Archiv für August 2008

Wer ist denn jetzt der Böse?

20. August 2008, admin

RossijaSakartweloWenn das mal kein merkwürdiger Krieg war - kurz nach Beginn der Olympischen Spiele flimmerten plötzlich Meldungen über den Schirm, dass Georgiens Militär in der abtrünnigen Provinz Südossetien einmarschiert sei. Einen Tag später waren die Russen da um, so die offizielle Begründung, ihre Staatsbürger im benachbarten Ausland vor einem Genozid schützen. Bei der Gelegenheit half man dann auch gleich noch den Abchasen bei ihren Abspaltungsbestrebungen, bis sich schließlich die Amerikaner und Europäer zu Wort gemeldet haben um anzumerken, dass das nicht die feine englische Art sei. Ratzfatz war der Krieg vorbei, und alles ist wieder wie vorher, außer das weite Teile Georgiens zerstört sind und unser ehemaliger Erzfeind, von dem wir gedacht hatten, wir könnten uns künftig schon irgendwie arrangieren, hat allen anderen gezeigt, wo der Hammer hängt.

Jetzt wird das georgische Territorium bald auf internationalem Parkett ausgehandelt, wobei klar ist, dass das Ergebnis keines sein wird, das Russland nicht genehm ist. Egal wie laut Rice und Sarkozy brüllen, niemand wird derzeit einen Krieg mit dem slawischen Riesenreich anfangen, und schon gar nicht wegen Georgien. Denn noch immer ist nicht geklärt, wer denn jetzt eigentlich schuld war an dieser Eskalation. Ordentliche Berichterstattung gibt es nicht, die Staatsführungen beider Länder geben nichts als propagandistische Unkenrufe von sich, und die jeweiligen Verbündeten stellen sich - unabhängig von den Tatsachen - ohnehin hinter ihre Schützlinge.

Natürlich ist jeder Krieg irre und schlecht. Allerdings hat dieser Konflikt einen besonders schalen Beigeschmack, der allzusehr an den Kalten Krieg erinnert, in dem nie einer Schuld war, und jede Seite ihr Handeln mit dem Vorwand der Bruderhilfe begründete. Mal sehen, was die nächsten Wochen bringen …

Mexico City - wo die Dekadenz zu Hause ist

19. August 2008, admin

ZocaloWie ich schon mehrmals in diesem Blog erwähnt habe, habe ich meine ganz eigene Theorie, wie die Einwohner von überbordenden Megametropolen sich das Leben versüßen, wenn sie mal wieder genug haben von Chaos, Dreck und Korruption. Sie feiern was das Zeug hält. Sofern sie das nötige Kleingeld haben, begeben sie sich in sündhaft teure Oasen der Ästhetik, des Prunks und der Dekadenz, um für ein paar Stunden zu vergessen, dass sie zu einer klitzekleinen Oberschicht gehören, die ihren Reichtum auf der Straße oft verbergen muss, um sich nicht in Gefahr zu begeben.

Mexico City ist so eine Stadt. Eine, in der man in der U-Bahn den Schmuck abnimmt und das Portemonnaie möglichst nah am Körper trägt, um nicht bestohlen zu werden. Eine, in der man immer ein paar Münzen in der Tasche haben sollte, um den bettelnden Kindern spontan etwas zustecken zu können. Aber eben auch eine, in der man für den Eintritt in einen Nachtclub bis zu 500 Pesos (ca. 30 EUR) bezahlt und eine, in der ein Abendessen in luxuriösem Ambiente den durchschnittlichen Monatslohn eines Einheimischen um ein Vielfaches übersteigen kann.

Wer jetzt denkt, als Europäer müsse er mit seinem Reisebudget trotzdem locker klarkommen, sollte sich vorher gut überlegen, was er in “D.F.”, wie die Mexicanos ihre Hauptstadt nennen, unternehmen will. Das Nightlife in den Trendvierteln Coyoacan, Condesa, Polanco Zona Rosa ist so gigantisch, dass man es sich definitiv nicht entgehen lassen sollte, aber eben auch so teuer, dass man auf Ibiza vielleicht billiger davonkommt.

Seit Jahrzehnten nicht aus der Szene wegzudenken ist beispielsweise der Club Rioma auf der Avenida Insurgentes. Neben der futuristischen Einrichtungen ist es vor allem der Top-Service, mit dem man die unverschämten Preise rechtfertigt. So bekommt man beispielsweise die Hände von einem Diener abgetrocknet, nachdem man sich auf der Toilette frisch gemacht hat, und darf sich am Waschbecken an der durchaus repräsentativen Auswahl an Original-Parfums bedienen, damit man wohlriechend ins Getümmel zurückkehrt. Da scheint es dann nicht mehr ganz so bizarr, dass 4 cl Tequila an der Bar des Rioma doppelt so viel kosten wie eine ganze Flasche derselben Marke im Supermarkt …

Und dennoch: Mexico City ist und bleibt ein echter Hot Spot für abenteuerlustige Urban Freaks!

 

Lipovitan - mehr Energy geht nicht

18. August 2008, admin

Energie zum Trinken - wer dachte, Red Bull hätte diese Idee als erstes gehabt, kennt Lipovitan offensichtlich nicht. Erfunden 1960 in Japan ist die gelbsüße Pampe seit jeher ein Verkaufsschlager in ganz Asien. Mit dem österreichischen Bullengetränk hat sie die Farbe und den Geschmack gemeinsam, allerdings enthält Lipovitan etwa drei Mal so viel Taurin und entfaltet seine belebende Wirkung dementsprechend schneller und stärker.

Verkauft wird der Kraftstoff in braunen 100-ml-Glasflaschen und ist in Deutschland vornehmlich in Asia-Läden zu haben. Die Super-Variante mit 2000 mg Taurin pro Einheit ist hierzulande jedoch nicht zu haben, wobei man ehrlich sagen muss, dass das wohl auch besser so ist, denn zu viel Lipovitan ist wahrlich kein Spaß. Wer schon immer mal wissen wollte, wie die Vorstufe eines Herzinfarkts aussieht, kann seine Neugier mit diesem Zeug sicherlich stillen.

Ach, und noch etwas: Der Hinweis, man solle das Getränk nicht mit Alkohol mischen - so wie es auch auf den Red-Bull-Dosen steht - sollte bei Lipovitan tatsächlich ernst genommen werden!

 

Der Club, der sich ständig neu erfindet

17. August 2008, admin

Schon bevor das Tribehouse in Neuss 2004 zum besten Club Deutschlands gewählt wurde, wussten seine Stammgäste längst, dass ihr Favorite zu den Top-Locations in ganz Europa gehört. Nicht nur, dass hier seit 10 Jahren die absolute Avantgarde in Sachen elektronischer Tanzmusik an den Plattentellern steht - das Tribehouse ist auch der wohl einzige Club, der jedes Jahr in komplett neuem Look an den Start geht.

Im Moment steht der Tanzpalast unter dem Motto “Rockoko” und gibt sich königlich-pompös. Das ReOpening ist ein alljährliches Spektakel, denn keiner weiß, was ihn im Tribehouse erwartet. Mit ihren innovativen Konzepten haben die Tribehouse-Macher stets den richtigen Riecher bewiesen und Trends fürs ganze Land gesetzt. Doch nicht nur indoor hat der Club nahe Düsseldorf einiges zu bieten: Sobald im Frühsommer die Temperaturen steigen, verlagert sich die Party in die längst legendäre “Kiesgrube”. Schnell vergisst man hier, dass man sich weder auf Ibiza noch auf Mykonos befindet, sondern mitten in NRW.

Back to Kitsch

16. August 2008, admin

der neue KitschEs ist ja fast schon eine wissenschaftliche Tatsache, dass Modetrends sich regelmäßig wiederholen - wenn auch abgewandelt und dem jeweiligen Geist der Zeit angepasst. Überträgt man diese Vorstellung nun auf Möbeltrends, wird auch klar, warum die 70er-Retro-Welle zuerst vom afrikanisch angehauchten Kolonialstil abgelöst wurde um dann nahtlos in die schwülstigen Formen des Barock überzugehen. 

Den Anfang haben Szene-Clubs und die Schickeria gemacht. Wo noch vor Kurzem puristisches Design in Weiß und Schwarz angesagt war, hat man die Wände kurzerhand mit Textiltapeten à la Versailles dekoriert, um die moderne Einrichtung mit üppigen Floralmustern zu kontrastieren. Die Neuinterpretation des Barock-Themas wird durch billige Elektro-Lüster aus transparentem Kunststoff auf die Spitze getrieben, ebenso wie durch wahrhaft postmoderne Farbkombinationen im Andy-Warhol-Style.

Ein weiterer Unterschied zwischen Original und Neuauflage liegt in der Qualität der Materialien und damit natürlich auch im Preis. Weil die verschörkelten Lampen, Kerzenleuchter und Wandverkleidungen gar nicht teuer sein müssen um hip zu sein, kann sich jeder den Neuen Kitsch leisten. Und auch die modernen Elemente - Bett, Schrank, Regale - bekommt man längst nicht mehr nur im schwedischen Möbelhaus zu einem anständigen Preis.

Der Freak findet: Kitsch ist cool.

 

16 Länder, 16 Ladenöffnungszeiten.

15. August 2008, admin

Es hat ja etwas für sich, dass Deutschlands Bundesländern seit einiger Zeit mehr politische Kompetenzen zugestanden werden. So können die jeweiligen Regierungen näher am Bürgerwillen agieren und sich flexibel auf regionale Bedürfnisse einstellen. Nun mag man meinen, diese könnten ja so unterschiedlich nicht sein, schließlich bleibt Deutschland noch immer Deutschland, und trotz unterschiedlicher Mentalitäten sind wir doch alle gar nicht so anders. Oder?

Zumindest beim Einkaufen scheinen die Geschmäcker dann aber doch ganz schön aus einander zu gehen, denn nachdem letztes und vorletztes Jahr fast alle Länder ihre Ladenöffnungszeiten neu reguliert haben, schließen die Geschäfte von Nord nach Süd und von Ost nach West zu komplett unterschiedlicher Stunde ihre Pforten.

Bayern: Wie sollte es anders sein - hier gilt das konservativste Gesetz Deutschlands. Mo-Sa bis 20 Uhr. An Sonntagen bleibt (fast) immer geschlossen. Doch es gibt bereits Initiativen, mit diesem Missstand endlich aufzuräumen.

Baden-Württemberg: Mo - Sa darf rund um die Uhr geöffnet werden. An Sonntagen wird grundsätzlich nicht verkauft.

Berlin: Mo - Sa gibt es keine Regulierungen von staatlicher Seite. 10 Mal pro Jahr darf auch an Sonntagen geöffnet werden (bis 20 Uhr).

Brandenburg: Mo - Sa kann man rund um die Uhr shoppen. An den 6 verkaufsoffenen Sonntagen im Jahr darf ebenfalls 24 Stunden lang geöffnet werden.

Bremen: Auch hier kann von Mo - Sa grenzenlos eingekauft werden. Sonntags bleibt geschlossen.

Hamburg: Die Hansestadt hat auch schon in der Vergangenheit mit sehr liberalen Ladenöffnungszeiten geglänzt. Unter der Woche darf nun unbegrenzt geöffnet bleiben, in St. Pauli (Reeperbahn und Umgebung) können Händler eine Ausweitung auf den Sonntag beantragen. Ein Highlight in Hamburg ist, dass Friseure sonntags grundsätzlich arbeiten dürfen.

Hessen: Auch hier unterliegen Kunden und Händler von Mo - Sa keinerlei Einschränkungen. Sonntage können bei “besonderem Bedarf” (Festtage, Touristische Events) auf Antrag freigegeben werden.

Mecklenburg-Vorpommern: Mo - Fr darf rund um die Uhr geöffnet werden, Sa bis 22 Uhr. Sonntags prinzipiell geschlossen.

Niedersachsen: Mo - Sa gibt es keine Öffnungszeitenbeschränkung. Sonntags bleiben die Geschäfte zu.

Nordrhein-Westfalen: An Werktagen gibt es keinerlei Einschränkungen in Sachen Öffnungszeiten. Zudem sind jährlich 4 verkaufsoffene Sonntage erlaubt.

Rheinland-Pfalz: Das traditionsverhaftete Bundesland konnte sich nur zu einer Erweiterung der bestehenden Ladenöffnungszeiten durchringen. Mo - Sa bis 22 Uhr. Sonntag zu.

Saarland: Wie in Bayern müssen alle Läden an Werktagen um 20 Uhr schließen, nur 1 Mal im Jahr um 24 Uhr. Am Sonntag darf generell nicht eingekauft werden. Ausnahme: Kur- und Wallfahrtsorte.

Sachsen: Mo - Sa darf bis 22 Uhr Stunden eingekauft werden, zusätzlich 4 Mal im Jahr auch am Sonntag von 12 - 18 Uhr.

Sachsen-Anhalt: Mo - Fr rund um die Uhr, Sa bis 20 Uhr. Vier verkaufsoffene Sonntag mit jeweils 5 Stunden.

Schleswig-Holstein: Mo - Sa gibt es keine Beschränkungen. Viele Ausnahmen für Sonntage sorgen auch hier für liberales Einkaufsvergnügen.

Thüringen: Rund um die Uhr einkaufen geht von Mo - Sa. Ausnahmsweise sind auch die Sonntage freigegeben.

 

Schweden: Alles verboten.

14. August 2008, admin

GeschlossenSchweden ist ein wunderschönes Land. Für Familien. Für Romantiker. Für Naturliebhaber. Aber nicht für Partygänger.

Dabei ist es nicht so, dass die Skandinavier nicht gern feiern würden. Man erinnere sich nur an einen der letzten Sommerurlaube in Spanien, Griechenland oder Malta. Hier sind es fast immer die Schweden, Dänen, Finnen, Norweger, die am meisten auf die Kacke hauen, und als letzte aus den Clubs verschwinden, sogar nach den Engländern. Wer das schon immer komisch fand, sollte das nordeuropäische Königreich mal besuchen. Denn es gibt definitiv nichts Enttäuschenderes als ein Partywochenende in Stockholm.

Erstens ist Alkohol sündhaft teuer - ein Bier kostet umgerechnet zwischen 8 und 10 Euro.

Zweitens darf er nur zu bestimmten Urzeiten ausgeschenkt werden - um Mitternacht ist in aller Regel Schluss.

Drittens hätte es auch wenig Sinn, die Ausschankzeiten zu verlängern, da Schwedens Clubs um 2 Uhr morgens ihre Türen schließen - per Gesetz.

Das allerschlimmste aber ist, dass die Diskotheken, Bars und Clubs eigentlich super sind und mit derart abwechslungsreichen Konzepten an den Start gehen, dass man sich umso mehr ärgert, wenn die Party so früh zu Ende ist.

“Einmal Kaffee bitte!”

13. August 2008, admin

Einst war er unser treuster Freund. Morgens, mittags, und - wenn nötig - auch nachts hat er uns begleitet, unsere Lebensgeister geweckt, damit wir mit klarem Geist und wachem Körper unseren Verpflichtungen nachkommen konnten. Er war das herbe Gegenstück zum süßen Stück Torte, der aromatische Auftakt jeder Familienfeier und in jedem Haus präsent: Kaffee.

Nicht dass es ihn heute nicht mehr gäbe, im Gegenteil. Mehr denn je wird einem an praktisch jeder Ecke Kaffee angeboten, in einer Auswahl, deren Kenntnis jahrelange Übung voraussetzt. Caramel Macchiato, White Chocolate Moccachino, Low Fat, Cinnamon Flavored, Ice Blended Double Kick, mit Zucker, ohne Zucker, natürlich to go, und wenn möglich das ganze in “bio”.

Klingt alles lecker, ist es auch, aber Kaffee ist es eben nicht. Nun ist es ja nicht so, dass man sich für alle Zeit mit Omas Filterkaffee hätte begnügen müssen. Café au lait, Cappuccino, Latte Macchiato oder einfach nur Espresso - das war doch auch was Feines. 

Wer sich einmal selbst vor Augen führen möchte, wie sehr wir unsere alten Traditionen über Bord geworfen haben, der möge sich den Gesichtsausdruck des “Barista” eines amerikanischen Kaffeefilialisten zu Gemüte führen, wenn man sich an die Theke stellt und sagt: “Ich hätte gern einen Kaffee.”  

Noch Fragen?

 

Vom Pennerglück zum Trendlikör

12. August 2008, admin

Da sieht man mal, was ausgefeiltes Marketing alles schaffen kann: Noch vor einigen Jahren war Jägermeister das wohl uncoolste Getränk Deutschlands und wurde fast ausschließlich in Eckkneipen und Bahnhofskiosken ausgeschenkt. Dann kamen die in knalliges Orange gehüllten Jägerbunnies und haben Deutschlands Großstädte mit einem Promo-Krieg überzogen, der seinesgleichen sucht. Gleichzeitig hat man die zwei lustigen Hirschköpfe über den Äther geschickt, Tag für Tag, Nacht für Nacht. Und schwuppsdiwupss ist Jägermeister aus keinem angesagten Club mehr wegzudenken. Sogar der Merchandising-Schrott verkauft sich prächtig, und zugegeben: das leuchtende Hirschgeweih ist einfach cool. Mittlerweile gibt es nicht nur Caps, Polos und Schlüsselbänder von Jägermeister - auch trendige Deko-Artikel wie altdeutsch dekorierte Duschvorhänge und neonfarbene Tischgedecke zieren so manche Hipster-Wohnung.

Besonders in den Staaten steht der “Jager” sinnbildlich für deutsche Lebensfreude. Als ich letzten Sommer durch die USA gecruist bin und dabei auch ein paar Tage in St. Louis verweilen musste, landete ich dort prompt auf einem so genannten Beerfest und was seh ich da: eine überdimensionale (mindestens 3 Meter hohe) rustikal-braune Flasche mit dem wohlbekannten Schriftzug. Jetzt weiß ich auch, was mit dem Begriff “Heimat in der Fremde” gemeint ist …

Prost :-)

 

Warum nicht mal nach Warschau?

11. August 2008, admin

Sozialismus meets KapitalismusPolen ist hip! Das merkt man nicht nur an den stetig wachsenden Besucherzahlen, die unser östliches Nachbarland seit Jahren zu verzeichnen hat. Besonders viele Touristen zieht es nach Danzig und Krakau - Städte, die mit sehr gut erhaltenen Altstädten und romantischem Flair punkten können. Dass Warschau, die Hauptstadt an der Weichsel, bis dato oft ausgeklammert wurde, ist jedoch ziemlich unverständlich. Denn die polnische Metropole geizt nicht mit Sehenswürdigkeiten und erstrahlt immer mehr in altem und neuem Glanz, gleichzeitig versprüht sie jenen großstädtischen Lifestyle und beherbergt eine Reihe von Hot Spots für echte Urban Freaks …

Geschichtsträchtige Straßenzügen aus K&k-Zeiten, die Paläste der polnischen Monarchie, sozialistischer Zuckerbäckerstil und moderne Glastürme prägen das Stadtbild von Warschau gleichermaßen. Klar steht hier und da auch noch ein schmuddeliger Plattenbau-Klotz herum, doch was in Berlin oder Moskau als “cool” empfunden wird, sollte hier ebenso niemanden stören. 

Ein echtes Erlebnis ist Shopping in Warschau: Neben den großen Shopping-Centers wie Zlote Tarasy und Arkadia - beide sind allein wegen ihrer futuristischen Architektur ein echtes Muss - beherbergt die 1,7 Millionen Einwohner zählende Stadt zig kleine Boutiquen mit origineller Ware lokaler Designer, die bei aller Einzigartigkeit zu einem für unsere Verhältnisse fairen Preis zu haben sind.

Wer sich mit neuen Klamotten eingedeckt hat, möchte diese idealerweise sofort präsentieren und auch hierfür ist Warschau der richtige Ort: Schicke Restaurants, stylishe Bars und trendige Nachtclubs muss man hier nicht lange suchen. Mir hat das “Platinium” besonders gut gefallen. Zugegeben: Der Laden ist schon sehr edel, und um einen Dresscode kommt man nicht herum. Smoking oder Abendkleid werden allerdings nicht verlangt, um das umwerfende Interieur bestaunen zu können. Renaissance trifft auf Postmoderne - so lässt sich das in mehrere Bereiche (Tanzen, Essen, Chillout) aufgeteilte Vergnügungsetablissement wohl am besten beschreiben.

Warschau ist aber nicht nur eine Pflichtdestination für Architektur-Freaks und Partygänger … auch Leckermäuler kommen hier voll auf ihre Kosten. Wer denkt, nur in Brüssel gebe es leckere Pralinen, der war noch nicht bei “Wedel” in Warschau. Gleich hinter der Palladium-Konzerthalle gelegen, findet man in der über 100 Jahre alten Süßwarenmanufaktur neben schmelzzarten Pralinen auch die wohl beste heiße Schokolade der Stadt.

I LOVE WARSAW

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