zuständigen Investoren im Umfeld des Milliardärs Schalwa Tschigirinski die Kohle ausgegangen zu sein. Oder das Risiko, dass keiner in den über 600 Meter hohen Turm einziehen will, ist zu groß geworden. In jedem Fall ist es sehr schade, dass dieses Projekt nicht verwirklicht wird, denn bis jetzt war es besonders spannend zuzusehen, wie sich Moskau prächtig entwickelt und seinen Ruf als luxusorientierte Glitzermetropole immer weiter ausbaut.

Doch der Rückschlag wird wohl ohnehin nicht lange anhalten. Schließlich verdient man in Russland - anders als in Mitteleuropa oder Amerika - das große Geld immer noch mit Rohstoffen. Und die sind bislang noch reichlich vorhanden, weshalb auch die Kohle bald wieder fließen wird.

St. Petersburg - weiße Nächte und mehr

23. November 2008, admin

Peter-und-Paul-Kathedrale, Eremitage und Leninstatue - das ist das St. Petersburg, das wir aus dem Reisekatalogen kennen, das ist die Stadt, die Jahr für Jahr Millionen kulturinteressierter Touristen anzieht. Über Jahrhunderte als Zentrum von Kunst und Literatur bekannt, hat die ehemalige Hauptstadt des russischen Zarenreiches, eher den Ruf eines beschaulichen Fleckchens denn als einer Partymetropole inne.

Doch “Píter”, wie die Russen die wohl schönste Stadt ihres Landes liebevoll nennen, hat ein ausgezeichnetes Nachtleben zu bieten, das zum einen weit kultKatharinenschloss St. Petersburgivierter ist als jenes in Moskau, zum anderen aber viel ausgelassener, insbesondere wenn man bedenkt, dass hier nicht nur Millionäre ihren Spaß haben können.

Besonders ausgiebig feiert man natürlich während der weißen Nächte in den letzen beiden Juniwochen. Nun, da die Sonne des nachts nicht ganz untergeht, treibt es Petersburger wie Touristen auf die Straßen: Es wird gesungen, getanzt und getrunken, ausgelassen aber nicht ungezügelt. Abgerundet wird das Lichterspektakel der Sommersonnwende durch ein großes Feuerwerk am Newa-Hafen.

Das Waterfront-Prinzip

22. November 2008, admin

Waterfront” - mit diesem Wort verbinden viele den Gedanken an Urlaub im Süden, an malerisch gelegene Städte, idyllisch zwischen Wasser und Land getupft. Kapstadt hat eine, Honululu hat eine und Dubai bekommt bald eine dazu. Kein Wunder, dass auch deutsche Städte nun nachziehen und ihren Ufergebieten, je nach Lage am Fluss, See oder Meer gelegen, ein neues Gesicht verleihen wollen um dem umgestalteten Quartier anschließend den Stempel “Waterfront” aufdrücken zu können.

Offensichtlich kommt eine attraktive Stadt heute gar nicht mehr ohne eine “Waterfront” aus, deshalb schauen wir doch mal, was wir in dieser Hinsicht zu erwarten haben in den nächsten Jahren.

Hamburg

Die Bauarbeiten am neuen Stadtteil HafenCity sind in vollem Gange - das Viertel hat bereits deutlich an Gesicht gewonnen. Die eleganten wie modernen Wohn- und Bürogebäude direkt am Elbufer werden bald zu den Top-Immobilien der Hansestadt gehören und vereinigen sich mit den Promenadeanlagen am Wasser zu einer “Waterfront”, die sich gewaschen hat.

Duisburg

Obwohl eine wichtige Hafenstadt mit knapp einer halben Million Einwohner, lässt Duisburg bis dato den Charakter einer Metropole vermissen. Der hier geplanten “Waterfront” soll deshalb eine Marina für Privatboote angeschlossen werden, um bald auch die gehobenere Klientel in die zentrumsnahe Hafengegend zu locken. Zusätzlich werden Wohnungen, Handelsflächen und ein Hotel am Rheinufer entstehen.

Bremerhaven

Zu den wesentlichen Landmarks der im Bau befindlichen “Havenwelten”, jenem neuen Quartier, das gerade am Weserufer entsteht, gehört das Atlantic Hotel Sail. Mit seiner an das Burj al Arab in Dubai erinnernden Segelform sticht es deutlich aus der Skyline Bremerhavens heraus. Außerdem entstehen dort modernistische Gebäuder für Büros und Wohnungen.

Mal sehen, was uns in den kommenden Jahren noch an Waterfront-Projekten in Deutschland erwartet. Zu hoffen bleibt nur, dass man die Idee vom Wasser-nahen Wohnen nicht derart ausreizt, dass das durchaus attraktive Konzept am Ende seine Exklusivität verliert.

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