Dragostea reloaded
22. Oktober 2008, admin
Allzu oft muss man sich ärgern, wenn ein Lied, das man in der Kindheit mochte, oder das seit Jahrzehnten als Klassiker gilt, von irgend einer daher gelaufenen Pop Band gecovert wird und am Ende nicht viel mehr als eine verhunzte Billigversion übrigbleibt, die einzig deshalb zum Super-Hit wird, weil man sie tagtäglich auf allen Radiosendern rauf- und runterspielt, sie bei unmündigen Minderjährigen als Klingelton vermarktet und von findigen Promotern im Internet und in den Clubs pushen lässt.
Zugegeben: Gewissen Cover Songs kann man ja wenigstens noch zugute halten, dass sie mit ihrer Reproduktion einem guten Song ein neues Publikum verschaffen, und so wenigstens einen Teil dazu beitragen, dass die Melodie und das Inhaltsgerüst weitergegeben werden.
Doch es gibt lieder, die sollten überhaupt nicht am Leben erhalten werden. Lieder, die so schlecht sind, dass man einst froh war, als sie endlich aus den Medien verschwanden. Lieder wie “Dragostea din tea”, der (Gott sei Dank) einzige Hit der moldawischen Popgruppe O-Zone.
Wem der Name auf den ersten Blick nichts sagt, der sollte sich die immer wiederkehrende Refrainzeile ansehen, dann klingelt’s vielleicht. Ich zitiere: Maiia hi, maiia ho, maiia ha, maiia ha ha! Im Video tanzen die drei Bandmitglieder (eine Frau, zwei Knaben) auf einem quietschebunten Flugzeug herum und kauen Hubba-Bubba … oder so ähnlich.
Worauf ich eigentlich hinauswollte ist, dass dieses Lied sich doch ohnehin zwei bis drei Jahre im Äther festkrallen konnte, obwohl niemand jemals zugegeben hätte, dass er es gerne hört. Eine Zeit lang war auch tatsächlich Ruhe, doch kürzlich hörte ich es wieder. “Es” dröhnte aus einem silbergrauen, tiefergelegten 3er BMW dröhnen, untermalt von einem ungewohnt schnellen Beat, und dennoch genau identifizierbar: Maia hi, maia ho, maia ha, maia ha ha. Bloß dass das Auto, bzw. sein Fahrer, gar nicht zu dem Song passte. Und die metallische, aber kräftige Stimme, die das Lied sang, klang auch gar nicht nach moldawischer Provinz sondern nach … Rihanna.
“Live your life” heißt der Track, den die RnB-Königin aus Barbados zusammen mit dem Rapper T.I. eingesungen hat. Vielleicht hat man das osteuropäische Gedudel unter die Lyrics gelegt um zu verbergen, dass der Song sonst recht wenig Wiedererkennungspotenzial birgt, doch davon können wir uns nun auch nichts mehr kaufen. Alles, was uns jetzt noch bleibt ist: Ab in die Apothe und Oropax-Vorrat für mindestens 6 Monate kaufen.
