Archiv für Juli 2008

Freaktown Amsterdam

20. Juli 2008, admin

Am HafenIhr werdet mir zustimmen, wenn ich behaupte, dass die holländische Metropole an der Amstel zu Europas freakigsten Städten gehört.

Einerseits ist Amsterdam historisch so interessant und verfügt über eine derartige Fülle an romantischen Panoramen wie kaum ein anderer Ort in Mitteleuropa. Mit ihren engen Straßen und den Grachten versprüht das Jahrhunderte alte Machtzentrum des niederländischen Weltreichs noch immer den Charme einer Kleinstadt. Und in Sachen Kunst und Kultur kann Amsterdam nur von wenigen Megacities wie London oder Paris übertrumpft werden.

Andererseits zählt Amsterdam zu den wenigen Städten des alten Kontinents wo es zum Lifestyle gehört, überkommene Ansichten zu verwerfen und sich getreu dem Motto von “Leben und leben lassen” von althergebrachten Zwängen zu befreien. Wo sonst spazieren junge Eltern mit dem Kinderwagen vorbei an Schaufenstern, in denen kein Spielzeug sondern die Dienste von Prostituierten feilgeboten werden? Wo sonst setzt sich in der Straßenbahn eine adrett gekleidete Seniorin neben einen Junkie und fragt ihn nach einer Zigarette (nicht umgekehrt).

Und wo, verdammt nochmal, darf man in Lokalen keinen Tabak konsumieren, dafür aber Marihuana, so viel man will?

 

Billiger Citytrip dank Hostels

16. Juli 2008, admin

Zugegeben, eigentlich vertrete ich eher das Urlaubsmotto, dass es mir in den schönsten Wochen des Jahres besser gehen sollte als Zuhause, in Bezug auf Komfort, Wohnstandard, etc. Wenn ich schon meinen Alltag nicht in einem Palast verbringen darf, wo mir das Frühstück ans Bett gebracht und die Minibar täglich gefüllt wird, dann doch wenigstens in den Ferien. Vor allem im so genannten Badeurlaub, wo Entspannung und “Dolce Farniente” wichtiger sind als das eigentliche Reiseziel, verteidige ich dieses Credo nach wie vor.

Da ich in letzter Zeit jedoch öfter mal auf Städtereise gegangen bin, habe ich mich aus Kostengründen meist fürs Hostel entschieden. In Köln, Berlin, oder Hamburg ist es sonst kaum möglich, zu einem anständigen Preis in zentraler Lage unterzukommen. In Erinnerung an meinen Zivildienst in einer eher klassischen Jugendherberge mit vielen Schulgruppen und eher heruntergekommenem Flair zögerte ich zunächst, nahm schließlich jedoch all meinen Mut zusammen und buchte mich in einem Hostel ein. Meine Wahl fiel auf eines, dass auch Einzelzimmer mit Dusche/WC anbot. Angekommen am Ziel war ich positiv überrascht, wie ansprechend die Herberge eingerichtet war - auch das Zimmer selbst war spartanisch, aber modern ausgestattet und sehr gepflegt.

Mittlerweile gehe ich immer dann in die Jugendherberge, wenn ich zum Sightseeing, Shoppen oder Partymachen in eine andere Stadt fahre. Bei solchen Trips komme ich sowieso nur zum Schlafen, Duschen und Umziehen in meine Unterkunft. Und dafür taugen die Low-Budget-Hotels allemal.

 

 

Woran erkennt man einen guten Lieferservice?

15. Juli 2008, admin

Fast jeden Tag hat man sie im Briefkasten: Reklame für einen Pizza-, China-, Thai-, Sushi-, XY-Lieferservice. Da ist es natürlich schwer, sich zu entscheiden, und wer schon das eine oder andere Mal enttäuscht worden ist, wirft die Prospekte jener Bring-Dienste, die er nicht kennt, direkt in den Müll.

Dabei gibt es drei ganz einfache Regeln, dank derer man getrost auch mal was Neues ausprobieren kann, ohne sich fürchten zu müssen, dass man einen Griff ins Klo landet.

1. Nationalität des Inhabers: Nein, ein italienischer Lieferservice muss keinem Italiener gehören, damit die Pizza schmeckt. Auch ein Sushi-Bringdienst muss nicht von einem Japaner geführt werden, damit der rohe Fisch einigermaßen originell zubereitet ist. Mein persönlicher Eindruck - und der hat sich bisher immer wieder bestätigt - ist, dass zum Beispiel Chinesen keine Pizza backen können (nichts für Ungut), Iraner dafür umso besser. Thailänder sind am Besten in ihrer eigenen Küche, ebenso Vietnamesen. Türkisches Essen wird ohnehin meist von anatolischen Einwanderern angeboten, aber ein bayerisches Brathähnchen schmeckt bei ihnen der Regel auch ganz lecker.

2. Gestaltung der Karte: Ich weiß, ich weiß - mit der Rechtschreibung haben die meisten Deliveries ein Problem. Dies hat allerdings keinen Einfluss auf Qualität und Geschmack der Speisen. Auch wenn der Prospekt nicht mit perfektem Layout auf Hochglanzpapier punkten kann, heißt das noch nicht, dass man dort nicht bestellen sollte. Allerdings sollte man immer bedenken, dass auch der Liefergastronom seinen Stolz hat, und sein Geschäft so gut wie möglich präsentieren möchte. Das bedeutet: Wenn die Bilder der Speisen schon eklig aussehen - und das, obwohl der Geschäftsführer wahrscheinlich tagelang zum Aussuchen selbiger gebraucht hat - dann sollte man die Finger vom Essen lassen.

3. Einheit der Speisen: Dies ist die absolut wichtigste Regel. Fallt nicht auf Lieferservices rein, bei denen man alles bestellten kann. Thai-China-Vietnam-Indien-Imbisse können in der Regel weder das eine noch das andere. Noch schlimmer wird’s, wenn kulturell völlig unterschiedliche Kulinaria wie Pizza und Curry auf der selben Karte stehen, oder wenn ein Sushi-Dienst meint, mit einem zusätzlichen Angebot an Chicken Wings und Schnitzel neue Zielgruppen erschließen zu können. FAZIT: Immer nur dort bestellen, wo ausschließlich Gerichte aus EINEM Land angeboten werden. Dann kann fast nichts mehr schiefgehen.

Emo? Da hat wohl jemand was falsch verstanden.

14. Juli 2008, admin

Mal wieder ein urbaner Trend, den keiner versteht. Beim Hiphop konnte man die breiten Hosen noch von den armen, ausgehungerten Arbeitern ableiten, die sich weder was zu essen noch ein ordentliches Beinkleid leisten konnten, auch wenn die meisten Rapper mittlerweile zu Adipositas neigen und sich dicke Klunker um den Hals hängen. Die Raver in ihren bunten Flokati-Klamotten und 20cm-dicken Schuhsohlen wiederum wirkten zwar auf den ersten Blick wie farbenblinde Außerirdische, aber sogar hier konnte man alles Schräge noch dem Motto “Sei fröhlich und außergewöhnlich” unterordnen, außerdem musste man die revolutionäre Techno-Musik ja bildlich untermalen.

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Aber was ist mit diesen merkwürdigen Geistwesen, die sich überall dort herumtreiben, wo das Jugendschutzgesetz nicht gilt. Wer sind diese schwar gekleideten Kids, die - modemäßig irgendwo zwischen Punk und Gothic angesiedelt - unsere Schulen, Schwimmbäder und Eisdielen bevölkern. Sie selbst nennen sich Emo, abgeleitet von “Emotion”, geben sich betont introvertiert und gefühlvoll, und scheinen noch nicht begriffen zu haben, dass das Farbenspektrum weit mehr zu bieten hat als Schwarz und Rot. 

 

An gestreifte Leggins, Netz-Oberteile und Nietengürtel haben wir uns ja bereits seit den 80ern gewöhnt. Aber was sollen zum Beispiel diese Scheitelfrisuren, die allzu sehr daran erinnern, wie Adolf Hitler nach 2-3 Monaten im Bunker (ohne Friseur) ausgesehen hätte?

Und welchen Sinn hat dieser lächerliche Trend, die vom vielen Arme-Aufschlitzen abgenutzten Rasierklingen zu Schmuckanhängern umzufunktionieren? Was hat Borderline mit Emotion zu tun? Gibt es nicht noch andere Gefühle außer Schmerz, Trauer, Todessehnsucht? Und warum zum Teufel akzeptiert man Bill Kaulitz von Tokio Hotel als Mode-Ikone?

Das einzige, womit Emos Freude erzeugen, sind die Witze, die man über sie reißen kann. Anbei ein paar Beispiele, gefunden auf stupidedia.de:

  • Wieviele Emos braucht man um eine Glühbirne einzudrehen? Keinen, sollen sie doch im Dunkeln heulen!
  • Ich wünschte mein Rasen wäre ein Emo…. dann würd er sich selber schneiden.
  • Was ist das Lieblingsessen des Emos? Schnittlauch und Weintrauben!
  • Was ist ein belieber Emoname? - MoRitz!
  • Warum macht der Emo mit seiner Freundin Schluss? - Weil er mit ihr glücklich war.
  • Was mögen Emos am liebsten aufs Brot? - Aufschnitt!

 

Freaky Früchte: Pitahaya und Maracuja

11. Juli 2008, admin

DrachenfruchtDie eine ist gelb bis pink, sieht aus wie ein exotischer Tannenzapfen und wird wegen ihres feurigen Erscheinungsbildes auch ”Drachenfrucht” genannt. Bei der anderen ist der Name “Passionsfrucht” ebenfalls dem Aussehen geschuldet, allerdings muss man erst ihre relativ harte Schale knacken um die metaphorische Nomenklatur zu entschlüsseln. 

Obwohl wir in Deutschland das Glück haben, Lebensmittel aus aller Herren Länder kaufen zu können, gehören zum Beispiel viele Früchte wie die Pitahaya und die Maracuja, eher in die Kategorie jener Leckereien, die viele noch nie probiert haben. Bei der Maracuja wissen wir zwar, wie sie schmeckt - der sauer-fruchtig-erfrischenden Nektar ist in jedem Supermarkt zu haben - aber wer einen zwePassionsfruchiten Blick auf Tetrapack wirft, entdeckt, dass der Fruchtgehalt in solchen Produkten meist unter 25 Prozent beträgt. Zeit, dieses kuriose Geschenk der Natur mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Abgesehen von asiatischen Spezialitätenläden (z.B. vietnamesich) bekommt man die Maracuja gelegentlich auch im normalen Lebensmittelhandel. Wahrscheinlich hat jeder schon mal eine gesehen und sich gedacht, “was’n das?”, denn die braune, schrumpelige Hülle macht nicht gerade Lust auf mehr. Der Preis von ein bis zwei Euro für ein nicht mal Tennisball-großes Früchtchen, dessen geringes Gewicht schon vermuten lässt, dass nicht besonders viel drin ist, spricht ebenfalls gegen den Kauf.

Aber ein mal kann man sich so was schon leisten, und beim Öffnen wird auch sofort klar, was es bei der Maracuja mit der Passion auf sich hat. Der Inhalt ist extrem schleimig, mit ein paar Kernen durchsetzt, und passt locker auf einen Teelöffel. Rein in den Mund und schon hat man den köstlichen Geschmack des Südens auf der Zunge. Schade, dass es so wenig ist.

Geradezu erhellend ist auch der Moment, in dem man eine Pitahaya in zwei Hälften teilt. Als sähe die grellbunte Schale nicht schon fantastisch genug aus, eröffnet sich innen drin ein weiß-schwarz gesprenkeltes Wunder der Natur. Der erste Eindruck ist der einer ausgebleichte Kiwi oder Melone, und die Vorfreude ist groß, wenn man zum ersten Happen ansetzt. Umso größer die Enttäuschung: Die Drachenfrucht schmeckt nämlich nach nichts. Kein Wunder also, dass sie in ihrer Heimat lediglich zu Deko-Zwecken verwendet wird, obwohl sie sehr gesund ist. Den doofen Deutschen kann man’s trotzdem als Premium-Lebensmittel verkaufen, denn das Auge ist halt mit.

Alkopop - ein Nachruf

10. Juli 2008, admin

Verschiedene SpirituosenKürzlich beim Spaziergang durch die Getränkeabteilung von EDEKA - ich war auf der Suche nach einem spritzigen Aperitif für meine Gäste - wurde mir mal wieder klar, wie schnell sich die Welt doch ändert. Wie war das noch damals, als man sich das Cocktails mixen sparen konnte, schließlich waren die Regale voll von leckeren Alkopops. Wodka mit Zitronengeschmack; Rum mit Limette, Himbeer oder Orange; Gin in allen Varbvariationen - bei optimalem Alkoholgehalt zwischen 4 und 6 Prozent.

Dann kamen die bösen Gesundheitsschützer und stellten fest: das schmeckt auch kleinen Teenies gut, und schwupps, kostete eine Flasche Breezer, Ice und was es sonst noch so gab, gleich doppelt so viel. Weil die Politik es so wollte, gibt’s jetzt außer Wein und Bier nur noch den ganz harten Stoff im Regal, denn den mögen experimentierfreudige Pubertätsopfer ja überhaupt nicht, und deswegen ist er auch nicht so gefährlich. Komische Schlussfolgerung.

Alkopop, wir vermissen Dich!

 

Genital-Style: Lady Bitch Ray aka Reyhan Sahin

8. Juli 2008, admin

Sie ist jung, sie ist schön, sie ist eine Bitch … zumindest nennt sie sich selbst so. Für einige Zeit war Lady Bitch Ray alias Reyhan Sahin von der Bildfläche verschwunden, bis man sie kürzlich wieder durchs TV flimmern sah. “Doktor Schlampe”, wie stern.de sie in einem Artikel vom Dezember 2007 genannt hat, hat eine einfache, aber äußerst wirksame PR-Strategie: Provozieren, was das Zeug hält. Das hat ihr nicht immer nur Glück gebracht … aber Berühmtheit allemal.

Weil ihre Rap-Texte prinzipiell unter die Gürtellinie gehen, hat Lady Ray zum Beispiel ihren Job als Radiomoderatorin verloren - rechtliche Schritte gegen die Kündigung waren bisher unwirksam. Bei den Öffentlich-Rechtlichen kann man sich mit Songtiteln ”Deutsche Schw*nze” oder “Ich tret’ dein’ Arsch” offensichtlich nicht so recht anfreunden, und zugegeben: Die knallharten Parolen der deutschtürkischen Wortkünstlerin aus Bremen sind nicht jedermanns Sache.

Wer jetzt denkt, “oh nee, schon wieder so ne Gheddo-Tussi, die sich nur mit Proll-Gelaber profilieren kann,” sollte sich den Lebenslauf von Reyhan jedoch mal genauer ansehen: Nach dem Abi studierte sie unter anderem Linguistik und Sexualpädagogik (wer hätte es gedacht) und arbeitet gerade an ihrer Promotion an der Uni Bremen. Glaubt man den Presseberichten, hat ihr betreuender Professor kein Problem damit, das seine Doktorandin ihr Privatleben nach dem Motto ”Vagina-Style” ausrichtet, so lange sie ihrem Forschungs- und Lehrauftrag an der Hochschule gewissenhaft nachkommt. Kein Wunder: Ihre Seminare können sich vor Teilnahmewilligen sicher nicht retten …

Einer der letzten großen Fernsehauftritte von Lady Bitch Ray hat sich am 24. April ereignet, als sie bei “Schmidt & Pocher” zu Gast war. Dirty Harry wollte sie standesgemäß als “Dr. Votze” begrüßen, doch Lady Ray - bescheiden wie sie ist - korrigierte ihn sogleich: “Ich hab ja noch gar keinen Doktortitel.”

Die Ambiguität der verschiedenen Rollen, in die Ray so gerne schlüpft, spiegelt auch ein bisschen den Zwiespalt wider, dem sie als in Deutschland aufgewachsene Türkin unterliegt. Zwischen Arbeiterklasse und Akademie, zwischen vorehelicher Keuschheit und sexueller Revolution, zwischen Kopftuch und Strapsen wollte sie nie entscheiden - sie leugnet keine ihrer Seiten, sondern trägt alles, was sie ausmacht, beherzt nach außen.

Freizügig ist sie auch, wenn es darum geht, Celebrities zu dissen, die ihr auf den Keks gehen. Unerreicht in Niveaulosigkeit und Dirtyness ist ihr Track “Ich hasse Dich” …

 

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Münchens schönster Quader

7. Juli 2008, admin

Seit ca. 2 Jahren wächst in Münchens Museumsviertel ein Bau, dem man zunächst nicht abnehmen konnte, dass er seinen Inhalt einmal standesgemäß nach außen reflektieren würde: die Sammlung Brandhorst in der Türkenstraße.

Neben den Anwohnern waren es vor allem die Studenten des auf dem selben Gelände liegenden Institutsgebäudes der Ludwig-Maximilians-Universität, die Tag für Tag mit ansehen durften, wie der klobige Rohbau Stück für Stock hochgezogen wurde. “Na toll, schon wieder so ein postmoderner Quatsch,” sagten die einen, “schlicht und schön” fanden ihn in die anderen. Dass die Meinung mittlerweile mehrheitlich positiv ausfällt, liegt daran, dass man nun erkennt, wie das Endresultat (Fertigstellung Anfang 2009) aussehen wird: BUNT! 

Nicht dass die Entscheidung für die Außengestaltung des Brandhorst-Museums (benannt nach den Stiftern seiner Exponate) ein Geheimnis gewesen wäre - die ausgestellten Modelle vermittelten einfach nicht den Eindruck, den die fertige Galerie einst machen würde. Diese ist nämlich, anders als die benachbarte Pinakothek der Moderne, beinahe fensterlos und auf den ersten Blick weit weniger großzügig angelegt als die prominente Konkurrenz nebenan.

Doch auch wenn man sich seine Ästhetik wohl erst voll entfalten wird, wenn das ganze Viertel mit den weiteren geplanten Ausstellungsräumen in einigen Jahren vollendet ist, hat sich das Gebäude längst in die Herzen der Münchner gequadert. Und das, obwohl noch kein einziges Kunstwerk drin steht …

 

Cindy aus Marzahn

5. Juli 2008, admin

Cindy aus MarzahnSie wollte eine Prinzessin sein, deshalb zog die HartzIV-Empfängerin aus um Deutschlands Herzen zu erobern. Cindy aus Marzahn ist mit das Schrägste, was die Comedy-Szene momentan zu bieten hat - sie verkörpert den Albtraum eines jeden Arbeitsagentur-Mitarbeiters. 

Dabei zeichnet sich der Lebenslauf von Cindy’s Alter Ego - Ilka Bessin - weder durch abgehobenes Proll-Getue noch durch Arbeitsverweigerung aus. Im Gegenteil: Aufgewachsen in einem klassischen DDR-Kaff startete sie zunächst eine Arbeiterkarriere, und entdeckte erst später den wilden Westen und die Welt. Als Animateurin auf einem Kreuzfahrtschiff feilte sie an ihren Unterhalterqualitäten um nun, zurück in der Heimat, mit “Cindy” die wohl witzigste Antwort auf Deutschlands Prekariatsproblem auf die Bühne zu bringen.

Cindy erklärt Deutschland solch kuriose Begriffe wie “Ich AG”, “Hartz8″ und “Joop-Center”, hat aber andererseits keine Ahnung von “Eigeninitiative”. Dafür ist sie Mitglied der Band ”Plattenpussies”, und das trotz der Belastung als allein erziehende Mutter. Cindy’s Tochter heißt übrigens Jennifer Justine Cheyenne Shanice …

Cindy, wir lieben Dich und freuen uns schon auf Deine nächsten Geschichten aus dem sozialen Wohnungsbau. Die Tourdaten gibt es hier.

Alexander Marcus - Deutschlands größter Freak

4. Juli 2008, admin

Ja ich weiß, das Thema ist nicht mehr das allerneueste, aber wer sonst verdient es, als Auftakt der Kategorie “Prominente Freaks” erwähnt zu werden, wenn nicht Alexander Marcus, der King of Electrolore.

Viele hassen ihn, viele lieben ihn, manche finden ihn einfach nur schräg. Er selbst wehrt sich dagegen, ernst genommen zu werden. Er will einfach nur die Musik singen, die ihm selbst gefällt, und damit Geld verdienen, und ganz ehrlich … wer würde nicht das selbe tun?

Nachdem ich eh schon alle Songs eine Million mal bei YouTube angehört hatte, konnte ich einfach nicht anders, als mir das Album zu kaufen - mal wieder ein Beweis, dass das Web den Musik-Markt nicht zerstört, wenn die Künstler ihre Platten interessant genug gestalten - und als ich das wirklich unglaublich geschmacklose Booklet in den Händen hielt, war es dann vollends um mich geschehen.

Übrigens … auch wenn King Alex das nicht wünscht … ich habe eine interessante Gesellschaftskritik in seinem Lied “Papaya” entdeckt. Wenn man “Papaya” nämlich als “Pattaya” versteht, dem thailändischen Urlaubsort, der lange Jahre besonders bei Pädophilen beliebt gewesen ist, dann wirkt der eigentlich banale und auf den ersten Blick absolut sinnfreie Text plötzlich ganz schon provokant. Man höre und staune   (besonderes Augenmerk ist auf Timecode 2:42 zu richten !!!)

 

 

 

 

 

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