Archiv für Juli 2008

Wie viel Leben bekommt man … für 39,90?

31. Juli 2008, admin

Er ist reich, schön und ein Arschloch - Octave, der Held von Jan Kounens Film “39,90“, seit heute im Kino zu sehen, ist das Sinnbild des ätzenden Werbefutzis, der alles vermarktet, so lange der Preis stimmt.

Es ist eine Mischung aus Parodie, Satire und Road Movie, gespickt mit rasanten Bildern und voll von mitreißenden Spezialeffekten. Die werden unter anderem dazu verwendet, den permanenten Rauschzustand von Octave und seiner Clique zu beschreiben, zumal Koks, Gras und Halluzinogene ja bekanntlich zu den Grundnahrungsmitteln aller Kreativen gehören. Was sonst könnte der Grund sein, dass Octave seine Werbekonzepte geradezu hinrotzt, und sie dennoch einschlagen wie eine Bombe?

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Erst die Liebe zu Sophie bewirkt eine Veränderung im sonst eher gefühllosen Protagonisten: Plötzlich ist er gar nicht mehr so cool, verplappert und blamiert sich, und weiß nicht so recht mit diesem merkwürdigen Gefühl umzugehen, dank dessen er nun nicht mehr die einzig wichtige Person auf der Welt ist.

Wer ein Leben auf der Überholspur lebt, wird zuweilen richtig bissig, und genau das ist der Tonfall, mit dem sich der arrogante Octave durch sein Pariser Schicki-Micki-Dasein bellt. Rotzfrech, überheblich und dekadent gibt sich das Alter Ego von Romanautor Frederic Beigbeder, dessen Buch die Vorlage für “39,90″ geliefert hat. In dem Wissen, dass einige Begebenheiten des Films auf mehr oder weniger real erlebten Tatsachen beruhen, verspürt der Zuschauer einen zusätzlichen, pikanten Nachgeschmack, bei dem es etwas dauert, bis er nach dem Verlassen des Kinos verflogen ist.

Rauchen erlaubt!

30. Juli 2008, admin

Hinweisschild für RaucherclubsDa hat der eine oder andere Raucher aber ausnahmsweise mal aufgeatmet anstatt eingeatmet - das Bundesverfassungsgericht hat am 30. Juli bekannt gegeben, dass die Nichtraucherschutz-Gesetze von Berlin und Baden-Württemberg nicht grundgesetzkonform seien, weil sie eine Wettbewerbsverzerrung zum Nachteil kleiner Gastronomiebetriebe darstellten. Wenige Stunden bereits zog es Hunderttausende in ihre ehemalige Stammkneipe aus pränikotinophoben Zeiten, die sich dort sogleich provokativ eine anzündeten. Die jeweiligen Regierungen verkündeten eine vorübergehende Aufhebung der gesetzlichen Bestimmungen, bis die Lage entsprechend der Vorgaben des BVerfG neugeregelt sei.

Paradoxerweise wurde der Nichtraucherschutz in Bayern nicht kritisiert, wohl weil im Freistaat ein absolutes Rauchverbot herrscht. Dass dieses mittlerweile nur noch auf dem Papier existiert, weiß jeder, der in den letzten Monaten in München, Nürnberg, Würzburg oder Passau eine Kneipentour gemacht hat. Allzu oft wird man an der Tür nach einer Mitgliedskarte gefragt - nein, das hat nichts mit der ausgeprägten Vereinskultur der Süddeutschen zu tun - und kaum betritt man den Laden, kommt einem schon der wohlbekannte Geruch entgegen, der kurz nach Beginn des Jahres 2007 für einige Wochen verschwunden gewesen ist.

Das Wort Raucherclub hat sich im bayerischen Wortschatz bereits seinen Platz gesichert. Und auch das typische blaue Schild mit der weißen Zigarette ist sicher nicht zufällig an die Farbgebung der Bajuwarenflagge angelehnt.

Und mal wieder haben wir dem Rest von Deutschland gezeigt, dass wir den Schutz unserer Bürger besonders ernst nehmen ;-)

Brutaler Freak: Kim Jong-Il

30. Juli 2008, admin

Staatschef von NordkoreaEs ist schon bizarr, wie dieser kleine Mann mit der merkwürdigen Frisur die Welt zum Zittern bringt. Wenn man ihn sieht, möchte man fast in Gelächter ausbrechen - zu peinlich sind die Mao-Klamotten, die DDR-Brillen und das Playboy-mäßige Auftreten von Kim Jong-Il - doch der nordkoreanische Staatschef ist einer der brutalsten Diktatoren unserer Zeit. Er hat es geschafft, dass die von Pjöngjang aus regierte Volksrepublik heute als die letzte Bastion des Totalitarismus gewertet werden kann.

In seinem Land werden schon die Kinder auf den Führer eingeschworen, schließlich war es der Himmel höchstpersönlich, der Kim Jong-Il auf die Erde entsandt hat, um den Menschen die Erleuchtung zu bringen. Heißt im Klartext: Die Nordkoreaner lernen von Geburt an, wie glücklich sie sich schätzen dürfen, dass sie regelmäßig Hunger leiden müssen, schließlich dient ihr Opfer dem Wohl ihres Herrn. Ihre Liebe dürfen sie dann mittels größenwahnsinniger Synchrontänze beweisen, einem ästhetischen Unterdrückungsmodus, auf den schon Hitler gern zurückgegriffen hat - wobei sich die Synchronität im Dritten Reich aufs Heben der rechten Hand beschränkte, und die “Tänzerinnen” meist Männer in Hakenkreuz-Uniform waren.

Die Parallele zu unserer eigenen Totalitarismuserfahrung besteht eben in jener Lächerlichkeit, die die Führer-Freaks - von außen betrachtet - ausstrahlen. Zu lachen haben allerdings tatsächlich nur diejenigen etwas, die selbst nicht mit ihnen in Berührung gekommen sind.

Genug ist genug: Schneidet Euch die Matte ab!

29. Juli 2008, admin

Also langsam reicht’s: Als wäre es nicht genug, dass Deutschlands Ghetto-Jugend modemäßig mal wieder um Jahre hinterherhinkt, haben die Kids es nun auch noch geschafft, den (längst abgelaufenen) Trend zum Vokuhila derart zu pervertieren, dass man von Geschmack nun wirklich nicht mehr sprechen kann. Wo man hinschaut, nichts als hochgegelte Iros mit langer Nackenmatte, getreu der Regel: Je höher oben, desto länger hinten.

Wer ist schuld an diesem ästhetischen Desaster? Ganz klar: Die 9-Euro-Friseure!!! War ein billiger Haarschnitt früher vor allem durch Kreativitätsmangel gekennzeichnet, bekommt man heute für ein bisschen Kleingeld auch mal was Ausgefallenes verpasst. Dagegen ist ja prinzipiell nichts einzuwenden, aber BEI WEM HABEN DIE DIESE FRISUR GESEHEN? Welcher Promi hat je diesen Haarschnitt getragen und damit signalisiert: IHR DÜRFT DAS AUCH?

Ich weiß, ich weiß, man soll sich seine Mode nicht diktieren lassen. Aber wieso lasse ich sie mir von einem liegengebliebenen Hair Stylisten aufschwatzen, wenn ich doch mit eigenen Augen sehen kann, dass dieser Schnitt einfach nur scheiße aussieht? Dann doch lieber von einem Celebrity, egal ob Klasse A, B oder C.

Deshalb sage ich Euch allen da draußen: Wenn ihr mal groß seid, werdet ihr Euch selbst dafür hassen, dass ihr Euch Eure eigenen Jugendfotos mit diesem Haarschnitt versaut habt! Hört auf mich, denn als Kind der 90er weiß ich ganz genau, wovon ich spreche. Damals trugen wir geleckte Mittelscheitel - natürlich schön gründlich ausrasiert - und auch bei uns gab’s schon bunte Tönungen … Und was haben wir jetzt davon? Alle Bilder im Alter von 14-17 verbrannt, damit keiner dieses Desaster je zu Gesicht bekommt.

 

Tanzen, bis die Lichter angehen

28. Juli 2008, admin

Wat is het Watt? - Was ist das Watt? So steht es auf der Homepage des in Kürze eröffnenden Club Watt in der holländischen Party-Metropole Rotterdam. Die Antwort ist genauso einfach wie verblüffend: der erste Öko-Club der Welt, der die Energie seiner Gäste in echten Strom umwandelt.

Ausgeheckt von Ted Langenbach, Rotterdam Lokalheld in Sachen Party, soll das Konzept des Club Watt vor allem eines beweisen: Umweltschutz ist nicht gleich Öko-Muff. Im Gegenteil: Der “Sustainable Dance Club” wie die Betreiber ihren in Kürze eröffnenden Tanzpalast nennen, bringt das Lebensgefühl der Bio-Generation ganz subtil unters Volk. Beim Tanzen wird durch der durch den Druck der auftretenden Füße ein Generator angetrieben, der die Bewegung in Elektrizität umwandelt. Um der Party-Crowd ihre Energiebilanz visuell anzuzeigen, leuchten die Diskolämpchen umso heller, je stärker auf den Dancefloor die Post abgeht. Das Ziel ist, bis zu 30 Prozent des Gesamtstromverbrauchs zu decken. Auf die Dauer rechnen sich auf diese Art und Weise auch die hohen Investitionskosten.

Das innovative Motto, mit dem der Club Watt am 2.9.2008 an den Start geht, beweist, dass Spaß haben auch ohne schlechtes Gewissen möglich ist.

Obama in Berlin

28. Juli 2008, admin

Für uns ist er ja schon fast Präsident: Barack Obama, der Demokratische Senator aus Illinois, der bei den nächsten US-Wahlen antritt, um George W. Bush im höchsten Amt der Vereinigten Staaten abzulösen.

Dass GWB - die Amis geben ihren verflossenen “Leaders” ja gerne ein Initialkürzel - nicht mehr antreten darf, ist für uns in Europa (zum großen Teil) eine Erleichterung. Obwohl es uns an sich nichts angeht, hat wohl jeder von uns sein ganz eigenes Bild von Amerika, das ursprünglich sehr oft positiver ausgefallen ist als jenes von unserem eigenen Land. Von Kindheit an geprägt durch Fernsehserien, in denen Weiße und Schwarze friedlich in derselben Nachbarschaft leben, durch Filme, in denen sich Benachteiligte zusammentun um ihr Recht vor einer ehrfurchterbietenden Justiz zu erstreiten, und durch Geschichten, die uns zeigen, das Kriegsfeindschaft dadurch beendet werden kann, dass die Sieger den Besiegten die Hand reichen um ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen, obwohl sie selbst zuvor versucht haben, die ganz Welt zu unterjochen.

Das Weiße Haus

Dann kam der Mann, der plötzlich ganz augenscheinlich einzig und allein die Interessen Amerikas vertrat. Und wir moquierten uns darüber, wie jemand Präsident eines demokratischen Landes werden kann, obwohl die Mehrheit der Bürger einem anderen Mann ihre Stimme gegeben hat. Doch geben wir’s zu: Auch ein Präsident Obama wird nur dem Auftrag folgen, der ihm kraft seines Amtes zusteht, und nur dann unserer Meinung sein, wenn diese in seiner Heimat ebenfalls gut ankommt. Und wahrscheinlich würde keiner von uns Kritik üben, wenn das erste afrikanischstämmige Staatsoberhaupt der USA nur deshalb gewinnt, weil er die meisten Electoral Votes erlangt ohne die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen zu erhalten.

Außerdem dürfen die Leute, die Obamas Rede in Berlin vernommen und gedacht haben, “Mensch, endlich wieder ein Präsident, der auch uns schätzt,” nicht vergessen, dass der Grund für seinen spektakulären Auftritt an der Siegessäule vor allem im Imagegewinn zu Hause gelegen hat. Dass er von uns gemocht werden will, könnte schlicht und einfach daran liegen, dass Amerikas Bürger es satt sind, sogar von ihren politischen Verbündeten kritisch beäugt zu werden. Ein Kandidat, der zeigt, dass sie mit ihm wieder als globale Vorbilder gelten würden, deren Werte und Lebensstil als fortschrittlich und respektabel gelten, hat einfach größere Chancen gewählt zu werden.

Aus dieser Perspektive erscheint der Deutschland-Besuch von Barack Obama in einem ganz anderen Licht, nämlich jenem einer propagandistischen Wahlkampf-Kultur, die die meisten von uns verachten - haben wir doch unsere ganz eigenen Erfahrungen mit deren Wirkungsweise gemacht. Und auch die Schelte von Konkurrent McCain, dessen Sprecher sich öffentlich über die “kriecherischen” Deutschen ausgelassen hat, die zu Hunderttausenden auf die Straße des 17. Juni geströmt sind, wirkt aus dieser Perspektive gar nicht mehr so beleidigend. Schließlich war auch die Bundeskanzlerin etwas irritiert über den Hype, der um jemanden gemacht wird, der (noch) kein international relevantes Amt innehat (Quelle: spiegel.de)

Olympia? Ohne mich.

27. Juli 2008, admin

Eigentlich wussten es alle von Anfang an: Die Olympiade in Peking würde keinerlei positiven Einfluss auf den Regierungsstil der chinesischen Führung haben. Wie naiv musste man sein, um den Versprechungen des IOC Glauben schenken zu können? Welchen Einfluss sollte ein Sportbund, egal wie groß und angesehen, auf eine Quasi-Weltmacht haben, die sich prinzipiell jeden Einflusses von außen verwehrt?

In China gehört es seit jeher zur Staatsdoktrin, dass innere Vorgänge, wie Volksaufstände und deren Niederschlagung im offiziellen Jargon des Reichs der Mitte genannt werden, niemanden etwas angehen, außer die Regierung selbst. Die ist nicht nur ein Symptom der Parteidiktatur - es ist einer ihrer wesentlichen Eigenschaften.

Wenn auch nicht viele Tibeter einen Internetzugang haben mögen - manche haben ihn. Wenn auch nicht jeder Uigure weiß, was ein Blog ist - manche wissen es. Wenn auch nicht jeder Chinese sich für den chinesischen Wikipedia-Artikel zum Dalai Lama interessiert - manche interessiert es. Damit es nur wenige bleiben, hat sich die chinesische Führung bisher ganz schön ins Zeug gelegt. Wieso sollten sie nun all die Mühen umsonst gewesen sein lassen?

Es ist von vornherein klar gewesen, dass Zensur ebenso wichtig für die Macht der KP ist wie das Prinzip der Nichteinmischung. Also warum hat man nicht gleich verstanden, dass Beijing 2008 vor allem des Herrschaftsanspruch des Regimes untermauern soll. Die Machthaber werden sich im Glanz der fünf Ringe suhlen, wenn am 8. August die Eröffnungszeremonie beginnt und ganz China (aber eben nur China) erfährt, dass sie es sind, die ihrer Heimat zu internationalem Ruhm verhelfen können.

Deshalb werde ich mir die Spiele nicht ansehen. Und jeder, der nicht möchte, dass die Parteibonzen hinterher auch noch behaupten können, sie hätten die medienwirksamsten Spiele aller Zeiten auf die Beine gestellt, sollte das selbe tun.

München: Zucht und Ordnung im E-Garten

27. Juli 2008, admin

In München ist die Welt noch in Ordnung: Kaum vollgeschmierte Häuserfassaden, keine Bettler-Mafia, auch eine offene Drogenszene sucht man hier vergebens, genauso wie schlägernde Jugendbanden. Wenn überhaupt, dann muss man sich hier und da mal über einen überquellenden Mülleimer ärgern, aber immerhin haben wir an jeder Ecke einen, ganz im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Metropolen.

Der bayerischen Staatsregierung ist das freilich nicht genug - im Vergleich zum Rest des Freistaats ist die Landeshauptstadt nämlich ein regelrechter Sündenpfuhl. Vor allem der Englische Garten. Denn da wimmelt es geradezu von Fahrrad-Rowdies, Hunde-nicht-an-die-Leine-Nehmern, Müll-Liegenlassern und - ja, sogar das gibt es im konservativen Süden - eingefleischten FKK-Anhängern. Wenigstens die Nudisten sind vom neuen Landesstraf- und Verordnungsgesetz ausgenommen, das heißt, ihnen droht gemäß der neuen Gebührenordnung keine Gefahr. Alle anderen, die sich nicht an die Regeln halten, droht künftig ein Ticket zwischen 15 und 35 Euro (Quelle: Süddeutsche Zeitung).

Sogar die berühmtberüchtigten Eisbach-Surfer müssen weichen, weil jährlich mehrere Menschen in dem schmalen, aber gefährlichen Flüsschen ertrinken. Allerdings war noch nie ein Wellenreiter unter den Opfern - stattdessen handelte es sich meist um Touristen, die die Warnschilder nicht ernst genommen hatten.

Und mal ganz unter uns: Ich kenne keinen einzigen Park in Deutschland, der auch nur annähernd so sauber und gepflegt ist wie der E-Garten in München. Hundekacke liegt nun mal auf jeder Wiese rum, außerdem wird es bei über 4 Quadratkilometern Fläche ja wohl jedem möglich sein, ein unbeflecktes Plätzchen zum Verweilen zu finden. Auch bezweifle ich, dass Bußgelder uns davor beschützen können, von einem wildgewordenen Biker gerammt zu werden, schließlich passiert das auf der Straße ständig, und da ist das Rasen schon immer verboten gewesen. Und die Wassersportler dafür zu bestrafen, dass unachtsame Touristen ihr Leben in Gefahr bringen, weil sie nicht einmal in der Lage sind, ein eindeutiges Piktogramm zu interpretieren, ist ebenso unfair wie lächerlich.

Lasst den Münchnern doch den letzten Ort, an dem sie nicht von Regulierungen und Überwachung erschlagen werden. Stattdessen wäre es sinnvoll, die Spazierwege im Englischen Garten nachts zu beleuchten und nach Sonnenuntergang ein paar Polizisten mehr durchs Gelände laufen zu lassen. Damit wäre das einzig echte Problem von Deutschlands größtem Stadtpark dann auch schon gelöst …

 

Peinliche Hightech-Studenten

26. Juli 2008, admin

Immer den Laptop unterm ArmWer von Euch mal die Ehre hatte, etwas Zeit in einer Universität, bzw. einem ihrer Vorlesungssäle zu verbringen, hat sicherlich auch schnell erkannt, dass es ganz verschiedene Arten von Studenten gibt. Die spezifischen Eigenschaften einzelner Hochschulgruppen hängen zwar zweifelsohne mit der jeweiligen Fachrichtung zusammen, dennoch findet man auch unter den Theologiestudenten die BWL-typischen Polokragen-hochgeklappt-Typen und bei den Mathematikern ist auch hin und wieder mal eine modebewusste Frau dabei. Ein ganz bestimmter Typus von Student ist jedoch in jeder Fakultät vertreten, wenn auch nicht mit gleicher Häufigkeit: der Laptop-Fuzzi.

Man erkennt ihn ganz einfach: Voll bepackt mit Kabeln, Ladegerät und was man sonst noch so zum Angeben braucht, schreitet er mit ultra-gestresstem Gesichtsausdruck durch den Saal um sich einen Platz zu suchen, von dem aus der Rest der Hörer seinen Bildschirminhalt besonders gut erkennen kann. Gleichzeitig muss das Notebook (idealerweise ein MacBook oder einen VAIO) so positioniert werden, dass der Prof das Logo gut erkennen kann, und den Studenten, der sich dahinter verbirgt, umso schlechter.

Dann beginnt die Show: Fuzzi lädt sich die vom Dozenten im Vorfeld online gestellte PowerPoint-Präsentation auf den Schirm und dreht alle 60 Sekunden seinen Computer um 5 bis 10 Grad, damit nach 10 Minuten jeder Anwesende gesehen hat, was die Schleimbacke da vorn für ein tolles Teil hat. Um die Show besonders abwechslungsreich zu gestalten, wird zwischendurch immer wieder die Webpräsenz eines Nachrichtenmagazins eingeblendet oder - gaaaanz provokativ - die private eMail-Page.

Doof nur, dass die selbe Präsentation auch vorn auf der Leinwand gezeigt wird, wodurch die Hightech-Masche binnen kürzester Zeit als nutzlos entlarvt wird. Und noch doofer, dass man zu Hause viel gemütlicher im Internet surfen kann, wenn man doch die Inhalte ohnehin schon Tage vorher runtergeladen hat, gar nicht in die Vorlesung kommen müsste und sich am besten gleich einer Notebook Einkaufsberatung unterziehen sollte …

Star Wars als Zeichentrick

25. Juli 2008, admin

Am 14.8. kommt “Star Wars: The Clone Wars” ins Kino, die erste animierte Episode von Krieg der Sterne. Glaubt man den Ankündigungen der einschlägigen Kino-Websites, so hat George Lucas wiedermal einen mitreißenden Streifen auf die Beine gestellt, der alles vorher dagewesene übertrifft.

Ohnehin stört es bei einem prinzipiell animationslastigen Science-Fiction-Film bestimmt nicht, wenn dieser komplett auf dem Bildschirm entstanden ist. Yoda, Skywalker erkennt man auch in der digitalen Version sofort, und die Laser-schießenden Kämpfer wirken ebenso bedrohlich wie in Episode 1-6.

Der Kinofilm ist eigentlich ein Pilot für die Ende des Jahres startende Serie “The Clone Wars”, in der die bisher nur stellenweise verfilmten Klonkriege nun endlich detailliert ausgeführt werden. George Lucas’ Lebenswerk geht offensichtlich nie zu Ende und immer wieder erfindet der Jahrhundert-Produzent neue Fragmente seiner fantastischen Saga.

Ich bin sicher: Das wird ein Zeichentrick, der bei Weitem nicht nur Kinder in die Kinos locken wird.

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