Archiv für Oktober 2008

Wien - die stolze Metropole an der Donau

31. Oktober 2008, admin

Wenn man an Wien denkt, was fällt einem dann als erstes ein? Schnitzel? Kaffee? Prater? Sissi? Unglaublich, wie überhäuft mit Klischees diese Stadt ist. Da wird es Zeit, diesen Zustand zu ändern …

UNO-City WienWien mag alt und prunkvoll sei, aber kitschig ist Österreichs Hauptstadt nicht. Hier ist es eher so, als wechselten sich die verschiedenen Stile der letzten Jahrhunderte in einer derartigen Ausgewogenheit ab, dass Barock und Renaissance, Jugendstil und Postmoderne im Gleichgewicht stehen. Das merkt man schnell, wenn man sich die einzelnen Bezirke nach und nach erschließt. 23 sind es an der Zahl - ebenso viele Gesichter hat Wien. Hier auf jeden einzelnen einzugehen, würde zwar den Rahmen sprengen, aber einige der interessantesten zähle ich hier kurz auf:

1. Bezirk: In der so genannten Inneren Stadt befinden sich die meisten primären Attraktionen Wiens, wie der Stephansdom, das Rathaus, die Staatsoper, die Hofburg. Hier, wo sich die ruhmreiche Geschichte dieser königlichen Stadt widerspigelt, sollte jeder Wien-Trip beginnen.

2. Bezirk: Auch in der Leopoldstadt ist Sightseeing angesagt, zumindest Prater und Augarten sollte man gesehen haben. Das quirlige Flair in diesem Viertel macht Lust auf mehr.

3. Bezirk: Hierher muss man in jedem Fall kommen um das Hundertwasserhaus bewundern zu können. Von dem Namen des Viertels - “Landstraße” - sollte man sich übrigens nicht täuschen lassen. Prachtvolle Bauten wie das Arsenal (Heeresgeschichtliches Museum) oder das Schloss Belvedere  wechseln sich ab mit modernen Bürokomplexen.

UNO-City Wien7. Bezirk: Kulturfans können sich im Neubauer MuseumsQuartier nach Lust und Laune austoben - hier vereinigen sich zahlreiche Kunstrichtungen. Die junge, lifestyle-orientierte Bevölkerung verleiht dem Stadtteil sein mondänes Flair, außerdem locken vielseitige Gastronomie und diverse Ausgehmöglichkeiten.

22. Bezirk: Für Liebhaber moderner Stadtarchitektur aus Glas und Stahl gehört die Donau City zu den Musts einer Reise in die österreichische Kapitale - hier befindet sich unter anderem das UNO-Quartier. Aber auch “Natur pur” ist möglich, zum Beispiel im Donaupark

Eine gute Art, auch die zahlreichen kleineren Sehenswürdigkeiten Wiens - Denkmäler, Straßenzüge, Parks - zu erkunden, ist, neben Stadtführungen Wien von Peter Scheiber, das Straßenbahnnetz. Die Tram fährt quer durch die inneren Bezirke und passiert meist deren wichtigste Touristenattraktionen!

Legal kiffen?

31. Oktober 2008, admin

Seit Monaten streuen sämtliche Medien die Nachricht von einer neuen, legalen Droge, die regelrechte Begeisterungsstürme in der Kifferszene hervorgerufen hat. “Spice” heißt das Gemisch aus (angeblich) 11 Kräutern, deren Namen wohl niemand von uns jemals gehört hat.

Laut neuesten Untersuchungen verschiedener Forschungseinrichtung, weiß man mittlerweile, dass nicht alle der angegeben Pflanzen tatsächlich in “Spice” enthalten sind. Andererseits lässt sich nicht ausschließen, dass sich zusätzlich noch andere Kräuter darin befinden als die angegebenen. Auch am Konsumenten selbst lässt sich nicht feststellen, ob er unter “Spice”-Einfluss steht - sämtliche bisher gebräuchlichen Feststellungsverfahren scheitern bei dem Versuch.

Somit ist “Spice” bisher in Deutschland legal und wird auf mittelfristige Sicht auch nicht so einfach zu verbieten sein. Denn: In Deutschland können nur berauschende Substanzen in ihrer isolierten Form verboten werden. Wird man beispielsweise von der Polizei mit Cannabis aufgegriffen, so wird hinterher Anzeige erstattet, wenn das Cannabis den Wirkstoff THC enthält. Demnach sind Sorten, die die berauschende Substanz nicht beinhalten, auch nicht illegal. Aus dem selben Grund kann eine Mischung aus Pflanzen, die an sich keine berauschenden Stoffe enthalten, aber vielleicht in Kombination mit einander bestimmte Wahrnehmungsveränderungen verursachen, nach bisheriger Rechtslage nicht verboten werden.

Glaubt man den Usern in den Internet-Foren sowie den zahlreichen Fernseh- und Zeitungsberichten, dann wirkt “Spice” ähnlich wie Marihuana oder Haschisch. Auf den Konsum folge ein Benebelungszustand, also eine eingeschränkte Reaktionsfähigkeit mit Wahrnehmungsstörungen. Somit sollten “Spice”-Berauschte keinesfalls mit dem Auto fahren. Auch, wenn man ihnen gar nicht nachweisen könnte, dass sie unter Drogen stehen.

Es bleibt abzuwarten, ob sich das Geheimnis rund um “Spice” überhaupt lüften lässt. Die Herstellerfirma in England hüllt sich ebenso in Schweigen wie der Ethnobotaniker Dr. Christian Rätsch. Die Koryphäe in Sachen Bio-Drogen (von ihm stammt die Enzyklopädie der psychoaktiven Substanzen) ist bereits in einigen Sendungen zum Thema zu sehen gewesen, hat bis dato jedoch keinen weiteren Kommentar dazu abgegeben. Es sieht so aus, als wollte da jemand überhaupt nicht, dass “Spice” verboten wird …

Und auch wenn … mittlerweile überschwemmt auch anderes, ebenfalls aus exotisch anmutenden Kräutern zusammengemischtes Räucherwerk den deutschen und österreichischen Markt. In der Schweiz war der Boom bereits 2006 vorbei und in den USA sowie Holland (sic!) darf mit dem Stoff mittlerweile nicht mehr gehandelt werden.

Lonely Planet Portable

30. Oktober 2008, admin

Nachdem Nintendo mit Wii Sports und den Logikspielen für den DS bewiesen hat, dass Konsolenspiele nicht nur etwas für pubertierende Jugendliche sind, hat auch Sony verstanden, dass man sich eine neue Klientel erschließen muss, will man seine Unterhaltungselektronik auf Dauer erfolgreich am Markt platzieren.

Ein Resultat dieser Entwicklung ist die Kooperation zwischen PSP (Playstation Portable) und dem Lonely Planet Reiseführer. Mit “Passport to …” kann man interaktiv auf Stadterkundungstour gehen, ohne sich mit einem zerfledderten Buch rumschlagen zu müssen. Eine Stadt pro UMD-Modul (so heißen die Tapes bei der PSP), mit Straßenkarten, Sehenswürdigkeiten, Audio-Tipps, und allem, was das City Traveller Herz sonst noch so begehrt.

Schade ist nur, dass die Lonely Planet Reiseführer für die tragbare Mini-Playstation nur für sechs Städte zu haben sind. Als das Produkt vor zwei Jahren herausgegeben wurde, waren es auch nur diese sechs, nämlich Amsterdam, Barcelona, London, Prag, Paris und Rom. Das Versprechen, bald würden auch andere Metropolen, wie New York und Berlin, folgen, hat der Hersteller bisher noch nicht wahrgemacht …

 

Bombay Crushed

29. Oktober 2008, admin

KumquatsEs ist so eine Sache mit den Cocktails: Die, die sich schon seit Jahrzehnten auf den Getränkekarten dieser Welt behaupten können, findet man irgendwann langweilig. Sticht einem dann doch mal ein Mix ins Auge, den man noch nicht kennt, geht die Sache oft in die Hose, weil der Drink einfach nicht ausgewogen gemischt ist und man ihm ansieht (bzw. anschmeckt), dass da jemand auf Biegen und Brechen versucht hat, etwas Neues zu kreieren, völlig egal, was am Ende dabei rauskommt.

Gott sei Dank, dass es - leider viel zu selten - doch noch echte Cocktail-Profis gibt, die der Welt immer wieder neue Geschmackserlebnisse kredenzen. Manchmal sind das nicht einmal Barkeeper, sondern die Likörproduzenten selbst, die sich verschiedene Kombinationsmöglichkeiten für ihr Produkt ausdenken, um es besser verkaufen zu können. Nein, ich spreche hier nicht von Verpoorten, dem Eierlikör-Hersteller, der es mit seiner Cocktail-Kampagne geschafft haben dürfte, auch noch die letzte Seniorenheim-Bewohnerin als Kundin zu vergraulen. Hier ist von Bombay Sapphire und der neuesten Gin-Kreation, “Bombay Crushed”, die Rede.

Bombay Crushed ist der wohl leckerste Cocktail, der in den letzten Jahren publik gemacht wurde. Zumindest spricht er alle Caipi-Trinker an, was durchaus einen Großteil der Bar-Klientel ausmachen dürfte. Aber ich möchte Euch nicht zu lange auf die Folter spannen … hier ist das Rezept.

Man nehme

6 cl Gin (Bombay Sapphire)

4-6 Kumquats

2-3 Teelöffel Braunen Zucker

1 Schuss Lime Juice

Crushed Ice

Die Zubereitung funktioniert ähnlich wie beim Caipirinha oder Mojito: Kumquats und braunen Zucker ins Glas und mit einem Stößel zerstampfen, anschließend das Glas komplett mit Crushed Eis füllen, Gin und einen Spritzer Lime Juice drauf, und fertig ist das bitter-sauer-süße Partygetränk

Burj Dubai fast fertig

28. Oktober 2008, admin

Burj Dubai kurz vor FertigstellungNoch ein paar Wochen, dann ist es so weit: Das höchste Gebäude der Welt wird fertiggestellt. Der Burj Dubai, architektonisches Flagschiff der Vereinigten Arabischen Emirate sprengt alle bisherigen Maßstäbe in Sachen Hochhauskonstruktion. Und das will etwas heißen in einem Land, in dem die Devise “Höher, schneller, weiter” zur Staatsdoktrin gehört.

 

 

818 Meter Höhe, 517.000 qm Nutzfläche auf 189 Stockwerken - was soll man dazu noch sagen? Vielleicht, dass der leistungsfähige Aufzug des “Burj” nicht mal eine Minute benötigt um seine Fahrgäste in 500 Meter Höhe zu katapultieren? Oder, dass der Bau 1,8 Milliarden Dollar gekostet hat, natürlich bezahlt aus der Tasche von Scheich Muhammad bin Rashid al-Maktoum?

 

 

Bei diesen Ausmaßen kann man eigentlich nur neidisch werden. Das findet auch Scheich Khalifa bin Zayed bin Sultan Al-Nahyan, der Präsident von Abu Dhabi. Zwischen den stinkreichen Herrschern der einzelnen Emirate, vor allem derer von Dubai und Abu Dhabi, herrscht nämlich ein beachtliches Konkurrenzdenken: Wer hat das luxuriöseste Hotel? Wer hat die beste Shoppingmall? Wer hat das höchste Haus? - das sind die Kategorien, in denen die VAE sich gegenseitig den ersten Platz streitig machen. Deshalb soll in der Hauptstadt der Emirate nun ein noch höherer Turm entstehen. Wer sich’s leisten kann …

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Partyknaller Karaoke

27. Oktober 2008, admin

MikrofonAls ich zum ersten Mal auf eine Karaoke-Party eingeladen wurde, dachte ich: “Na gut, da gehst Du anstandshalber hin, genehmigst Dir einen Drink, und haust wieder ab, bevor Dir jemand das Mikro in die Hand drückt.” Wahrscheinlich bin ich mit dieser Einstellung nicht allein gewesen, denn bis auf den Gastgeber fand eigentlich niemand der Anwesenden die Idee besonders toll. “Kann nicht singen”, “Karaoke ist peinlich”, “Kenne den Text nicht” waren die Ausreden, die sich in der ersten Stunde des Fests ständig wiederholten.

Verblüffender Weise schlug die Stimmung relativ rasch um, nämlich genau in dem Moment, als der erste (in diesem Fall der Gastgeber, wohl um seine eigene Party zu retten) sich ans Mikrofon wagte um “I will survive” zu singen. In diesem Fall war es besonders gut, dass er genau dieses Lied singen wollte, denn somit kann man im Nachhinein ausschließen, dass das was dann passiert ist, in irgendeiner Weise mit der Popularität des Songs zu tun gehabt haben könnte. Schließlich ist es mit das peinlichste Lied der Welt …

Jedenfalls hat es nicht länger als eine Minute gedauert, bis der erste gesagt hat: “Ich will als nächstes singen”. Als dieser dann dran war, kamen schon die ersten Zwischenrufe: “Mikro her, ich will auch mal.” Offensichtlich scheint es also mal wieder so zu sein, dass man nur einen braucht, der den ersten Schritt tut und die Lemminge folgen dann völlig blindlinks, ungeachtet vorheriger Bedenken, man könne sich blamieren.

Am Ende war dann wirklich jeder mehrere Male dran, auch wenn es nach einer Weile etwas langweilig wurde, weil immer wieder die selben Lieder geträllert wurden. Deshalb empfehle ich ein Karaoke-System, bei dem man Songs nachrüsten kann. Bei “Sing Star” für Playstation III ist es zum Beispiel möglich, einzelne, speziell präparierte Tracks herunterzuladen und direkt auf der Konsole zu speichern. So kann man für jeden Gast ein paar passende Stücke vorbereiten und muss sich nicht ständig mit “I will survive” zudröhnen lassen …

Freaky Fisch

26. Oktober 2008, admin

verschiedene Sushi-SortenSushi ist doch wirklich etwas feines. Nach einigen Jahren der Gewöhnung kann mittlerweile sogar der größte Fischhasser mit den kleinen leckeren Reisrollen etwas anfangen, auch wenn sie dann vielleicht nicht mit Meeresgetier sondern vegetarisch gefüllt sein sollten.

Das Schöne an Sushi ist nicht nur seine inhaltliche Vielfalt (Thunfisch, Lachs, Fliegenfisch, Surimi, Krabben, etc.), sondern auch - und vor allem - die vielen Gestaltungsvarianten: Als Maki bezeichnet man die typischen Seetangrollen (Nori), die mit Klebreis, Fisch und oft auch noch mit einer Gemüseart gefüllt sind. Das Maki gibt es auch “inside out”, heißt: Der Fisch wird ins Noriblatt gewickelt und der Reis außen dran geklebt, dann noch kurz in knallorange-farbenem Rogen gewälzt, und fertig ist das Gaumen- und Augenspektakel. Die abgespeckte Version von Sushi heißt übrigens Sashimi, wobei man hier gänzlich auf den Reis verzichtet, was die ganze Angelegenheit in eine kohlenhydratfreie Diätmahlzeit verwandelt … und leider besonders teuer ist.

A propos teuer: Sushi ist - sofern es frisch und gut zubereitet wird - immer ein kostspieliges Vergnügen. Wer sich den Genuss dennoch regelmäßig gönnen möchte, sollte sich deshalb überlegen, die Fisch-Reis-Kombo zu Hause zuzubereiten. Keine Angst, so schwer ist das nicht. Im Gegenteil: Es macht sogar richtig Spaß.

Rezepte für Sushi findet man im Internet zuhauf. Mein Tipp für den Zutaten-Einkauf: Nur im Asialaden einkaufen, denn die Supermarkt-Produkte sind meist wenig authentisch. Den Fisch sollte man gefroren kaufen, kurz antauen lassen und gut gekühlt verarbeiten, dann kann man die fertig zubereiteten Häppchen ruhig ein paar Stunden stehen lassen, ohne Angst vor einer Vergiftung haben zu müssen.

Tollwut auf dem Tollwood

25. Oktober 2008, admin

München hat mal wieder Schaum vorm Mund - längst gehört das Tollwood-Festival zur bayerischen Landeshauptstadt wie die Frauenkirche und der Englische Garten. Die Erfolgsgeschichte des Ethno-Events begann im Jahr 1988 als Kitsch- und Krempel-Markt mit regionalem Entertainmentprogramm, allerdings entwickelte sich das Tollwood schnell zu einem echten Highlight, so dass das mittlerweile international bekannte Fest heute zwei Mal im Jahr abgehalten wird. Das Sommer Tollwood findet immer im Juli auf der Theresienwiese statt, dem Ort, wo auch das Oktoberfest zu Hause ist. Im Winter feiert man stattdessen im Olympiapark. Gemeinsam haben die Events, dass ein großer Teil des “Bazars”, wo man von Öko-Socken bis zum Wahrsager fast alles findet, in Zelten untergebracht ist (in der kalten Jahreszeit natürlich eher als im Sommer). Doch auch im Freien befinden sich zahlreiche Stände mit bunter Ware aus aller Welt und - für viele Tollwood Fans das wichtigste - Unmengen von Essen.

Ob arabisch oder chinesisch, fränkisch oder italienisch, hungern muss hier nun wirklich keiner. Im Winter bieten die Buden auf dem Tollwood natürlich auch Glühwein und sonstige gut in die Vorweihnachtszeit passende Getränke an, wobei der Feuerzangenbowle-Stand fast schon Kultstatus erreicht hat.

Dass das Tollwood ein Fest für Jung und Alt ist, beweist auch das Programm der Show-Zelte. In einzigartiger Kulisse werden Theaterstücke, Varietéaufführungen und Konzerte von internationalem Renommé aufgeführt, allerdings muss man bei manchen von ihnen schon ein halbes Jahr vorher anfragen um überhaupt noch eine Karte zu ergattern. Zu den Dauerbrennern im Theaterzelt zählen “Caveman” und “Cavewoman”, allerdings kommen auch Comedians, Artisten aller Couleur kommen sehr gut beim Publikum an.

Obwohl viele, die das Tollwood von Anfang an erlebt haben, bemängeln, dass es sich vom Ökofest in ein kommerzielles Event verwandelt hat, muss man der jeweils mehrwöchigen Veranstaltung doch zugestehen, dass es in seinen Grundfesten noch immer seiner eigentlichen Bestimmung treu geblieben ist: Seinen Besuchern die Welt zu zeigen, das Bewusstsein für die Unterschiedlichkeit der Kulturen zu schärfen und ein Gespür für den Schutz unserer Natur zu schaffen.

Das nächste Tollwood findet von 1. bis 23. Dezember statt. Die Showzelte sind allerdings sogar bis 31.12. geöffnet, dann endet das Festival mit einer großen Sylvester Party.

Duft nach Maß

24. Oktober 2008, admin

Wer in einen Club geht, um zu wohlfeilen Klängen das Tanzbein zu schwingen, möchte dort in der Regel alle seine / ihre Sinne betören lassen. Vom Hören mal abgesehen, ist eine Partynacht normalerweise auch was fürs Auge. Je nach Szene stylen sich die Gäste vorher entsprechend auf - schließlich soll auch das Sehen eine Freude sein beim Ausgehen. Was das Schmecken angeht, so weiß der durchschnittliche Feiermeier ebenfalls genau, was er will: Cocktail, Longdrink oder einfach nur ein kühles Blondes.

Zu den vernachlässigten Wahrnehmungsgenüssen beim Diskobesuch zählten bislang zum einen das Fühlen. Dies erschließt sich nämlich meist nur denen, die beim Flirten gekonnt mit dem anderen Geschlecht umzugehen wissen, bzw. - in negativer Hinsicht - jenen Gästen, die aufgrund widriger Umstände in einen gewalttätigen Konflikt verwickelt werden und dabei schmerzhaft berührt werden.

Was jetzt noch bleibt ist das Riechen. Auch diesen Sinn konnte man bisher nicht wirklich als Wonne bezeichnen, denn die Gerüche in einem Club ließen dank überhöhter Schweißproduktion und einer mit fortschreitender Uhrzeit steigenden Anzahl an verschütteten Drinks bisher stark zu wünschen übrig. Gut, dass es jetzt den Duft-DJ gibt.

Ein Aroma Jockey, so wie DJ ODO7 aus den Niederlanden (ja genau, mal wieder ist es ein Holländer, der Innovationen ins Partybusiness bringt - siehe Club Watt), ist einzig und allein dafür zuständig, dass es in der jeweiligen Location jederzeit gut riecht. Er versprüht ätherische Öle durch die Disko, jeweils passend zur Stimmung, Musik und dem ”Grundgeruch”. So wird die Party zum echten Allround-Erlebnis, das exklusiver kaum sein könnte.

Mal sehen, wie lange es dauert, bis dieser Trend auch nach Deutschland überschwappt …

 

Auroville - die Stadt der Zukunft?

23. Oktober 2008, admin

Auroville CentreIn diesem Jahr ist das Weltdorf Auroville 40 Jahre alt geworden. Gegründet 1968, als Blumenkinder den Slogan “Make love, not war” predigten, und die ersten Hippies sich komplett aus dem Leben in der Konsumgesellschaft ausklinkten, galt die Konzeptsiedlung am Golf von Bengalen seinerzeit als Revolution: Zum ersten Mal schien die Vision einer selbstverwalteten Stadt, die von ihren gleichwertigen Mitglieder vollständig eigenständig verwaltet wird, wahr zu werden. Eine Stadt, die sich von althergebrachten Machtstrukturen verabschiedet und kulturelle Barrieren überwindet. Grund genug für die UNESCO, Auroville mittels einer Partnerschaft als Vorzeige-Projekt der Weltgemeinschaft zu unterstützen.

Heute leben fast 2000 Menschen in Auroville. Zahlreiche waren von ihnen waren von Anfang an mit dabei, viele leben schon Jahrzehnte in einer der verschiedenen Communities - so heißen nach an Berufen und Interessen eingeteilten Bevölkerungsverbände in der Stadt - und einige wurden sogar dort geboren.

Natürlich sind auch viele Menschen wieder weggezogen, nachdem sie feststellen mussten, dass sie sich ihren Traum von einem “anderen” Leben irgendwie anders vorgestellt hatten. Denn Auroville ist kein Hippie-Dorf. Es ist zwar spirituell, aber nicht weltfremd. Im Gegenteil: In der 4-Punkte-Charta der Stadt ist der Austausch mit der Außenwelt und die Nutzung aller Erkenntnisse des menschlichen Geistes zu Gunsten der Gesellschaft sogar als Verfassungsgebot festgeschrieben.

Und so konnten die Aurovillianer schon einige Male beweisen, dass sie gar nicht nach einem Leben fernab der Zivilisation streben, sondern nur nach einer anderen Art der Zivilisation. Ihr Vorbild soll zeigen, dass die Grenzen zwischen den Nationen willkürlicher Natur sind - und trotzdem achten und schätzen sie die Unterschiede zwischen verschiedenen Kulturen.

Lust, nach Auroville zu ziehen? Oder als Besucher vorbeikommen? Dann meldet Euch bei der deutschen Vertretung von Auroville International

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